Beiträge von Peti

    Hallo,


    ich wollte mich nach über einem Monat mal wieder melden und berichten, wie es bei uns läuft bzw. nicht läuft.

    Die Freundin meines Sohnes hat sich vor etwa drei Wochen endgültig von ihm getrennt. Sie möchte keinen Freund, der wie sie kein Geld hat. (sie will drei Jahre Schule machen und er hat sich auch für eine Schule angemeldet). Er ist darüber total fertig. Sie hat bereits einen neuen Freund, der Geld hat .

    Seit dem sie getrennt sind, verspielt er alles, was er noch hat. Ständig bettelt er uns wegen Geld an, wenn wir ihm nichts geben, wird er aggressiv,...

    Zur ambulanten Therapie geht er noch. das war 1x wöchentlich. Da unser Sohn im September mit der Schule anfangen wollte, wurde die Therapie verändert. Er geht ab jetzt nur noch 1x im Monat zu einem anderen Therapeuten und es geht um Spielsucht.

    Für mich ist das schon wieder ein Rückschritt.

    Wegen einem Praktikumsplatz hat er sich beworben, am Online-Begrüßungstag der Schule hat er nicht teilgenommen.

    Ich habe also recherchiert und rausgefunden, dass zwar die Schule erst im September anfängt, das Praktikum aber schon ab 1.8..

    Tja und nun gibt es nur Absagen zu dem Praktikum und unser Sohn gibt auf.

    Er will nicht mehr weiter suchen, dann gehe er eben nicht zur Schule.

    Seine Freundin hätte ihm alles kaputt gemacht,...

    Boah, immer sind andere Schuld. Ich kann und will das nicht mehr hören. Entsprechend schlecht ist bei uns zu Haus die Stimmung.

    Es sind noch vier lange Jahre, die wir für ihn verantwortlich sind.

    Wenn sich nicht irgendwann etwas ändert, haben wir uns bis dahin zerfleischt!

    Kann das jemand verstehen?

    Schönen Sonntag

    Peti

    Hallo Dani,

    Hallo alle anderen Leser,


    mein Sohn hat sich von sich aus bei der Fachoberschule angemeldet und wurde dort auch angenommen.

    Das finden wir gut, aber ich denke die ganze Zeit, dass er es sowieso wieder abbrechen wird. Ich versuche, mir das nicht anmerken zu lassen.

    Jetzt benötigt er noch einen Praktikumsplatz. Er hat mich gebeten, mit zu überlegen, wo man sich bewerben könnte. Also habe ich losgelegt, rausgesucht, ihm vorgeschlagen,...

    Bisher ist von seiner Seite nichts passiert. Ich weiß, dass es sein Leben ist und ich Ihn nicht drängen darf/soll.

    Aber das kann ich irgendwie nicht.

    Jeden dritten Tag frage ich, ob er sich schon gekümmert hat. Ich weiß, dass das falsch ist, aber ich kann da nicht aus meiner Haut.

    Irgendetwas hat sich allerdings verändert. Unser Sohn hat eine on/off Freundin von der ich auch schon berichtet habe.

    Vor Pfingsten gab es wieder Streit und sie wollte sich trennen. Sie ist wieder mit Sack und Pack ausgezogen und unser Sohn war so fertig, dass er in die Psychatrie gefahren ist!!!!!!

    Dazu wollten wir ihn 5 Jahre bewegen und jetzt ist er von allein dort hingefahren. Er war dann 2 Tage ambulant dort und wurde stationär aufgenommen. Leider war es dort nicht so, wie er es erwartet hat und er hat sich nach einigen Tagen entlassen lassen. Aber er darf wohl ambulant weiter kommen.

    Und so habe ich vor jedem Termin Sorge, ob er hingeht. Ich hoffe, ich habe mich so im Griff, dass ich nicht am Bett stehe und ihn wecke damit er losfährt. Morgen ist so ein Tag.

    Ich weiß, dass ich mich abgrenzen muss, aber ich wünsche mir soooo, dass alles mal besser wird.

    Drückt mir/uns bitte die Daumen.

    Schönen Abend

    Peti

    Hallo Patricia,


    ich habe einen 21 jährigen Sohn, der noch bei uns zu Hause wohnt. Er hat eine Angsterkrankung und ich habe viele Jahre alles für ihn gemacht. (Termine Arzt, Geld gegeben, hinterher geputzt, ...).

    Ihm hat das natürlich gefallen, aber mir ging immer schlechter. Vor allem, weil er seine Krankheit nicht therapieren lässt.

    Alle haben mir zu einer Therapie geraten. Dort lerne ich gerade, mich abzugrenzen.

    Wir versuchen jetzt konsequenter zu sein. Es gibt kein zusätzliches Taschengeld, wenn er "dummes Zeug" macht, muss er selbst dafür gerade stehen, ich wasche nur noch, was im Waschkorb ist, und, und und.

    Das fällt mir immer noch schwer, weil mein Sohn natürlich nicht einsieht, warum ich nicht mehr so funktioniere, wie er es gern hätte.

    Aber so langsam wirkt es.

    Bei Dir sollte das ja einfacher sein. Deine Tochter wohnt nicht mehr bei Dir. Du wirst also nicht täglich konfrontiert.

    Ich würde bei Respektlosigkeit auch sofort das Gespräch beenden und sie bei allem anderen auch erst mal selbst nach einer Lösung suchen lassen.

    Drücke die Daumen, dass es funktioniert.

    Schöne Grüße

    Peti

    Hallo Dani,


    danke für Deine letzte Antwort. Ich stelle fest, dass der Austausch hier im Forum tatsächlich eine Ressource für mich ist.

    Es fällt mir einfach ganz schwer, das Positive meines Sohnes zu sehen, weil in den letzten Jahren einfach so viel Negatives passiert ist.

    Wie ich schon geschrieben habe, denkt er immer wieder über eine berufliche Perspektive nach, die aber nie was wird.

    Jetzt versucht er gerade wieder, auf einer Schule angenommen zu werden, auf der er ein Fachabitur machen kann.

    Als er mir von dieser Idee erzählt hat, bin ich gleich explodiert, denn diese Art von Schule hatte er in einem anderen Zweig schon mal ausgesucht und das ging dann nicht, weil er sich zu dem Praktikum nicht in der Lage fühlte.

    ...Jetzt soll das auf einmal funktionieren???? Ich habe also gewettert, ihm sein Versagen unter die Nase gerieben, usw.

    Nachdem ich mich darüber mit jemandem ausgetauscht hatte, habe ich gemerkt, dass ich überreagiert habe.

    Ich habe mich zwar nicht entschuldigt, ihm aber gesagt, dass er es doch versuchen soll und ich ihm bei der Praktikumssuche helfe.

    Ich versuche mir immer vorzustellen, dass er eben nur ein paar Kurven mehr nimmt als alle anderen. Nur leider gelingt mir das noch nicht so oft.

    Eine schöne Woche an alle, die hier mitlesen

    Peti

    Hallo.


    bei uns zu Hause ist es ähnlich nur aus anderen Gründen.

    Ich denke auch, dass es ganz wichtig ist, dass Euer Sohn eine Tagesstruktur bekommt. Als unser Sohn wegen seiner depressiven Verstimmung nicht mehr aus dem Bett gekommen ist, hat die Fachärztin für Psychatrie uns eine psychatrische Pflegerin geschickt, die mit ihm eine Tagesstruktur erarbeiten sollte. Das hat zwar nicht funktioniert, aber verstanden haben wir die Idee dahinter auch.

    Unser Sohn bricht (vielleicht wegen seiner Krankheit) jede Ausbildung nach kurzer Zeit wieder ab und lebt auf unsere Kosten. Wir haben ihm jetzt das Taschengeld reduziert. Entweder er muß Bewerbungen abschicken oder sich mit dem Arbeitsamt diesbezüglich in Verbindung setzen oder er bekommt kein Geld.

    Das klappt ganz gut, aber seine depressive Phase ist momentan vorbei und er möchte etwas unternehmen und braucht dafür Geld.

    Wenn euer Sohn sich nur zurück zieht, dann klappt das vielleicht nicht.

    Ich denke, da solltet Ihr Dani`s Vorschläge beherzigen und ihn Einkaufen lassen, oder so damit er mal raus kommt.

    Viel Erfolg

    Peti

    Hallo Dani,


    danke, dass Du mir geantwortet hast. Das tat mir sehr gut.
    Ich habe mein Thema geschrieben, weil ich vielleicht "Erfolgsgeschichten" von anderen Eltern hören wollte, um mich weiter zu motivieren. Es tut mir einfach gut zu hören, dass es Jugendliche gibt, die nicht "den geraden Weg gehen" sondern ein paar "Kurven" nehmen und unsere Familie nicht die einzige ist.


    Wir wohnen in einem kleinen Dorf, jeder kennt jeden (ohne Hintergrundinformationen) und es wird natürlich immer nach den Kindern gefragt (meiner studiert, meine macht eine Ausbildung, meiner zieht mit seiner Freundin zusammen,...und was macht deiner????)
    Da kommt man sich jedesmal wie die größte Versagerin bei der Erziehung vor!!!
    Mein Mann kann das abschütteln, aber ich bin mittlerweile echt depressiv, versuche aber es mit einer Therapie und den Tabletten, die mein Sohn nie wollte, wieder in den Griff zu kriegen. Es ist schön, dass auch Du mir geschrieben hast, dass ich Kraft tanken muss, aber es ist irgendwie wie ein Teufelskreis. Ich nehme mir immer vor, mehr für mich zu tun, aber es klappt viel zu selten.


    Wie bekommen wir denn unseren Sohn zu einer Einsicht, dass er sich Hilfe suchen sollte???? Er lebt sein Leben so vor sich hin, schläft lange, isst, macht Sport,...
    Er scheint damit zufrieden zu sein. Wir dachten, dass seine Freundin, die ja arbeiten gegangen ist, ihn mitziehen kann, aber das scheint eher in das Gegenteil umgeschlagen zu sein. Allein das macht mich schon wütend.
    Ich sitze hier im Büro im Homeoffice. Wir tun alles um Geld zu verdienen und ein gutes Leben zu führen und unser Pascha liegt im Bett.
    ....Vielleicht ruht er sich auch auf "seiner Krankheit" aus?
    Du schreibst, dass er auch damit zurechtkommen muss, immer wieder etwas anzufangen und dann wieder abgebrochen zu haben.
    ....Aber sollte er sich nicht auch mal durchkämpfen?
    Im Moment liest er gerade ein Buch, in dem es um das innere Kind geht, dass geheilt werden muss. Ich frage mich wie er darauf gekommen ist, sich so ein Buch zu kaufen?!
    Auf jeden Fall glaubt er jetzt, dass er so ist wie er ist, weil er nicht direkt nach der Geburt auf meinen Bauch gelegt wurde (Kaiserschnitt mit Vollnarkose) oder er fragt, ob ich mich in seinem 1. bis 5. Lebensjahr nicht genug um ihn gekümmert habe...
    Schon wieder fühle ich mich schuldig, obwohl das natürlich Quatsch ist.


    Du hast Recht, dass es mir durch das Schreiben hier im Forum bzw. Deine Antwort wirklich besser geht.
    Es ist ein toller Austausch.
    Vielleicht gibt es ja noch Eltern, die mir Tipps geben können. Ich würde mich freuen.


    Schöne Grüße Peti

    Hallo Zusammen,


    ich habe Euch schon 2x von meinem 20 jährigen Sohn geschrieben, der eine untherapierte Angsterkrankung hat und brauche einfach mal einen Rat oder Zuspruch, was unser Zusammenleben angeht.
    Mein Sohn hat mit 16 Jahren seinen Realschulabschluß als Schulbester gemacht. Er hat sich selbst unter Druck gesetzt, wollte immer der Beste sein.
    Er fühlte sich ständig krank, war ängstlich, usw.
    Es wurde dann eine Depression diagnostiziert. Es sollte Tabletten nehmen (hat er aber aus Angst vor den Nebenwirkungen nicht). Da diese Angst im Kindesalter bereits schon mal auftrat, habe ich seine damalige Therapeutin kontaktiert und er hat wieder eine Therapie begonnen.
    Eigentlich ging seit damals alles nur noch bergab - inklusive meiner seelischen Verfassung!!!
    Hier eine schnelle Kurzform: Beginn eines Besuchs auf dem Gymnasium (Beginn Waschzwang, Depression,...) mit der Therapeutin Abbruch der Schule erarbeitet, Beginn Praktikum im Fitnessstudio, extremer Kraftsport. Das ganze ging von Oktober bis April. Dann hat er beim Praktikum Panikattacken bekommen und wollte dort nicht mehr hin. Seine Therapie hat er abgebrochen, er meint, sie bringe ihm nichts.
    Es kam eine Zeit voller Panikattacken, Angst vorm Leben, Angst vor Krankheiten, Depression, nicht Aufstehen wollen,...
    Er hatte eine therapeutische Pflegerin, die ihm helfen sollte. auch das hat er nach 2x abgebrochen, weil er meinte, er schaffe alles selbst.
    Also hat er sich wieder auf einem Gymnasium angemeldet. Dort war er dann vom Sommer bis Januar und hat auch das abgebrochen, um dann im nächsten Sommer eine Schule zum Physiotherapeuten anzufangen. Dort war er mit einem Freund, wollte wieder bester sein, hatte Spaß, hat gelernt,...
    bis der Freund die Ausbildung abgebrochen hat. Da hat auch mein Sohn aufgegeben. Er ist einfach nicht mehr losgegangen.
    Im Sommer dann erneuter Besuch bei einem anderen Gymnasium und Abbruch nach dem Halbjahr.
    Er hält einfach nichts durch. Sobald irgendetwas passiert, knickt er ein und bricht alles ab.
    Jetzt will er einfach nur arbeiten gehen, aber er sucht sich keinen Job. Ich verstehe, dass es Corona nicht einfacher macht, aber ein Minijob würde schon gehen.
    Sein Leben finanzieren wir ihm. Wir geben ihm sein Kindergeld und kaufen natürlich für ihn ein, da er bei uns wohnt und isst.
    Da er noch keine 25 Jahre ist, sind wir dazu verpflichtet, ihn zu unterstützen.
    Dieses Leben ist so kräftezehrend, dass ich einfach nicht mehr kann. Es gibt täglich Streit ums Geld, ums Aufräumen,...
    Mein Mann hält sich raus wo er kann. Er macht Ansagen, dass es kein weiteres Geld gibt, aber ich muß das durchsetzen.
    Jetzt kommt dazu, dass er eine Freundin hat, die ungefragt bei uns mit in sein Zimmer gezogen ist. Mein Sohn ist glücklich mit ihr. Das gönne ich ihm auch.
    Aber sie hat 6 Wochen vor der Prüfung ihre Ausbildung geschmissen. Sie versucht zwar, noch zur Schule zu gehen, um zur Prüfung zu können, aber das ist nur 1x in der Woche.
    Die andere Zeit gammeln sie nun zu zweit bei uns rum und bringen mich zum Verzweifeln. Ihre Mutter findet meinen Sohn schrecklich, sie meint, er wäre an allem Schuld (von seiner Erkrankung weiß sie nichts) - zu uns hat sie keinen Kontakt.
    Dani hat mir mal geschrieben, dass mein Sohn noch jung ist und eben nicht den geraden Weg geht sondern ein paar Kurven nimmt.
    Das versuche ich mir immer wieder einzureden. Aber es ist alles so schlimm. Ich glaube, dass ich als Mutter total versagt habe.
    Alle jungen Leute in unserer Umgebung gehen ihren Weg nur unser nicht.
    Was sollen/können wir tun? Wird es je besser?
    Schöne Grüße
    Peti

    Hallo;


    danke für Eure Antworten.
    Ich wollte mir nur einmal alles vom Herzen schreiben, habe gar nicht unbedingt damit gerechnet, dass jemand aus dem Forum reagiert. Deshalb habe ich mich gefreut.


    Es stimmt, dass ich immer stark war und habe deshalb auch immer nach externer Hilfe gesucht. Wir waren bei der Erziehungsberatung (unser Sohn wollte nicht mit), haben beim Sozialamt angerufen (ob es eine Möglichkeit gibt, dass er zu Hause weg kommt), hatten eine psychatrische Pflegerin zu Hause (eigentlich sollte sie mit unserem Sohn eine Tagesstruktur erarbeiten - er hat aber nach dem 2. Termin abgeblockt), dann hatte ich Termine.
    ...Das alles hat nichts gebracht. So lange er keine Hilfe will, kann nichts besser werden.
    Ich weiß das und deshalb ist es für mich so schwer, das hinzunehmen.
    Ich habe jetzt eine Psychotherapie begonnen und hoffe, dass ich dort lerne, mit meinem Sohn und seiner Krankheit besser umzugehen.
    Im Moment bin ich am Ende meiner Kraft, will einfach nur, dass es vorbei ist - am besten, dass er weg ist.
    Für diesen Gedanken schäme ich mich so, aber ...


    Schöne Grüße
    Peti

    Hallo Zusammen,


    ich muß mir einfach mal meine Sorgen von der Seele schreiben. Ich glaube helfen kann niemand.
    Im März und April habe ich bereits von meinem 20-jährigen Sohn berichtet, der eine nicht therapierte Angsterkrankung hat. Ich möchte einfach mal schreiben, was bei uns los ist.
    Besonders schlimm war seine Angst vor Krankheiten bzw. die Angst zu sterben.
    Daraus hat sich ein Waschzwang entwickelt. Für mich als Mutter war das alles schon schwer auszuhalten. Bis er 18 war, habe ich ihn zu verschiedenen Ärzten gefahren, damit ihm einfach bestätigt wird, dass ihm nichts fehlt. Als er dann 18 wurde, konnte er allein hinfahren. Trotzdem war immer ich seine Ansprechpartnerin. Bei jeder Angst und jeder Panikattacke. Aber therapeutische Hilfe wollte er nie in Anspruch nehmen.
    Mit meiner Psyche ging es immer weiter bergab. Eine psychatrische Pflegerin hat zu mir gesagt, dass ich zu viel für ihn tue.
    Also versuche ich, mich seit 2 Jahren abzugrenzen. Was aber nicht immer gelingt, denn er wohnt bei uns und ich kriege hautnah mit, was alles so läuft bzw. nicht läuft.
    Mein Mann ist beruflich sehr eingespannt und selten zu Hause. er kennt die Dinge immer nur von meinen Erzählungen.
    Der Werdegang: mit 16 Abschluß der Realschule als Klassenbester, Beginn exesiv Sport zu treiben und nichts zu essen. Seit dem Essstörung., In der Zeit war er in Therapie, die ihm scheinbar nichts gebracht hat.
    Mit 17 Besuch eines beruflichen Gymnasium, oft geschwänzt, keine sozialen Kontakte gefunden, Beginn einer Depression. Also hat er mit seiner Therapeutin besprochen, das Gymnasium abzubrechen und sich ein Praktikum zu suchen. Dort war er dann Schichtbetrieb. wir haben ihn hingefahren, da er kein Bus fahren wollte - bis die erste Panikattacke kam. Er war allein bei der Arbeit, konnte dort nicht weg.
    Arzt, Krankenhaus, nach Hause...und nie wieder zur Arbeit. Seine Therapie hat er dann abgebrochen.
    Von April bis Juni 2018 hat er nur im Bett gelegen, hatte Angst, ich war seine Bezugsperson. Für mich als Mutter war das alles schwer mit anzusehen.
    Dann hat er sich zum Fachabitur angemeldet. 3 Tage Betrieb, 2 Tage Schule. Er hatte aber nicht die Kraft oder vielleicht keine Lust, sich einen Betrieb dafür zu suchen.
    Am ersten Schultag ist er zur Schule. Hat gemerkt, dass er das mit dem Arbeiten im Betrieb nicht schafft. Deshalb aufs Wirtschaftsgymnasium gewechselt.
    Dort das gleiche Spiel. Oft geschwänzt, frech zu den Lehrern,.... abgebrochen.
    Er hat sich wieder was Neues gesucht. Schulische Ausbildung mit zwei Freunden zusammen. Drei Monate war alles gut. Waschzwang wurde besser, Angst schien weg. Dann haben die zwei Freunde aufgehört und wieder....abgebrochen.
    Im Sommer hat er dann bei seinem ersten Gymnasium angefragt, ob er dort weitermachen kann. Konnte er. Also ist er jetzt mit 20 wieder Schüler, schwänzt, steht nur unregelmäßig auf. Hat jetzt schon Attestpflicht und ich sehe, auf was das hinaus laufen wird.... Nämlich Abbruch!!!!
    Er hat einen Freundeskreis von Arbeitslosen und ist mit denen ständig unterwegs. Kommt eigentlich nur zum Schlafen nach Hause.
    Seit einem halben Jahr spielt er auch noch (vielleicht, um ein Glücksgefühl zu bekommen???).
    Er hat sein gesamtes Erspartes bereits verspielt und verkauft gerade alle Wertgegenstände, die er noch hat.
    Ich denke immer, dass es doch irgendwann mal enden muß, aber es wird immer schlimmer!!!! Und wir Eltern wir gucken zu.
    Wir versuchen ganz konsequent ablehnend zu sein (kein Extra-Geld), aber so ist an ein Familienleben überhaupt nicht mehr zu denken.
    Ich heule nur noch, schleiche durchs Haus damit ich nur nicht in Kontakt mit ihm treten muß. Habe keine Kraft mehr.
    Man wacht mit Sorgen auf, schläft mit Sorgen ein.
    So habe ich mir früher das Eltern sein nicht vorgestellt.
    Könnt Ihr das nachfühlen? Oder bin ich ne schlechte Mutter, weil ich nicht mehr kann?


    Schöne Grüße
    Peti

    Hallo Marlene,


    ich kenne alles was Du erzählst nur zu genau. Ich habe jahrelang bei meinem Sohn mit im Bett gelegen oder ihn bei uns schlafen lassen.
    Heute weiß ich, dass das falsch war. Seine Bindung zu mir ist dadurch viel zu eng geworden. Mittlerweile kann ich es nicht mehr aushalten, dass immer nur ich sein Ansprechpartner bin.
    Ich glaube nur eine gute Therapie kann da helfen.
    Ich würde niemals wieder so lange warten sondern alle Hilfsmöglichkeiten ausschöpfen.
    Bei unserem Sohn war es so, dass er auf einmal vor allem Angst hatte. Der Kinderpsychologe wußte nach einem Vierteljahr auch nicht mehr weiter und so ist mein Sohn mit 9 Jahren in den Sommerferien in eine psychatrische Klinik gekommen.
    Dort hat er gelernt, mit seinen Ängsten umzugehen bzw. sie auszuhalten. Natürlich hatten wir Eltern ein schlechtes Gewissen, dass wir ihn dort hingegeben haben, aber nach dem Klinikaufenthalt war alles wieder gut.
    Wir hatten dann 5 normale Jahre, doch dann kam die Angst wieder. In der Pubertät wollte er sich dann aber nicht mehr auf die Therapeutin einlassen und meinte, sie bringe ihm nichts. Er hat eine erneute Therapie abgebrochen. Wir konnten nichts machen, da er nun schon zu alt war.
    Inzwischen ist er erwachsen und hat eine nicht therapierte Angststörung. Dadurch geht sein ganzes Leben den Bach runter und wir leiden mit.
    Ich will Dir absolut keine Angst machen, aber ich glaube, dass Deine Tochter sich jetzt noch helfen lässt.
    Halte den Therapeuten auf dem Laufenden, frag, wie Ihr Euch verhalten sollt oder such nach einem anderen, der besser passt.
    Uns hat der Erziehungsberater vom Landkreis auch weitergeholfen (allerdings erst in der Pubertät) - auch wenn mein Sohn dort nicht mit hin wollte.
    Ich drücke Euch die Daumen, dass es bald besser wird. Verstehe, dass bei der ganzen Familie die Nerven blank liegen.
    Schöne Grüße
    Peti

    Hallo Marlene,


    ich kann Dich so gut verstehen!!!! Wir haben einen mittlerweile erwachsenen Sohn mit einer Angststörung und auch ich habe schon ganz viele schlimme Dinge zu ihm gesagt, die man als Mutter nicht sagen sollte, weil wir einfach so verzweifelt und hilflos sind.
    An Eurer Stelle würde ich die Verhaltenstherapeutin mit einbeziehen. Ihr habt doch bestimmt einen Kontakt und könnt sie informieren, was zu Hause los ist. Dort kann man Euch vielleicht sagen, wie Ihr Euch verhalten sollt.
    Bei uns war es nämlich so, dass mein Sohn bei der Therapie kaum was von seinen Problemen erzählt hat und sie dann auch nicht dran arbeiten konnten.
    Allerdings kam es bei der Therapeutin unseres Sohnes nicht so gut an, dass ich mich immer eingeschaltet habe.
    Sie meinte, mein Sohn und ich wären zu eng miteinander.
    Ich habe dann das andere Extrem gemacht und ihn mit seiner Angst allein gelassen. Allerdings war er da schon 16 Jahre.
    Das war leider auch nicht richtig.
    Ich würde ihr Mut machen, dass sie Freunde finden wird und ihr aufzeigen, dass Sie doch auch beim Fussball und reiten Freunde finden kann.
    Euch als Eltern drücke ich die Daumen, dass es nur eine Phase ist und wünsche Euch viel Kraft!
    Peti

    Garkeins geht auch für mich wirklich nicht.
    Wir sind froh, dass er nach dem vielen Hin und Her versucht, sein Leben irgendwie in eine Bahn zu kriegen.
    Allerdings weiß ich nicht, wieviel Geld das Richtige ist.
    Jetzt kommt noch ein ganz anderes großes Problem dazu.
    Er hat angefangen zu spielen. Wir müssen ihm das Geld also genau zuteilen damit er es nicht verspielt.
    Sobald er von einer Situation überfordert ist, fährt er in die Spielhalle, um sich abzulenken.
    Heute hat er das erste Mal gesagt, dass er glaubt, dass er doch eine Therapie braucht.
    Doch wo bekommt man da Hilfe? Ich habe ihm gesagt, dass er Morgen zu seiner Hausärztin fahren soll und über seine Probleme reden soll. Ob die da die richtige Ansprechpartnerin ist, weiß ich nicht, aber es muß doch ein Anfang gemacht werden.
    Schönen Sonntag an alle
    Peti

    Hallo Zusammen,


    mein Sohn hat seit Abschluss der Realschule mehrere Versuche auf weiterführenden Schulen unternommen, sein Abitur zu machen.
    Leider haben er und seine Krankheit sich dabei im Weg gestanden und er hat alles bisherige abgebrochen.
    Eigentlich wollte er dann lieber eine Ausbildung machen, um Geld zu verdienen, da er nie mit seinem Taschengeld auskommt
    Aber auch das ist dann nichts geworden und er hat sich jetzt mit 20 Jahren wieder auf einem beruflichen Gymnasium angemeldet und ist auf unser Taschengeld angewiesen.
    Wieviel Taschengeld zahlt Ihr Euren erwachsenen Kindern bzw. würdet Ihr ihm zahlen?


    Über Antworten würde ich mich freuen, danke.
    Peti

    Hallo Ines,


    jetzt ist der Freitag ja schon gewesen. Wie habt ihr die Situation gemeistert?
    Ich hätte Dir nicht wirklich einen Rat geben können. Aber mein Mann und ich hätten uns wahrscheinlich ins Wohnzimmer zurück gezogen und die beiden Verliebten kochen lassen.
    Ich finde sowas eigentlich total toll - sie machen was sinnvolles zusammen und machen es selbständig allein.
    Sowas gibt es bei uns nicht. Mein Sohn hat eine Angsterkrankung und diesbezüglich eine Essstörung (weil er Angst hat, krank werden zu können). Er würde nie hier mit seiner Freundin stehen und sich was kochen.
    Wie gesagt, deshalb würde ich alles dafür tun, dass er die Küche für sich haben würde.
    So hat jeder seine eigenen Sorgen.
    Ich drücke die Daumen, dass seine Freundin einen positiven Einfluss auf deinen Sohn hat und würde Dir vorschlagen, mal mit Deiner Therapeutin über die Situation zu sprechen.
    Schöne Grüße
    Peti

    Hallo Ines,


    vieles, was Du schreibst kommt mir bekannt vor - wenn auch in einem anderen Zusammenhang.
    Ich habe mir wegen unseren Problemen Rat bei der Erziehungsberatung vom Landkreis geholt. Die sind zuständig bis die Kinder 21 Jahre alt sind.
    Das tat mir gut und hat auch etwas geholfen. Mein Sohn hat sich leider geweigert, mal mitzukommen, um seine Sicht der Dinge zu erklären.
    Es ging aber fast immer um Grenzen setzen.
    Wie gesagt, wir versuchen jetzt, streng zu sein und nichts für ihn zu machen. Mein Sohn soll merken, dass er als junger Erwachsener selbst die Verantwortung für sich übernehmen muss.
    Während ich dies gerade schreibe, diskutiere ich mit ihm über Wäsche waschen. Er hat keine saubere Unterhose und sauberen Socken mehr im Schrank (zieht die immer in seinem Zimmer aus und sie liegen dort auf der Erde).
    Natürlich wäre es einfach für mich, sie einfach mit unserer Wäsche zu waschen. Aber mittlerweile bin ich an dem Punkt, dass ich es nicht mehr will.
    Unser Sohn hat so viele Annehmlichkeiten hier zu Hause, da kann er wenigstens das selbst machen. Ich bin nicht seine Putzfrau. So haben wir ihm das auch mitgeteilt.
    Den Schritt mit der Polizei sollte ich auch gehen, da es hier manchmal total eskaliert ist. Mein Sohn ist völlig ausgerastet, wenn wir richtig übel gestritten haben. Er schmiss dann alles kaputt, was er in die Finger gekriegt hat.
    Aber das ist leichter gesagt als getan. Er hätte mir das Telefon entrissen oder wenn ich es geschafft hätte, wäre er abgehauen.
    Da ist dann mein Mann eingesprungen. Ich habe meist per WhatsApp Bilder geschickt, was passiert ist und er hat meinem Sohn dann geschrieben, dass er das sofort aufzuräumen hat und ihm eine Konsequenz gegeben.
    Komischerweise hat mein Sohn da immer reagiert.
    Zum Thema Brote für die Schule machen, kann ich auch noch was beitragen:
    Ich habe das immer gemacht - oder Essen gekocht, was dann den Ansprüchen meines Sohnes (aber wegen seiner Angsterkrankung) nicht genügt hat. Dies hat er dann entweder mit bösen Worten abgelehnt oder es weg geschmissen. Mich hat das total getroffen oder ich war verärgert.
    Eine psychatrische Pflegerin hat mich dann gefragt, warum ich mir das antue. Er sieht nicht so aus als ob er verhungert und ist alt genug, sich selbst etwas zu machen oder sich zu kaufen.
    Das beherzige ich jetzt auch. Ich koche für uns, wenn er mit essen möchte, kann er das gern, wenn nicht, dann Pech.
    Ich verstehe Dich soooo gut und kann echt mitfühlen, aber ich glaube, dass Dein Sohn genau wie meiner erst aufwacht, wenn er ganz unten ist, weil ihm keiner mehr hilft.
    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft.


    Schöne Grüße
    Peti

    Hallo Ines,


    das was Du beschreibst, kann ich gut nachvollziehen.
    Ich habe einen 20 jährigen Sohn, der sich ähnlich benimmt wie Deiner. Nur, dass er nicht kifft. Er hat eine nicht therapierte Angsterkrankung und "chillt" sein Leben.
    Wir hatten wegen der Depressionsphase vor etwa 2 Jahren eine psychatrische Pflegerin für ihn, die mit ihm eigentlich eine Tagesstruktur erarbeiten sollte. Auch das hat nicht funktioniert.
    Aber sie hat mir gesagt, dass er sich nicht ändern wird, wenn es keine Veranlassung dafür gibt. Sie und auch eine Therapeutin, die ich aufsuche, haben gesagt, dass er für seine Sachen selbst verantwortlich ist.
    Er muß also jetzt hier seine Wäsche selbst machen oder sich was zu Essen kochen, wenn ihm meins nicht genehm ist.
    Das ist für uns Eltern super anstrengend, aber ich glaube, dass das wirklich sein muß.
    Wir streiten viel und es kann auch sein, dass er völlig austickt. Mir wurde geraten, dann die Polizei zu rufen.
    Diesen Schritt habe ich bisher noch nicht gewagt.
    Vielleicht solltest Du bzw. ihr versuchen, konsequent durchzugreifen. Die fremden Kumpel nicht reinlassen, ...
    Für mich ist das leicht gesagt, ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer die Situation ist.
    Ich leide auf jeden Fall mit Dir und hoffe, dass er wie auch meiner zur Besinnung kommt.
    Schöne Grüße
    Peti

    Hallo Dani,


    schön, dass Du die Zeit findest , mir ein paar Ratschläge zu geben.
    Betreutes Wohnen gibt es bei uns sicher auch, aber wenn er nicht will? Wir können ihn doch nicht zwingen!?
    Ich war im letzten Jahr mehrfach bei einer Erziehungsberatung. Dort wurde mir gesagt, dass wir ihn unterstützen müssen, bis er 25 Jahre ist.
    Das sitzt mein Sohn jetzt aus!!!!
    Ich drohe fast wöchentlich damit, ihn raus zu schmeissen, aber diese Drohung nimmt er ja überhaupt nicht ernst, da er weiß, dass wir uns keine Wohnung für ihn leisten können.
    Wie sollten wir denn an einen Platz für betreutes Wohnen kommen, wenn er das nicht will?
    Letztes Jahr wurde mir von einer psychatrichen Pflegerin gesagt, dass es eine Zerrüttungsbescheinigung gibt.
    Wenn man die hat, zahlt das Sozialamt.
    Ich habe jetzt den Erziehungsberater noch einmal angeschrieben. Wenn wir eine "Zerrüttungsbescheinigung" hätten, könnte er ausziehen.
    Hier geht es an keinem Tag normal zu. Ich komme von der Arbeit nach Haus und finde in jedem Raum eine Müllhalde vor.
    Für mich ist das kaum noch auszuhalten. Mittlerweile würde ich gern eine Therapie machen, um mit der Situation irgendwie umzugehen, aber man bekommt ja nirgendwo einen Platz.
    Ich halte Dich/Euch auf dem Laufenden, ob es irgendwie besser wird.
    Schönes Wochenende
    Peti

    Hallo noch einmal,


    jetzt sind schon mal wieder ein paar Wochen vergangen und ich wollte doch noch einmal eine Rückmeldung geben.
    Dani: Eine eigene Wohnung kommt für meinen Sohn nicht infrage, weil er kein eigenes Geld verdient und wir uns das nicht leisten können.
    Ein betreutes Wohnen fände ich absolut sinnvoll, aber davon will er nichts wissen. Für meinen Sohn ist es doch im Hotel Mama am bequemsten und dass er Probleme hat und eigentlich auch wieder eine Therapie braucht, verdrängt er. Mit der Vermeidungstaktik klappt das ganz gut.


    Mein Mann hat ihm jetzt das Taschengeld gestrichen. Er sagt solange wir hinter ihm her putzen, behalten wir das Taschengeld als Bezahlung.
    Aber auch das lässt ihn kalt. Geld leiht er sich jetzt bei Freunden.


    ...ich habe das Gefühl, dass jetzt alles nur noch schlimmer geworden ist. Um zu provozieren, wirft er die Taschentücher jetzt absichtlich neben den Mülleimer.
    Im Zimmer liegen Berge voller dreckiger Wäsche. Es stört ihn einfach nicht. (Früher während seiner Angst vor Krankheiten, wäre das gar nicht gegangen.)
    Da kann ich drüber wegsehen, gehe eben einfach nicht ins Zimmer, aber dass er alle anderen Räume vermüllt, geht für mich gar nicht.
    Heute war wieder so ein Tag. Er hat nach Geld für Einkaufen gefragt (dass er keine Ausbildung mehr macht, hatte ich ja bereits erwähnt). Also habe ich ihm Geld gegeben, damit er für sich Obst, Joghurt und Pizza kaufen konnte.
    Die Pizza hat er mittags gleich gemacht. Teller auf die Spülmaschine gestellt. Pappkarton und Umverpackung daneben.
    Also habe ich ihn gebeten, den Teller in die Spülmaschine zu stellen. ...Nichts. Er saß vorm Fernseher.
    Sowas macht mich wahnsinnig. Also wollte ich ihm die Fernbedienung wegnehmen, um auszuschalten, damit er seinen Teller wegstellt.
    Das ging nicht. Also habe ich sein Handy gegriffen und da ging es los. Er war so wütend, dass er alles was um ihn rum lag auf die Erde geschmissen hat und hat so geendet, dass ich heulend aus dem Haus gegangen bin.
    Ich bin mittlerweile durch die lange Zeit seiner Angsterkrankung und dieser Tyranei so angegriffen, dass ich nur noch heulen könnte.
    Ein Zusammenleben ist für mich kaum noch auszuhalten. Dazu kommt noch Corona und Homeoffice, was alles nicht einfacher macht.
    Hat nicht jemand ein paar sinnvolle Tipps, wie wir unser Zusammenleben etwas harmonischer hinkriegen ohne, dass wir die Angstellten und er der Pascha sind/ist?


    Schöne Grüße
    Peti

    Hallo Dani,


    schön, dass Du dich meldest.
    Mein Sohn macht wirklich Garnichts. Er schließt nicht mal den Schrank nachdem er sich ein Duschhandtuch genommen hat. Man kann sich das überhaupt nicht vorstellen.
    Die meiste Zeit war/bin ich so resigniert, dass ich es selbst alles mache nur um nicht diskutieren zu müssen.
    Mein Mann ist da anders. Zum Beispiel liegen seit einer Woche Unterlagen meines Sohnes auf dem Esstisch, die er nicht mehr braucht und wegräumen könnte. Mein Mann hat am ersten Tag gesagt, dass er es tun möchte, dann am 2. Tag noch einmal. Passiert ist nichts.
    Jetzt hat mein Mann die Fernbedienung vom Fernseher weg geräumt, so dass mein Sohn bei Langerweile kein Fernseh gucken könnte.
    Er nimmt das so hin, macht dann eben was anderes.
    Von der Wäsche hatte ich ja schon geschrieben. Da bin ich weiterhin konsequent. Mittlerweile quillt der Wäschekorb in seinem Zimmer über. Er wäscht einfach nicht. Zieht eben schmutzige Sachen mehrfach an (das wäre früher während seiner Angstphasen nicht gegangen).
    Gestern hat er spät am Abend geduscht. Ich habe ihn gebeten, das Badezimmer hinterher aufzuräumen.
    Das hat er natürlich wieder nicht gemacht. Mittlerweile bin ich einfach nur noch wütend.
    Also habe ich alles genommen, was auf der Erde lag und in sein Zimmer geschmissen.
    Kindisch von mir, aber ich kann da nicht anders.
    Im Moment sitze ich im Homeoffice und mein Sohn macht ne Radtour. Eben hat er mich angerufen, gefragt, ob ich Zeit habe und kurz in den Nachbarort kommen könnte, um ihm ne Flasche Wasser zu bringen.
    Hab ziemlich unfreundlich nein gesagt und aufgelegt.
    Er denkt ich mache schon was er möchte, aber er macht nichts!!!!
    Ich denke, er weiß wie man Ordnung hält. Nur machen mußte er es nie wirklich selbst, weil ich ja immer hinter ihm hergeräumt habe.
    Dass er uns zuliebe irgendentwas macht, glaube ich nicht.
    Die Fronten sind im Moment so verhärtet, weil wir wegen dem erneuten Abbruch der Ausbildung so enttäuscht sind und ihm das auch offen gezeigt haben bzw. die finanzielle Unterstützung gekürzt haben.


    Was denkst Du und natürlich alle anderen. Kann ich sein Verhalten noch in die richtigen Bahnen lenken?
    Schöne Grüße
    Peti

    Hallo Zusammen,


    ich habe vor ein paar Monaten bereits von meinem 19 jährigen Sohn berichtet, der gerade dabei ist, seine dritte schulische Ausbildung abzubrechen. Das ist nur wegen Corona momentan nicht möglich.
    Dani hat mir geantwortet, dass sein Verhalten mit seiner Angsterkrankung zu tun haben könnte. Ich versuche also mir nicht mehr sooo viele Sorgen zu machen und zu hoffen, dass er seinen Weg machen wird.
    Allerdings habe ich aufgrund seiner Angsterkrankung scheinbar in seiner Erziehung alles falsch gemacht. Ich habe ihm vieles abgenommen, was ich jetzt versuche zu korrigieren.
    Dazu gebe ich mal ein paar Beispiele: Er duscht, anschließend schwimmt das Badezimmer, die Handtücher und die dreckige Wäsche liegen auf der Erde rum. Da wir wegen der Angst immer nur Sorgen hatten, habe ich also stillschweigend alles weggeräumt.
    Genauso ist es mit Wasserflaschen. Mein Sohn benutzt unser Leitungswasser nicht. Wenn er seine Zähne putzt, macht er sich eine Flasche Wasser auf, spült mit dem Wasser den Mund aus und stellt die Flasche irgendwo in der Nähe des Badezimmers ab. Den Rest aus der Flasche trinken, würde er nicht.
    Taschentücher dürfen nur an einer bestimmten Stelle stehen damit er sie benutzt. Dann geht er dort hin, benutzt sie oder nimmt ein Tuch, um sich den Mund abzuwischen und lässt die Tücher genau dort liegen.
    Das passiert mit allem. Durch seine Angsterkrankung war ich selbst auch psychisch so angeknackst, dass ich nicht die Kraft hatte, mit ihm auszudiskutieren, wie er sich hier zu verhalten hat. Um nicht noch mehr Streit in der Familie zu haben, (weil mein Mann das Benehmen nicht so hinnehmen wollte), habe ich agiert. Alles gemacht, um nur etwas Ruhe zu haben.
    Jetzt ist die Angst meines Sohnes irgendwie in den Hintergrund getreten (obwohl Corona und er Angst vor einer Ansteckung haben könnte/Müsste).
    Allerdings sieht es hier zu Hause nun aus wie auf einer Müllhalde und ich versuche, dagegen etwas zu tun. Obwohl ich den Streit, der entsteht kaum aushalten kann.
    Wäsche wasche ich schon länger nicht mehr und aus seinem Zimmer räume ich auch selten etwas (dreckiges Geschirr dann doch manchmal).
    Aber sonst räume ich hinter ihm her, weil man sonst niemanden reinlassen könnte und ärgere mich - am meisten über mich selbst.
    Hat jemand eine Idee, wie ich meinem Sohn das Hotel Mama so schlecht wie möglich machen kann?
    Am liebsten hätte ich, dass er ausziehen würde und dann in seinem Chaos leben kann, aber wie bereits geschrieben, er hat keine Ausbildung und wir sind unterhaltspflichtig für ihn....
    Danke für hoffentlich ein paar Anregungen.


    Schöne Grüße
    Peti