Lehrerin schließt Tochter von Unterricht aus

  • Hallo zusammen, ich wende mich hier an dieses Forum da ich einfach nicht weiter weiß.


    Meine Tochter besucht derzeit die 1. Klasse einer regulären Grundschule. Sie hat diagnostiziertes ADHS und verhält sich daher manchmal auffällig im Unterricht. Ihre Lehrer wissen alle bescheid, jedoch kann nur eine Handvoll damit umgehen. Ganz schlimm ist es bei der Klassenlehrerin. Diese unterrichtet Deutsch, Mathe und Musik. Es kam jetzt schon öfters vor, dass meine Tochter aus dem Unterricht geworfen wurde wegen total unverständlichen Gründen. Erst letzte Woche wurde sie aus dem Deutschunterricht geworfen, weil sie nicht still sitzen bleiben konnte. Zum einen Erfahre ich immer von meiner Tochter, wenn sie mal wieder rausgeworfen wurde aber auch von der Lehrerin selbst die das schön jedes mal in ihr Hausaufgabenheft schreibt. Natürlich habe ich auch schon das Gespräch mit besagter Lehrerin gesucht, diese zeigt sich jedoch unverständlich. Es hieß nur: "Sie ist ein Schulkind, da muss man es ja wohl schaffen still zu sitzen.". Vom ADHS wollte sie nichts hören, das sei ja nur eine "Ausrede" und ich wolle ja nur verdecken dass mein Kind verhaltensauffällig ist.

    Die Schulleitung interessiert das ganze Thema auch nicht, diese ist der Meinung dass die Lehrerin einfach handeln muss damit der Unterricht nicht gestört wird. Komischerweise wird sie nur von dieser Lehrerin vom Unterricht ausgeschlossen und von keinem anderen.


    Die Situation die heute geschehen ist bringt mich echt um den Verstand. Meine Tochter erzählte mir als sie nach Hause kam sie wurde von der Lehrerin im Musikunterricht angeschrien nachdem sie Instrumente ausgeteilt hat und meine Tochter eine Triangel(!) fallen lassen hat. Sie durfte dann natürlich mit keinem anderen Instrument spielen und musste den Rest der Stunde da sitzen. Sie erzählte mir, dass sie irgendwann anfing zu weinen und die Lehrerin deshalb lachte und meinte sie wäre ja selbst Schuld.

    Als mir meine Tochter das erzählt hat bin ich sofort in die Schule gefahren um ein Gespräch zu suchen. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht gab ihre Lehrerin das zu, was meine Tochter mir erzählte und meinte: "Wenn Sie dafür aufkommen wollen wenn ihre Tochter die Instrumente kaputt macht, gerne.". Nochmal, es handelte sich um eine Triangel...


    Da meine Tochter auf eine sehr kleine Grundschule geht, gibt es dort auch leider nur eine erste Klasse (wir leben auf dem Land) und somit ist ein Klassenwechsel nicht möglich. An sich würde ich sie gerne auf eine andere Schule schicken, aber mit den Öffis ist die nächste Schule mehr als eine halbe Stunde entfernt, fahren kann ich sie auch nicht jeden Tag.


    Ich weiß einfach nicht was ich tun soll, hat jemand ein paar Ratschläge?


    Liebe Grüße,

    Melanie

  • Hallo Melanie!


    Es tut mir sehr leid, dass dein Kind und du diese Erfahrung machen müsst und das trotz gesicherter Diagnose. Das geht ja fast schon in Richtung Diskriminierung, was ich persönlich sehr schlimm finde.


    Du hast alles richtig gemacht: Das Gespräch mit der Lehrkraft und mit der Direktion gesucht. Einzig gehören zu einem fruchtbaren Dialog eben mehr als nur eine Partei - und das scheint hier nicht der Fall zu sein.


    Darf ich fragen, von wem deine Tochter beaufsichtigt wird, wenn sie "aus dem Unterricht geworfen" wird? Wie wird das gelöst? Wer ist dann zuständig? Das interessiert mich persönlich.


    Ich würde dir gerne folgenden Tipp geben: Gut überlegen, ob du deine Tochter die nächsten Jahre gerne an *dieser* Schule wissen möchtest. Wenn das der Fall ist, dann ist ein Kämpfen sicher ratsam (und meinem Eindruck und meiner Erfahrung nach werden das dann trotzdem Kämpfe gegen Windmühlen werden). Wenn nicht, dann würde ich keine Energie mehr in *diese* Schulsituation stecken, sondern in die passende Alternative. Jetzt in der 1. Klasse ist ein Wechsel noch relativ leicht möglich, weil sich noch keine sehr starre Gemeinschaft gebildet hat. Das wird immer schwieriger werden...


    Der Schulweg würde mich persönlich absolut nicht abschrecken, wenn sich ein Mehrwert daraus ergibt. Meine Kinder sind innerhalb Wiens eine halbe Stunde gefahren, weil uns eine ganz bestimmte Schule/Schulform wichtig war und wir haben das alle miteinander nie bereut. Das spielt sich rasch ein. :)


    Alles Liebe!

  • Hey Melanie

    Dani hat völlig Recht mit dem was sie schreibt, deswegen werde ich es auch nicht wiederholen.


    Ich könnte mich echt schräg lachen über die Aussage der Lehrerin " Vom ADHS wollte sie nichts hören, das sei ja nur eine "Ausrede" und ich wolle ja nur verdecken dass mein Kind verhaltensauffällig ist " und frage mich gleichzeitig wie blöd diese Frau wohl ist ! ADHS = Verhaltensstörungen= Verhaltensauffälligkeiten, das Kind kann nicht still sitzen und zappelt nicht rum um die Lehrer zu ärgern.

    Wenn ich sowas höre, könnte ich ...


    Nun sage ich dir was ich tun würde:


    Ich würde bei der für euch zuständige Landesschulbehörde anrufen und mich sowas von beschweren.

    Dann um Hilfe bitten, deine Tochter auf eine andere Schule zu bekommen, denn ich sehe bei euch nicht, das dass zerrüttete Verhältnis zur Lehrerin wieder hergestellt werden kann. Die Lehrerin kann dein Kind einfach nicht leiden. Das ist meine Meinung.

    Wenn es keine Möglichkeit gibt das du deine Tochter zur anderen Schule bringen kannst, erkundige dich ob es ein Schultaxi gibt/ ob du eines für die Kleine beantragen kannst.


    Zudem kannst du versuchen Fahrkosten von deiner Stadt zu bekommen um Buskarte/ km- Geld zu bekommen.


    Diese Lehrerin hat wohl ihren Beruf verfehlt!


    Zudem würde mich auch sehr interessieren, wer deine Tochter beaufsichtigt, wenn sie vor die Klassentür gestellt wird, Aufsichtspflicht Verletzung 😉!

  • Hallo Melanie,


    das hört sich wirklich schlimm an wie diese Lehrerin mit deiner Tochter umgeht. Deine Tochter ist ja noch so klein und kann sich nicht wehren - aber anscheinend kommt diese Person mit Ihrem Verhalten durch.


    1. Entscheidung für oder gegen diese Schule treffen.

    Wird diese Lehrerin noch länger dort unterrichten? Nochmals das Gespräch suchen mit einer zweiten Person die dich unterstützt (Mann oder eine dritte Person), die ärztliche Diagnose mitbringen, diese können und dürfen Sie gar nicht anzweifeln. Schriftlich festhalten wie die Lehrer/innen mit deiner Tochter umgehen sollen, falls es zu "Problemen" kommt.


    > falls dieses Gespräch keinen Erfolg bringt einen Mediator etc. mit hinzuziehen.


    2. Alle "Vorfälle" würde ich genaustens schriftlich dokumentieren

    Wenn die Schulbehörde nicht rasch reagiert würde ich einen Anwalt hinzuziehen und die Lehrerin persönlich und die Schule anzeigen bzw. das tun was der Anwalt rät. Unbedingt einen guten Fachanwalt, evtl. öffentliches Recht oder Sozialrecht - da bin ich überfragt.


    3. Schulwechsel anstreben

    Vermutlich ist diese Lehrerin verbeamtet, also kann ihr (fast) nichts passieren. Aus diesem Grund wird wahrscheinlich Punkt 1 und 2 keinen Erfolg bringen. Deshalb bleibt dir dann nur dein Kind zu schützen und die Schule zu wechseln. Unbedingt mit der neuen Schule besprechen wie diese mit ADHS Kindern umgehen!


    Alles gute.

    Grüße Lars

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