Beiträge von MutterVonElias

    Liebe Dani, ich stimme dir da in allen Punkten zu. Ich hätte natürlich am liebsten, dass mein Mann erziehungstechnisch auch so denken würde wie ich. Dann wäre es leichter und ich könnte mich blind darauf verlassen, dass alles seinen Gang nimmt. Das ist aber nur selten der Fall. Bei meinem Mann kommt es mir häufig so vor, als wenn er Elias wie einen Hund abrichten will. Blöder Vergleich und sicher auch übertrieben beschrieben, aber es wird von meinem mann vieles erwartet, was Elias noch garnicht können/verstehen kann, weil es eben ein Erwachsenending ist.


    Na ja... wir arbeiten weiter dran ;)

    Sorry, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Die Stimmung ist ein Auf und Ab. Ein großes Problem, was ich analysieren konnte, ist, dass mein Mann und ich nicht gleich ticken in der Erziehung. Und unser Sohn leidet dann darunter bzw. muss es ausbaden. Teilweise ist es dann so, dass mein Mann etwas (in meinen Augen unverhältnismäßig) ahndet und ich ihm da häufig reingegrätscht bin. Also vor Elias. Das ist etwas was ich gerade versuche zu ändern, indem ich meinem Mann alleine sage, dass ich das nicht richtig finde. So hat Elias nicht die Chance uns unsere Uneinigkeit wie einen Spiegel vorzuhalten und mein Mann kann seine angedrohte Konsequenz noch einmal überdenken und mit Elias alleine klären. Sonst untergrabe ich damit die Autorität meines Mannes und dazu kommt, das Elias meint, dass er mit mir alles machen kann.


    Beispiel von gestern:

    Abendessen, es gibt 2 Sachen die alle mögen, 1 Sache die Elias zwar mag, aber nicht so gerne.

    Ich habe ihm davon aber trotzdem eine Minilöffel auf den Teller gegeben, weil es Gemüse ist und ich es einfach möchte, dass er das isst. Elias hat dann die beiden Sachen, die er gern mag gegessen und sich das Gemüse bis zum Schluss aufgehoben. Dann probiert und er wollte es nicht weiter essen, weil er es so nicht mochte (es war Kohlrabi, die er eigentlich gerne isst, aber diesmal mit einer hellen Soße, die er nicht mochte).

    Mein Mann hat dann rumgebollert, dass Elias das auf jeden Fall essen muss und wenn nicht, darf er diese Woche nicht bei seinem Freund schlafen und am nächsten Tag auch nicht an dem Ausflug mit dem Freund und dessen Familie teilnehmen. Für mich total unverhältnismäßig! Ich habe dann Elias auch noch mal gebeten, dass er das Gemüse isst, aber er wollte nicht. Er war dann ganz geknickt, wegen des Verbots meines Mannes. Eine klassische Erpressung war das und genau das mag ich nicht - wobei ich das Mittel auch schon häufig verwendet habe (leider).

    Meinen Mann hab ich heute früh dann gebeten, dass mit Elias zu klären, weil das einfach ungerecht ist. Jetzt bezieht sich mein Mann mir gegenüber aber darauf, dass es ihm nicht nur um das Nichtessen geht, sondern weil Elias sauer reagiert hat, als er das Verbot bekommen hat. Ich frage mich jetzt, wie soll Elias denn reagieren wenn er so eine unverhältnismäßige Konsequenz aufgezeigt bekommt? Darf er dann nicht sauer sein?

    Mein Stand jetzt ist, dass ich nicht weiß wie die beiden verblieben sind. Die sind zu Hause und ich arbeite im Büro. Bei uns sind gerade Ferien.


    Sehe ich das ganze falsch? Gibt es noch einen anderen Blickwinkel, den ich berücksichtigen sollte?


    Wie macht ihr das? Wie schafft ihr es, dass man nicht in jeden Streit, jede Meinungsverschiedenheit alles auf den Tisch bringt, was einen schon öfter / länger gestört hat?


    Ich bin müde von dieser ganzen Erziehungs-/Partnerschaftssache..... manchmal wünsche ich mir, dass ich mal 3 Monate einfach nur alleine meinen Alltag bewältigen kann und mich nicht immer um irgendwas kümmern muss.

    Hey Dani, genau da will ich hinkommen. Leider ist gerade das Zähneputzen bei uns immer wieder Kriegsschauplatz. Quasi seit er das alleine macht. Wir waren schon ganz oft bei der Zahnreinigung mit ihm, weil er sogar schon eine Füllung brauchte. Und mit der festen Klammer muss er da noch besser drauf achten, macht er aber leider nicht.

    🤷🏻‍♀️

    Hallo Dani, ich freue mich, dass ich zumindest im Ansatz etwas richtig gemacht habe. Dass er nicht zur Schule gegangen ist, hat mir auch nicht gefallen, nur leider bin ich überhaupt nicht mehr an ihn rangekommen. Dazu kam, dass ich total überfordert war.


    Die Idee in seinem Beisein in der Schule anzurufen und ihm 1 Stunde Zeit zum Beruhigen zu verschaffen, gefällt mir. Da bin ich garnicht drauf gekommen. Sollte ich mir merken.


    Heute Nachmittag wollte er nicht zum Training gehen (Basketball) und fing schon wieder an zu sagen, dass er nicht geht und keine Lust hat. In dem Moment rief mein Mann an und sagte, dass er fast zu Hause sei und ihn zum Training bringen könnte. Ich hab dann in Elias Beisein zugesagt und dafür böse Blicke geerntet. Am Ende war er trainieren und wir haben ihn zusammen abgeholt und waren spontan zusammen Essen. Das tat uns allen gut.

    Ich habe ihm vorhin noch einmal deutlich gesagt wie leid mir mein Ausflippen tut und dass ich ihn liebe.


    Wegen des Zähneputzens will ich eigentlich keine Kompromisse eingehen, aber bevor eine Situation noch einmal so eskaliert, werde ich lieber einknicken.


    LG

    Guten Tag!

    Ich moechte eine Situation schildern, fuer die ich unterstützende Tipps benoetige.


    Heute morgen wollte mein Sohn direkt aus dem Bett zur Schule fahren. Das Bad wollte er auslassen. Ich sollte ihm sein Rad rausstellen (kommt er alleine nicht dran, weil das Auto davor steht) und er wuerde dann zur Schule fahren. Er muss um 7.40 Uhr los und es war 7.30 Uhr. (Gefrühstückt wird um 9 Uhr in der Schule nach der 1. Stunde.) Ich kam gerade aus dem Bad und war noch nicht so weit, um vor die Tür zu gehen und habe gesagt, dass ich das Rad rausstelle, wenn er die Zähne geputzt hat. Er meinte dann, dass ich da lange warten koennte und er dann eben nicht zur Schule geht. Der Ton war bis zu diesem Zeitpunkt zwischen uns ganz normal. Er ging dann ins Wohnzimmer. Ich habe mich dann angezogen, bin runter und habe fuer ihn und mich das Essen zum Mitnehmen vorbereitet, weil ich auch zur Arbeit wollte. Dabei habe ich ihn mehrfach aufgefordert ins Bad zu gehen. Er wollte mich dann erpressen, indem er meinte, dass ich zuerst das Rad rausstellen soll und dann wuerde er die Zähne putzen. Ich habe mich da aber nicht drauf eingelassen und ihm gesagt, dass ich das Rad rausstelle, wenn ich zur Arbeit losfahre und er gleichzeitig zur Schule.

    Als ich das Essen fertig vorbereitet hatte, wollte er noch immer nicht ins Bad. Da war ich langsam sauer, weil es auch schon an der Zeit war, loszufahren (7.40 Uhr). Ich habe ihn dann versucht ins Bad zu schieben, aber er wurde dann laut, hat rumgebrüllt, mich immer weiter provoziert und sich absolut respektlos verhalten. Ich wurde beschimpft und er hat angefangen in meine Richtung zu schlagen, zu boxen, zu treten.

    Da ist bei mir eine Sicherung durchgebrannt und ich habe zurueckgebrüllt und ihn letztlich geschlagen. Dann eskalierte das noch weiter und er hat mich zurueckgeschlagen. Das ganze ging dann hin und her. Er hat rumgebrüllt, mich noch mehr beschimpft. Gebracht hat alles nichts. Er ist noch immer nicht ins Bad, hat mich permanent angeschrien. Zur Schule zu fahren hat er sich dann geweigert, er hat geheult, ich hab geheult... normales Reden war dann erstmal nicht mehr moeglich, alles was ich gesagt habe, wurde mit Anschreien beantwortet. Ich hatte keinen Zugriff mehr auf ihn. Ich war hilflos. Zum Glueck habe ich die Moeglichkeit Homeoffice zu machen, also bin ich zu Hause geblieben. Ich hab dann dieses anonyme Elterntelefon angerufen und ein langes Gespräch gefuehrt. Was das deeskalieren angeht, hat man mir dort sehr gut geholfen. Ich wurde in meiner Autorität gestärkt und gleichzeitig wurde mir klar, dass ich nicht alleine Schuld an der Situation bin, sondern die Provokation meines Sohnes auch nicht ausser Acht gelassen werden darf. Mein Verhalten macht das nicht besser, das steht selbstverständlich ausser Frage. Ich habe mich dafuer auch entschuldigt.

    Um die Situation zu Ende zu berichten: Sohn ist zu Hause geblieben, weil ich ihn nicht "erreichen" konnte. Ich habe nach dem Telefonat mehrfach versucht mit ihm zu reden. Er hat sich verweigert. Irgendwann habe ich dann meine Arbeit gemacht und ihm vorher gesagt, dass er ja weiss wo er mich findet.

    Vor 1,5 Stunden kam er dann zu mir und hat sich dafuer entschuldigt, dass er mich so doll provoziert hat. Er haette die Zähne nicht putzen wollen, weil es schon so spät war. Er schlug dann vor, dass wir uns beide vom anderen etwas wünschen duerfen. Ich sollte anfangen. Ich habe mir dann von ihm gewünscht, dass er mich immer lieb hat und sich an die Regeln bei uns zu Hause hält. Er meinte dann, dass er das hinbekommt. Und er hat sich dann gewünscht, dass ich nicht mehr so ausflippe. Daraufhin habe ich gesagt, dass ich auch nicht ausflippen werde, wenn er mich nicht so provoziert. Na ja... jetzt sind wir beide wieder "normal" zueinander.


    Wie soll ich reagieren, wenn er in diese Spirale gerät, wo er sich verweigert (z.B. wegen des Zähneputzens)? Es einfach hinnehmen? Ist es falsch, wenn ich solche Regeln durchsetzen will? Ich frage mich, ob das schon in seinen alleinigen Verantwortungsbereich gehört. Aber eigentlich denke ich, dass er mit 11 Jahren noch annehmen muss, wenn er etwas machen soll, wie z.B. das Zähneputzen. Er schadet sich, wenn er es nicht macht. Er trägt eine feste Zahnspange und muss deshalb besonders gründlich mit seinen Zähnen umgehen. Macht er aber grundsaetzlich nicht gerne, so dass das immer wieder zu Diskussionen mit ihm fuhrt. Abends stehen wir immer dabei, wenn er putzt, damit er es vernünftig macht. Morgens meistens auch. Je nachdem wieviel Zeit ist, aber eigentlich ist das morgens immer problemlos / bis auf heute.


    Vielleicht bekomme ich noch Tipps von euch?