Sohn zieht sich zurück...

  • Vor zirka.zwei Jahren war unser Sohn 21 noch sehr kontaktfreundlich und immer mit Freunden unterwegs , hatte eine Freundin mit der er sich gut verstand, aber seit diese ihn Sitzen gelassen hat ist er total verändert,er hat seit dem überhaupt keinen Bock mehr was zu unternehmen und zieht sich in sein Zimmer zurück, und das seit zwei Jahren, er ist uns gegenüber recht freundlich, aber wenn wir ihn auf seine Situation ansprechen dann blockt er und wird wütend, wir versuchen ihn mit uns Unternehmungen zu machen damit er raus kommt raus kommt aus dieser Einsamkeit in seinem Zimmer, aber er blockt meistens ab und hat zu nichts wirklich Lust.
    Sein ganzer Lebensinhalt dreht sich nur noch um die Spielkonsole mit der er sich die meiste Zeit beschäftigt, Ich weiß keinen Rat mehr wie ich ihn helfen soll, und habe Angst das er Depressiv ist.

  • Hallo! :)


    Oje, das klingt nach "normalem" Rückzug aufgrund von Liebeskummer, der sich dann irgendwie manifestiert hat. Eventuell hängt auch die Corona-Situation ein wenig damit zusammen? Ich meine, es ist momentan nicht besonders einfach, jung zu sein und sich auszuleben... Geschlossene Lokale, Clubs, Kinos, keine Konzerte, dazu Abstand und Maske. Ich hätte mich als junger Erwachsener wohl auch zurückgezogen! Die Auswirkungen auf genau diese Altersgruppe sind doch sehr immens...


    Ein paar Fragen zu eurer Situation:


    Macht er irgendetwas (Ausbildung, Job, etc.) bzw. gibt es irgendeine Art von Struktur?
    Gab es vorher schon Tendenzen in eine depressive Richtung oder ist das neu? (Ich bin mit "Diagnosen" immer recht vorsichtig, die müssen Fachleute stellen und dürfen nicht spekuliert werden - und selbst da gibt es sehr häufig Fehldiagnosen)
    Wie lange war er mit der Freundin zusammen? Wie war sein Sozialleben vor und während der Beziehung? (Gerade in jungen Jahren kommt es nicht selten vor, dass man sich zu sehr auf die große Liebe konzentriert, seine Freunde vernachlässigt und mit Ende der Beziehung blöderweise keine mehr hat...)


    Alles Liebe!

  • Ausbildung Abgebrochen ....Freunde haben sich in Luft aufgelöst ...der beste Freund hat sich seit 3 Monaten nicht mehr blicken lassen....Reden und Fragen sind ihm unangenehm dann wirkt er gereizt.

    Sein Tag verbringt er im Bett TV und Spielkonsole.

  • Hallo! :)


    Keine Ausbildung/keine Tagesstruktur und nur Bett/Spielkonsole, da entspinnt sich natürlich ein Teufelskreis! :( Die Wahrscheinlichkeit von "keiner Struktur" stufenlos auf "Ausbildung/normales Sozialleben" zu kommen, ist sehr gering. Da braucht es konstante Zwischenschritte.


    Ich würde an deiner Stelle probieren, vom "Reden und Fragen" ein wenig zu "Verlangen" überzugehen. Er ist nicht mehr minderjährig und wird ja mehr oder weniger von euch versorgt, nehme ich an. Da würde ich ein Minimum an "Kooperation" abverlangen. Wie dieses Minimum ausschauen soll, müsst ihr ausmachen. Wichtig ist, dass es schaffbar ist und stetig gesteigert werden kann.


    Ob das nun ein regelmäßiger Spaziergang/kurze sportliche Aktivität ist, ein kleiner Einkauf, den er für die Familie erledigt, kleine Arbeiten im Haushalt/Garten, ein gemeinsames Essen alle zwei Tage, die regelmäßige Dusche - egal... Aber es muss schaffbar sein und ihn von Bett und Konsole wegholen... Wieder in eine Aktivität und Struktur zu finden, ist leider wirklich nicht einfach, wenn das total weggebrochen ist.


    Alles Liebe!

  • Hallo.


    bei uns zu Hause ist es ähnlich nur aus anderen Gründen.

    Ich denke auch, dass es ganz wichtig ist, dass Euer Sohn eine Tagesstruktur bekommt. Als unser Sohn wegen seiner depressiven Verstimmung nicht mehr aus dem Bett gekommen ist, hat die Fachärztin für Psychatrie uns eine psychatrische Pflegerin geschickt, die mit ihm eine Tagesstruktur erarbeiten sollte. Das hat zwar nicht funktioniert, aber verstanden haben wir die Idee dahinter auch.

    Unser Sohn bricht (vielleicht wegen seiner Krankheit) jede Ausbildung nach kurzer Zeit wieder ab und lebt auf unsere Kosten. Wir haben ihm jetzt das Taschengeld reduziert. Entweder er muß Bewerbungen abschicken oder sich mit dem Arbeitsamt diesbezüglich in Verbindung setzen oder er bekommt kein Geld.

    Das klappt ganz gut, aber seine depressive Phase ist momentan vorbei und er möchte etwas unternehmen und braucht dafür Geld.

    Wenn euer Sohn sich nur zurück zieht, dann klappt das vielleicht nicht.

    Ich denke, da solltet Ihr Dani`s Vorschläge beherzigen und ihn Einkaufen lassen, oder so damit er mal raus kommt.

    Viel Erfolg

    Peti

  • Ich persönlich finde "Tagesstruktur" sehr wichtig. Man darf dabei aber nicht übersehen, dass das individuell sehr breit gefächert ist... Für manche Menschen in Tiefphasen ist es schon ein großer Erfolg, jeden zweiten Tag duschen zu gehen, ab und zu einen kleinen Einkauf zu erledigen, beim Essen am Familientisch zu sitzen o.ä. Auch kleine Schritte sind wichtige Schritte! :)

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!