Mein mann und ich wissen nicht was wir tun sollen?

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    • Was Sie noch machen können... In Bezug auf den Kontakt mit dem Sohn aktuell nicht viel, weil Sie alle Möglichkeiten ausschöpfen. Persönlich, schriftlich, zuvorkommend, auf Augenhöhe und liebevoll... Sie haben das Wichtigste überhaupt schon getan - ihm vermittelt, dass Sie da sind, zu ihm halten und er sich immer an Sie wenden kann. So er das möchte, wird er das tun!

      Das Schlimmste an der Sache ist eigentlich stets die Einsicht, nichts erzwingen zu können. Kommt von Ihrem Sohn nichts, sind Ihnen erst mal die Hände gebunden, aktiv etwas zu tun. Kommt er nicht nach Hause, sind die Möglichkeiten ebenfalls begrenzt. Ja, man kann ihn mit der Polizei holen lassen (und geht das so weiter, kann das vielleicht tatsächlich in Betracht gezogen werden). Nachhaltig helfen wird das nur, wenn es bei ihm zu einem Umdenken kommt. Will er weg, wird er immer wieder "entkommen". Auch Jugendliche, die fremduntergebracht sind, sind häufig abgängig. Ein Jugendlicher, der abhauen möchte, den hält man nicht so leicht davon ab...

      Was in Ihrer Situation ganz gut läuft (in Anbetracht der unerfreulichen Umstände): Er hält Kontakt! Die Alternative - absolute Funkstille - ist die deutlich schlechtere Variante in diesem Zusammenhang. Das ist natürlich nur ein schwacher Trost, aber zumindest das...

      Was ich Ihnen in dieser Situation nun raten würde: Eine Erziehungsberatungsstelle aufzusuchen. Das ist vermutlich effektiver, als die Polizei einzuschalten (die nicht viel machen kann, außer ihn zu suchen, ggf zurück zu bringen und evtl. Meldung beim Jugendamt zu machen). Der Schule ggü würde ich extrem kooperativ mit offenen Karten spielen. Sofern ich die Meldung beim Jugendamt vermeiden möchte, würde ich das ganz deutlich kommunizieren und die Maßnahmen zurückmelden, die Sie setzen (Erziehungsberatung, wertschätzende Kontaktaufnahme).

      Eine sehr verzwickte Situation. Es tut mir leid für Sie! :( Ich verstehe auch Ihren Mann. In solchen Situationen möchte man handeln und so die Situation geraderücken ("Sohn ist wieder zu Hause"). Ohne das Mitwirken des Sohnes wird das aber dauerhaft nicht funktionieren...

      Wenn ein Gespräch mit dem Sohn stattfinden kann, sollte diesem zudem rückgemeldet werden, dass sein Verhalten das Jugendamt auf den Plan rufen kann und das es dann möglich ist, dass Maßnahmen gesetzt werden, die weitreichende Folgen haben können. Er ist mit 15 nicht zu jung, um die Ernsthaftigkeit der Lage zu erkennen!

      Alles Gute!
    • Guten Morgen und vielen Dank für ihre Hilfe. Und ihrer netten Worte. Sie haben recht dass es ein kleiner Trost ist.
      Ich bin momentan sehr durcheinander und sehe einfach keine Lösung. Ihre Nachricht gestern Abend haben uns nochmal zum Nachdenken gebracht. Nein Mann und och haben uns nochmal zusammen gesetzt und darüber gesprochen was wir tun können.
      Wir haben ihm erneut eine Nachricht gesendet. Haben ihm geschrieben dass wir für ihn da sind. Wenn er es denn zulassen kann. Auch haben wir ihn gebeten in die Schule zu gehen. Zudem haben wir ihn eine Frist gesetzt. Er soll bis Sonntag um 16 zuhause sein sonst sehen wir uns in der Pflicht zu handeln! Dass wir die Polizei alarmieren und dies beim Jugendamt gemeldet wird.
      Er hat es gelesen aber es kam nichts zurück.
      Wir haben einen Anruf vorhin von der Schule bekommen dass er anwesend sei und wir jetzt gleich einen Termin mit dem Direktor haben. Wir werden unsere Situation berichten und uns anschließend auf ihrer Empfehlung hin eine Beratungsstelle suchen. Jetzt heißt es wieder warten ob er denn bis Sonntag heim kommt.
      Es ist sehr schwer für mich. Ich kann nicht schlafen weil ich immer denke er könnte jederzeit kommen. Habe keinen Hunger. Die Situation ist einfach unerträglich.
      Gruß Marina
    • Hallo,
      zunächst ist mein Sohn am Samstag morgens um ca 4 Uhr völlig betrunken heim gebracht worden. Wir waren überrascht und einerseits auch erleichtert. Allerdings die Tatsache dass er völlig betrunken war, war nicht so super. Den jungen der unseren sohn nach Hause gebracht hatte, kannten wir nicht und sahen ihn zum ersten mal. Haben ihn nach seinen Namen gefragt und woher sie sich kennen. Auch wollten wirbwissen ob unser Sohn bei ihm war. Allerdings war dieser junge nicht besonders gesprächig. Irgendetwas wird uns verheimlicht.

      Nun der Termin beim Direktor war soweit gut. Er hat mit sich reden lassen dass wir zusammen arbeiten werden. Und vorerst kein Jugendamt informieren werden.

      Wir haben heute unseren Termin in der Beratungsstelle gehabt. Dort haben wir alles geschildert was momentan schief läuft. Jetzt haben die uns angeboten unseren Sohn vorbei zu bringen und sie suchen das Gespräch mit ihm. Ob Er darauf reagiert wissen wir noch nicht.
      Er ist übrigens seit dem zu Hause. Heute haben wir ihn ohne wenn und aber in die Schule gebracht und wieder abgeholt. Er ignoriert uns völlig und ist nur auf seinem Zimmer. Alles was wir sagen kommt irgendwie nicht bei ihm an. Egal was wir fragen oder sagen. Ohne Kommentar. So kenne ich ihn nicht. Sonst hatte er immer einen Spruch parat oder Aussagen "oh ne" "Was das ist unfair" ... es kommt einfach gar nichts. Er wirkt sehr bedrückt und völlig in Gedanken.

      Werden später das Gespräch noch einmal suchen. Mal sehen was daraus wird. Das kann doch alles nicht wahr sein. Er macht mich noch verrückt.
      Gruß marina
    • Dass von der Schule Support zu erwarten ist, ist eine feine Rückmeldung. Super auch, dass Sie die Beratungsstelle aufgesucht haben und auch Ihren Sohn motivieren werden, dort vorstellig zu werden. Überhaupt tun Sie ganz, ganz viel und das finde ich großartig. Sie lassen es nicht gut sein, sondern gehen der Sache auf den Grund und versuchen durchzudringen. Irgendwann (!) wird Ihr Sohn Ihnen das danken... :)

      Wie läuft es aktuell?

      (Dass der Knabe, der ihn heimgebracht hat, nicht allzu gesprächig war, ist verständlich. Ist man den eigenen Eltern schon nicht wirklich, fremden noch weniger... Aber: Er hat ihn heimgebracht und nicht irgendwo betrunken liegen lassen... Das zeugt von einem wohlgesinnten Umgang und Reife, trotz der unangenehmen Situation...)

      Alles Liebe!
    • Hallo
      der haussegen hängt jetzt wieder Schief.
      Es wird immer schlimmer und im November hat mein sohn auch noch Geburtstag und wird 16jahre. Wie soll das nur weiter gehen.
      Zuerst hat uns die Schule kontaktiert dass er erneut Ärger gemacht hat -sich wieder geprügelt- und in der Pause beim rauchen erwischt worden ist. Dann hat er im Sportunterricht glatt gelogen er hätte kein Sportzeug dabei -obwohl er heute morgen seinen Beutel mit hatte. Zuzüglich hat sich der vertrauenslehrer etwas umgehört und es kursieren ein paar Gerüchte über meinen Sohn an der schule. Ob ich da aber glauben schenken soll weiß ich nicht. Es wird ja öfter mal was erzählt oder Art "mobbing" findet statt...

      Direkt nach der schule hatte mein Sohn, den Termin in der Beratungsstelle. Mein Mann ist mit ihm dorthin gefahren. Es musste völlig eskaliert sein, weil er sich patu geweigert hatte mit ihnen zu sprechen. Ist von dort auch wieder verschwunden. Mein mann kam ziemlich aufgebracht nach Hause. Könne sie sich ja vorstellen.
      Ich dachte wirklich es wird besser aber sowas.. Jetzt habe ich bei seinem ehemaligen besten Freund angerufen und dort nachgefragt ob er von dem weiß, was über meinem Sohn erzählt wird und auch gefragt ob da etwa wahres dran sein könnte.... aber es ist wie Lauffeuer.. einer hört was und dann wird es weiter erzählt....
      Überlegen gerade ob wir später die Polizei einschalten oder nicht... habe meinen Sohn erneut geschrieben und Sanktionen angedroht. Zurück kam noch nichts. Hoffe das zieht wieder nicht dass er es darauf anlegt.. Was ich ehr befürchte..
      achja er wusste übrigens von den Beratungstermin!

      Den gestrigen Tag hat er übrigens keine Probleme soweit gemacht. War nach wie vor ruhig und auf seinem Zimmer nach der schule! Mir ist aufgefallen dass er plötzlich komplett andere Musik hört..

      Nun das ist der aktuelle stand...
    • Hallo und danke für das update!

      Hm, das mit der Erziehungsberatungsstelle habe ich fast vermutet. Das liegt aber tatsächlich nicht an Ihrem Sohn, sondern es wäre extrem ungewöhnlich gewesen, hätte er sich dort tatsächlich geöffnet. Solche Beratungsstellen dienen in erster Linie Erwachsenen, um Strukturen, Dynamiken und Handlungen zu reflektieren. Jugendliche sind per se schon sehr verschlossen. Dass sie sich quasi fremden Personen so ohne weiteres öffnen, kommt in der Regel nicht vor. Ich arbeite zum Teil mit jungen Erwachsenen und im Schnitt dauert es 1-2 Jahre, bis ein zartes Vertrauensverhältnis geschaffen ist (und das bei wöchentlichen Terminen). Das nur, damit Sie das nicht als "klappt nicht" abhaken. Die Beratungsstelle sollten in erster Linie Sie und Ihr Mann nutzen! :)

      Bzgl. "Es ist nichts mehr zu machen": Das ist das, was ich bei einem vorherigen Beitrag meinte... Es ist ein riesiges Akzeptieren dessen, dass man als Elternteil hier kaum mehr Einfluss hat. Sie können für ihn da sein, Sie können Unterstützung anbieten, Sie können seine Hand nehmen, wenn er sie Ihnen entgegenstreckt. Und darüber hinaus können (und müssen!) Sie darauf vertrauen, dass Sie ihm das richtige Rüstzeug mitgegeben haben, sodass er es schafft, Hilfe anzunehmen, wenn es notwendig ist (und so reflektiert und wertschätzend, wie Sie klingen, gehe ich davon aus, dass das der Fall ist).

      Dass er in der Schule wieder auffällig geworden ist, ist schlecht... Dass er dort war, ist gut. Dass er anscheinend wieder vermehrt zuhause ist, ist ebenfalls gut. Ich würde diese "kleinen" Dinge (er ist halbwegs fassbar) als positiv sehen und mich an denen stützen... Das ist nicht nichts! Er bemüht sich, zu entsprechen! Es gelingt ihm im Moment nur leider nicht so, wie es angemessen und wünschenswert wäre... Bzgl. der Prügeleien würde ich ihn ohne viel Aufsehens wiederholt darauf aufmerksam machen, dass er strafmündig ist und das übel ins Auge gehen kann. Ist er von Natur aus eher aufbrausend und gewaltbereit? Lässt er sich drauf ein, wäre hier eventuell auch Anti-Aggressions-Training hilfreich. Für viele Jugendliche ist das tasächlich "lässig" und es hilft tatsächlich, die Wut (die vermutlich vorhanden ist) strukturiert und in geschütztem Rahmen rauszulassen....
    • Guten Abend.. entschuldigen sie dass ich mich jetzt erst melde... es ist einfach so viel los.. wo soll ich anfangen...ich Versuch mal alles zu rekonstruieren..


      MITTWOCH: Also zunächst zu dem Versuch, dass mein sohn in dieser Beratungsstelle erscheinen sollte war ein Angebot von der Stelle. Die arbeiten mit sogenannten "streetworkern" zusammen und diese haben "in der Regel einen guten draht" zu den Kids... dieser nette Herr wollte ein gesrpäch mit meinem Sohn suchen ganz unverbindlich. Der rückschluss war dass dieser streetworker jetzt zumindest mal meinen sohn gesehen hat.
      Mein Mann und ich sind nach wie vor dort und lassen uns beraten. Allerdings ist dieses akzeptieren nach wie vor schwer für mich verdaulich...

      DONNERSTAG:
      Er war nicht zum Unterricht erschienen. Ist auch vergangene Nacht nicht heim gekommen. Nachrichten von uns hatte er gelesenen aber nicht geantwortet.

      Bezüglich ihren Vorschlag mit diesen "Anti Aggression Training". Das haben die uns von der Stelle auch vorgeschlagen, allerdings war der Aspekt mehr dahinter den Grund zu finden warum er sich so verhält.. sprich wir waren am Donnerstag, vergangene Woche, wieder in der Schule.
      Dort haben wir ein Gespräch mit dem Direktor und dieser vertrauenslehrerin geführt. Wir haben erfahren dass sie sich mit dem "gegner" unterhalten haben warum sie Streit miteinander hatten. Aus diesem Gespräch haben wir erfahren dass dieser meinem Sohn Geld geschuldet hatte im Wert von 120 Euro. Woher mein sohn so viel Geld hat und was der andere junge damit gemacht hat ist nach wie vor unklar.. zuhause haben wir sämtliche Konten, geldbüchsen und sparbücher sowie unsere Wertsachen kontrolliert und nichts fehlte... Also von uns hatte er es nicht geklaut! Bzw er war ja kaum zuhause.. wäre mir lieber wenn er es von uns "geklaut-geliehen-entwedet" hätte dann wüsste ich wehningtens woher das Geld kommt.

      FREITAG: So dann am Freitag habe ich wieder einen Anruf von der Schule bekommen, dass mein sohn wieder nicht anwesend war. er ist ja seit Mittwoch weg !! Schule macht uns langsam Druck das wir handeln müssen, allerdings habe ich mit engelszungen eingeredet dass wir erst nach den Ferien das Jugendamt einschalten, wenn wir bis dato kein Erfolg schaffen.. Haben jetzt Schulferien. Also bleibt uns jetzt diese Woche um alle Hebel in Bewegung zu setzten und meinen Sohn zur Vernunft zu bringen.. ich habe Wahnsingie Angst meinen Sohn so zu verlieren weiß nicht ob sie das nachvollziehen können.. eigentlich weiß ich ja grob dass man uns nur helfen will aber dieses ungute bleibt trotzdem..
      So dann am Abend war ich bei einer Freundin -die Mutter, wo unsere Söhne beste Freunde waren- um mal rauszukommen. Mein mann hat auf unsere kleine aufgepasst.

      Im Laufe unseres Gespräches ist ihr Sohn dazu gekommen und hat sich erkundigt wie es denn meinen Sohn ginge. Wir haben mit ihm lange gesprochen und dieser hat daraufhin beschlossen seinen Kumpel-also meinen sohn- zu suchen.
      Zusammen mit seinem Kumpel -waren ja immer ein trio- wollen Sie ihren Freund zurück haben. Worüber ich wahnsinnig dankbar war, dass sie mir -uns helfen wollen.

      SAMSTAG: war es endlich soweit. Ich habe die ganze Nacht nichts schlafen können, weil ich jetzt wieder Hoffnung geschöpft habe. Die zwei "ehemaligen besten freunde" haben von uns ein Taschengeld bekommen -für mc donald- und zusammen sind sie gegen 17uhr losgegangen. Das warten war die Hölle. Erst nachts um elf habe ich von der Mutter ihres Sohnes einen Anruf bekommen. Die beiden Jungs haben meinen Sohn relativ schnell ausfindig gemacht. Jetzt wussten wir sicher, dass mein sohn wieder bei diesem fremden jungen ist, der ihn mal nach Hause gebracht hatte. Er geht an eine andere Schule und wohnt auch dort. Wir leben leider in einer Großstadt. Deshalb kannten wir ihn nicht. Die Kids haben offenkundig mehr Kontakte zu anderen Schulen wie wir "alten".. wirklich erstaunlich.
      Allerdings die schlechte Nachricht dieser junge ist nicht gerade unbekannt was uns Bauchschmerzen gemacht hat, was uns über diesen erzählt worden ist. Leider haben wir keine Telefonnummer herausfinden können um dessen Eltern mal zu kontaktieren. Sie stehen nicht im Telefonbuch.

      Sonntag haben wir meinen Sohn wieder eine Nachricht hinterlassen leider wieder ohne Erfolg. Mein mann und och haben beschlossen nochmals abzuwarten auch wenn wir fast am Ende unsere Kräfte waren.

      Heute MONTAG sind wir gemeinsam mal zu der Adresse gefahren, wo der junge wohnt. Mit der Hoffnung auf verständnisvolle Eltern zu treffen. Wir wollten einfach das Gespräch Suchen. Auch unseren Sohn sehen.
      Wir sind allerdings sehr unfreundlich abgewießen worden von dessen vermutlich vater. Wir sind schockiert ehrlich gesagt. Der junge muss es nicht gerade schön zuhause haben.
      Auf der Nachfrage ob unser Sohn bei ihnen sei kam nur "die sind seit Samstag weg". Also scheint es diesen Eltern nicht zu interessieren was ihr Sohn macht. Und danach wurde uns die Tür vor der Nase zu gehauen. Ich bin am Boden zerstört so etwas habe ich noch nie erlebt. Ich empfand so etwas immer so weit weg und nicht greifbar.

      So jetzt sind wir wieder zwar um einiges reicher an wissen aber unser ihn ist mach wie vor weg mit diesem anderen jungen! Wir überlegen hin und her was wir jetzt machen werden. Werden jetzt diesen streetworker versuchen zu erreichen und dann mal hören was dieser sagt.
      Gruß Marina
    • Hallo!

      Na da überschlagen sich die Ereignisse... Zunächst einmal möchte ich euch viel Kraft wünschen. Das sind schwere Schritte, die ihr setzen müsst.

      Vielleicht in dem Fall (weil es schon länger geht und er eben immer wieder abgängig ist) ganz gut, dass ihr nun "die Verantwortung abgeben" könnt, zumindest was die Suche angeht. Die Polizei wird ihn vermutlich rasch finden und wer weiß, vielleicht wirkt es doch abschreckend auf ihn und eskaliert nicht vollends...

      Irgendwann muss man wohl "Nägel mit Köpfen" machen. Eure eigenen Möglichkeiten habt ihr (gut und kompetent!) ausgeschöpft...

      Es tut mir sehr leid, dass ihr nun doch in der Situation seid (die Polizei einschalten zu müssen), die ihr vermeiden wolltet. Aber versuche - auch wenn das jetzt nicht leicht fällt - dennoch positive Dinge daran zu sehen. Euch wird geholfen und bei eurem Sohn vielleicht eine Änderung herbeigeführt. Ihr habt euch nichts vorzuwerfen, gar nichts...

      Ich halte euch ganz fest die Daumen. Für eine Wendung und ein letztlich gutes Ende!

      (Natürlich kann man absolut nachvollziehen, dass Sie Angst haben, Ihren Sohn zu verlieren... Der Gedanke ist sehr naheliegend. ABER: Man verliert Kinder nicht so leicht. Das kommt tatsächlich eher seltener vor, dass Wege/Leben dauerhaft auseinander triften. Der wahrscheinlichere Ausgang ist, dass er die Kurve kriegt und diese Wirrungen in einigen Jahren schlichte Vergangenheit sind. Auch, wenn Ihnen das in der Akutsituation nicht viel helfen wird...)
    • Hallo. Ich dachte wirklich es kann nicht mehr schlimmer werden aber jetzt Zweifel ich an meinen Fähigkeiten als Mutter wirklich.
      Gestern Abend hat ihn die Polizei zusammen mit den anderen jungen relativ schnell gefunden allerdings ist die Situation so eskaliert dass mein sohn ins Krankenhaus gebracht worden ist. Ich bin dann gestern nacht noch ins Krankenhaus gefahren zusammen mit meinen ex Mann, da ich mit mein ex das gemeinsame Sorgerecht habe.
      Es hat sich herausgestellt dass mein Sohn Drogen nimmt. Ich weiß wirklich nicht mehr weiter. Mein ex hat alles abgetan es sei doch völlig normal. Sie können sich vorstellen wie ich reagiert habe. Habe ich denn völlig versagt? Wie konnte ich das nicht mitbekommen?
      Fahre später mit meinen mann wieder zu meinen sohn und dann mal sehen wie es weiter gehen soll.. bin am verzweifeln.. Jetzt müssen wir klären ob er schon länger konsumiert oder ob er es nur mal "ausprobiert" hatte.. was kommt jetzt auf uns zu.. Habe so viele Fragen und habe dennoch das Gefühl völlig hilflos daneben zu stehen..
    • Drogen sind übrigens kein Zeichen dafür, dass man als Elternteil versagt hat! Nimmt ein Mensch allerdings Drogen, versucht er etwas zu kompensieren... Dort gilt es dann auch meist anzusetzen. Es ist hier aber definitiv ein Punkt erreicht, an dem die Fürsorge der Eltern alleine nicht mehr hilft und Professionisten benötigt werden. Das funktioniert allerdings nur, wenn der Betroffene das möchte, sich also darauf einlassen kann. Zumindest ein wenig... An Ihrer Stelle würde ich Drogenberatungsstellen in der Nähe recherchieren bzw. im Krankenhaus Kontakte erbitten. Dort kann alles weitere (Sozialarbeiterkontakt, Therapie, evtl Entzug, falls notwenig) in die Wege geleitet werden.

      Alles Liebe!
    • Hallo und zunächst danke für ihre Lieben Worte. Sie spenden etwas Trost und zeigen mir dass ich trozdem auf dem richtigen Weg bin um ihn zu helfen.

      ich gebe nur schnell Info zum aktuellen Stand, weil wir gleich losfahren und unseren Sohn aus dem Krankenhaus abholen werden. Habe davor jetzt wahnsinnige Angst.

      Kurz: er wurde von den netten Herren von der Polizei ins Krankenhaus gebracht weil er völlig neben der Spur war. Sie sagten er habe Halluzinationen gehabt und sie sind kaum von ihm wahrgenommen worden, deshalb haben sie beschlossen ihn vorsichtshalber ins Krankenhaus zu bringen statt mit auf die Wache zunehmen. Die Gefahr war ihnen zu groß. Es war zum Glück keine falsche Entscheidung denn als der Krankenwagen dann dazu kam ist er umgekippt.
      So das andere ist er hatte auch noch eine geringe Menge von diesem Gras dabei. Das heißt wir bekommen jetzt demnächst Post und uns erwarten noch mehr Sorgen. Das Jugendamt hat sich auch schon bei uns gemeldet. Jetzt ist gerade richitg viel los. Weiß gar nicht mehr wann ich zur Ruhe kommen kann.

      Der bluttest hat erbeben dass er Gras und Amphetamine im Blut hatte. Ich bin immer noch sprachlos deswegen. Ich meine mein sohn kommt aus einem guten wohlbehüteten Eltern-Haus. Ist-war eigentlich gut erzogen und jetzt so ein abrutsch? Ich verstehe das nicht.

      Ihm geht es den Umständen entsprechend. Er ist sehr gereizt und aggressiv. War heute morgen erst bei ihm und habe das geprägt gesucht. Habe ihn alles gesagt wie es mir damit geht und ihm bewusst gemacht was er angestellt hatte aber keine Vorwürfe gemacht. Es kam nur "er hasst mich und ich soll mich aus sein Scheis Leben raus halten. Ich habe alles nur noch schlimmer gemacht. Ich könne ihn nicht zuhause einsperren. Er wird eh bald wieder weg sein."

      Jetzt können Sie sicher nachvollziehen warum ich Angst habe ihn jetzt gleich abzuholen.
      Eine drogemberstungstelle haben wir schon kontaktiert aber wir haben erst morgen einen Termin bekommen.

      Gruß Marina
    • Hallo!

      Wohlbehütetes Elternhaus oder nicht: Drogen kommen durch die Bank in allen Gesellschaftsschichten und Elternhäusern vor... Einen Vorwurf brauchen Sie sich in keinster Weise zu machen. Ich glaube, da muss man sich - auch als Elternteil - abgrenzen. Es war/ist seine Entscheidung, etwas zu nehmen. Und damit seine Verantwortung... Ich würde zunächst auch der Frage auf den Grund gehen, ob Sie es tatsächlich mit einer Suchtproblematik zu tun haben, oder ob es ein Ausprobieren war. Da liegen durchaus Welten dazwischen, auch wenn der Grat schmal sein kann. Richtiger Ansprechpartner sind hier aber in jedem Fall auch die Professionisten... Eventuell macht hier eine Selbsthilfegruppe für Sie selbst langfristig ebenfalls Sinn (Co-Abhängigkeit). Aber langsam! Einen Schritt nach dem anderen... Das sind nur Überlegungen. Überfordern Sie sich nicht mit Ihren To-Dos... Vor allem, wenn das Jugendamt nun auch interveniert.

      Ungut, wie ihr Sohn mit Ihnen spricht, auch wenn das der Situation geschuldet ist. Dennoch: Sehr deutlich klarmachen, dass der Umgangston nicht angebracht ist und er dabei ist, sich sein Leben zu verbauen. Sein Leben - seine Verantwortung! Das muss ihm immer wieder klargemacht werden... Alles, was jetzt passiert, wird langfristig Auswirkungen haben. Sie als Eltern sind da. Handeln können Sie (leider) nicht seiner statt...

      Mit dem Jugendamt unbedingt gut kooperieren. Das ist ganz, ganz wichtig!
    • Hallo und danke.
      Ich weiß ich sollte etwas runter fahren aber das alles macht mich so verrückt nichts großartig tun zu können.
      Habe mit ihm eben mehr oder minder gesprochen. Er ist vorhin aufgestanden und hatte in der Küche gefrühstückt. Da habe ich die Chance genutzt. Habe vorsichtig angefangen wie es ihm ginge. Ihm gesagt dass ich für ihn da bin und ihm helfen möchte.
      Aber er sagte nur er muss los. Daraufhin habe ich ihm gesagt dass er Verantwortung für sein Handeln übernehmen muss notfalls auch mit erneuten Konsequenzen da ich ihn liebe und nicht aufgeben will.
      Daraufhin sagte er nur noch. Er kommt vielleicht später wieder. Er müsse das wieder gerade richten was ich verbockt hätte. Keine Ahnung was er damit meinte. Bin auch ein Stück hinterher gelaufen aber er ist einfach weiter gelaufen.
      Jetzt hoffe ich inständig dass er irgendwann heute wieder heim kommt. Sonst werde ich erneut die Polizei einschalten. Das habe ich ihm gesagt und dass ich ihm Vertrauen möchte.

      Nun heute Nachmittag geht es zu dieser drogenberatungsstelle. mal hören was diese uns empfiehlt. Führe inzwischen ein Art Tagebuch um sein Verhalten zu protokollieren damit ich nichts vergess Fall irgendwas von Bedeutung werden sollte.
    • Das mit dem Tagebuch ist eine gute Idee! :)

      Wie ist es denn bei der Drogenberatungsstelle gelaufen?

      (Als Außenstehender wäre mein Eindruck aktuell, dass der Herr Sohn nicht sprechen möchte und auch nicht einsichtig ist... Da verpuffen Ihre Energien momentan, weil er sie nicht annehmen kann. Kümmern Sie sich also lieber eher um sich. Ich habe das Gefühl, dass Ihnen der Kontakt mit Professionisten/Beratungsstellen gut tut. Forcieren sie das weiterhin. Alles, was Sie stark macht, gibt Ihnen im Endeffekt Kraft für die Situation mit Ihrem Sohn...)