Gewichtsprobleme

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    • Gewichtsprobleme

      Hallo, mein Sohn ist 12 Jahre alt, ca.162 cm groß und wiegt 76kg, ich weiß (er auch)dass dies zuviel ist aber wie schaffe ich es, dass es weniger wird. Er möchte zu keinem Arzt oder Ernährungsberater gehen, weil er dann sagen muß wieviel er wiegt und er schämt sich dafür. Ich erkäre ihm immer, dass diese Leute es nicht weiter erzählen und und es nur zu seinem Besten ist aber es bringt nichts. Jetzt gibt es bestimmt einige hier im Forum, die sagen, dann muß man ihn eben zwingen und es nicht durchgehen lassen aber ich möchte diesen Personen gleich sagen, ich werde mein Kind nie zu etwas zwingen und es permanent unter Druck setzen bringt auch nichts. Er ist ein Fleischesser, bei ihm könnte es jeden Tag ruhig Fleisch essen, natürlich ist er auch Obst und Gemüse aber ich glaube es ist zuviel was er ist(Portionen). Wenn wir abends gegessen haben, dann kommt er so zwei Stunden säter und meint er habe Hunger und auch schon Bauchschmerzen, dann biete ich ihm Gemüse an aber nicht immer möchte er dass und wenn ich dann sage, dass er keinen Hunger haben kann, es nur Langeweile oder Appetit ist, wird er sauer und es gibt Streit, er meint dann immer ich glaube ihm nicht und er wüßte ja dass er fett wäre usw.. Ich mache mir große Sorgen um seine Gesundheit, dies sage ich ihm auch, ich erkläre ihm, dass es mir nicht darum geht, dass er schlank ist, sondern gesund ist und bleibt, manchmal denkt er ich schäme mich für ihn, weil er so dick ist aber auch da sage ich ihm, dass es nicht so ist...es ist ein Teufelskreis, denn ich merke schon selber, wie ich ihn damit nerve und auch anfange unter Druck zu setzen(was ich eigentlich nicht möchte)...was soll ich machen...wäre sehr lieb, wenn ich einige hilfreiche Antworten bekommen würde aber bitte keine Vorwürfe, die mache ich mir schon selber...Danke!! mama44
    • Hallo mama44,

      vielen Dank für Ihr Vertrauen und Ihre Offenheit, dieses doch auch heikle Thema so offensiv anzusprechen, auch dass Sie keine Lust auf Vorwürfe und Anklagen haben. Das ist sehr verständlich. Ich finde Ihre fürsorgliche Haltung gegenüber Ihrem Sohn sehr schön. Es ist auch ein Zeichen von Stärke und Mut und großer Wertschätzung, dass Sie so offen sagen, dass Sie Ihren Sohn zu nichts zwingen wollen und dass sie ihn insbesondere nicht mit Gewalt zu einem Arzt oder Ernährungsberater zerren wollen.

      So wie Sie die Situation beschreiben, leiden Sie beide, Ihr Sohn und auch Sie selbst unter seinem Übergewicht und seinem Essverhalten. Er scheint sich zu schämen, Sie machen sich Vorwürfe und vor allem Sorgen.
      Sie sind also beide nicht zufrieden und unglücklich mit dieser Situation.

      Nun stellt sich die Frage, wie sich etwas ändern soll? Ohne eigene Bemühungen, ohne ein Aktivwerden, ohne eigene Anstrengung, also wenn Ihr Sohn und Sie alles gleich weitermachen wie bisher, wird und kann sich nichts ändern.
      Haben Sie dies bereits mit Ihrem Sohn besprochen? Ist ihm dies bewusst, dass er etwas ändern, etwas tun muss? Und haben Sie Ihre Sorgen um ihn deutlich kommuniziert?
      Leider ist es so, dass sich aus dem Essverhalten Ihres Sohnes auch eine ernste Erkrankung in Form einer Essstörung entwickeln kann. Die Übergänge von ungesundem Essverhalten zur Essstörung sind fließend. Je länger er so weitermacht wie bisher, umso schwieriger wird es, aus diesem Verhaltensmuster, dass das Übergewicht verursacht, wieder herauszukommen. Je länger er wartet, umso schwieriger wird es, umso mehr wird er sich unwohl fühlen und unzufrieden sein und umso weniger Antrieb für eine Veränderung wird er haben.
      Hier ein - wie ich finde - sehr informativer Link: bzga-essstoerungen.de/

      Was mich außerdem interessieren würde: Sie schreiben, dass Ihr Sohn am liebsten jeden Tag Fleisch essen würde. Wie ist denn die Esskultur in Ihrer Familie? Wie sieht Ihr gemeinsamer Essensplan aus, d.h. was kommt bei Ihnen denn so auf den Tisch und welche Getränke werden getrunken? Wäre es vielleicht eine Idee, den Speiseplan zu Hause insgesamt für alle zu verändern und das neue Jahr vielleicht sogar zum "Anlass" zu nehmen, als gesamte Familie gesünder und ausgewogener zu essen? So käme Ihr Sohn sich nicht "bevormundet" oder gar "bloßgestellt" vor, sondern Sie würden als Familie gemeinsam aktiv werden.

      Ich wünsche Ihnen alles Gute und freue mich auf Ihre Antwort.
      Klara
    • HalloKlara, danke für Ihre Antwort. Unser Essverhalten, ist total gegensätzlich, mein Sohn mag gern Fleisch, ich hingegen nicht so sehr, ich esse lieber Salat oder Suppen. Ich trinke so 3 Liter Wasser, Tee und mein Sohn Wasser mit geschmack und auchmal Cola, Fanta, Sprite ohne Zucker. Wir haben auch darüber gesprochen, was mich belastet und warum wir was ändern müssen, er versucht es auch schon, er ist jetzt sehr wenig Süsses, isst nicht mehr (versucht) soviel Zwischendurch. Ich werde weiter dran bleiben und ich bin mir ganz sicher, dass wir es schaffen werden.
      LG mama44
    • Hallo mama44,

      danke für Ihre Antwort. Das klingt wirklich nach einem sehr unterschiedlichen Essverhalten. Mich interessiert, wie Sie das organisatorisch machen. Kochen Sie für Ihren Sohn und für sich jeweils separat? War das schon immer so oder können Sie sagen, wann diese so sehr unterschiedlichen Vorlieben entstanden sind? Gemeinsam zu essen und die Mahlzeit gemeinsam zu genießen ist etwas, was emotional auch einen sehr verbindenen Aspekt hat.

      Ich möchte Sie noch auf etwas ganz anderes hinweisen: Light-Produkte (zuckerfreie Bonbons, Kaugummi und vieles mehr), insbesondere Light-Getränke enthalten meistens das Süßungsmittel Aspartam, von dem inzwischen bekannt ist, dass es sehr gesundheitsschädlich ist. Letztlich ist es also sinnvoll, sein Trinkverhalten auf Wasser und ungesüßten Tee umzustellen und dann dosiert zuckerhaltige Geränke zu konsumieren, anstelle von großen Mengen Light-Getränken.

      Herzliche Grüße
      Klara
    • Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, sein Umfeld zu wechseln.
      Z.B. durch eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio oder Boxverein. Dort gibt es jede Menge junge Männer, die als sportliches Vorbild taugen. Möglicherweise findet sich so auch eine Art Coach, der deinen Sohn motiviert, sportlich dranzubleiben. Die Sache mit der Ernährung folgt in diesen Kreisen dann von ganz allein. Schließlich will sich niemand seine Trainingserfolge durch drei Flaschen Cola zunichte machen.
      Herzliche Grüße
      Manuela :)
    • Hallo mama44,

      Manuelas Idee mit einem Verein oder einer Mitgliedschaft im Fitnessstudio finde ich gut. In guten Fitnessstudios wird man gut getreut und bekommt einen Ansprechpartner, der auch einen Ernährungsplan mit einem macht.
      Die Frage ist, ob sich der Junge traut, dort mitzumachen, da es ihm ja bewusst ist, dass er zu viel wiegt.

      Haben Sie denn mit ihm schon einmal darüber gesprochen, ob er sich vorstellen könnte, eine Kur zu machen, um auf diese Weise abzunehmen und Tipps zu bekommen, wie er auch nach der Kur gesund essen kann?

      Insgesamt scheint Ihr Sohn leider bereits ein sehr ungesundes Essverhalten entwickelt zu haben. So wie Sie Ihren Sohn beschreiben, deutet alles darauf hin, dass sein Hungergefühl bereits gestört ist und der Übergang zur Essstörung ist leider fließend.
      Vielleicht haben Sie ja Lust, sich diese Seite einmal genauer anzuschauen, um sich Rat zu holen: bzga-essstoerungen.de/

      Alles Gute wünscht
      Klara