Mein mann und ich wissen nicht was wir tun sollen?

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    • guten Abend

      Es war zunächst sehr befremdlich sich plötzlich in einer drogenberatungstelle zu befinden. Nun wir haben dort unsere Situation geschildert, unseren Sohn beschrieben und das Blut Ergebnis gezeigt. Sie sind der Auffassung dass nach unseren Schilderungen unser Sohn noch nicht so tief versunken sei und man ihn nur helfen könnte wenn er es zulässt.

      Nun zunächst haben wir kruz sehr viel Informationen bekommen. Kurz noch Tipps erhalten wie wir das Vertrauen zu unseren Sohn wieder bekommen könnten. Dies sei sehr wichtig sonst können wir nichts tun -so wurde es uns klar gesagt.
      Ich Frage mich nur ob man wirklich nichts machen kann? Kennen Sie vielleicht keine anderen Möglichkeiten vielleicht noch? Ich mein er ist doch noch minderjährig.
      Uns wurde nah gelegen uns auch in verschiedene Drogen einzulesen. Habe vorhin damit angefangen und finde dies sehr schwer zu verstehen. Wie soll ich denn bitte erkennen wenn mein sohn etwas genommen hat? Ich kann mir das nur schwer vorstellen.

      Aber im großen und ganzen finde ich dies doch irgendwie hilfreich. Danke sie haben recht ich werde wohl mehr auf mich achten müssen. Schließlich habe ich noch eine kleine tochter die mich braucht. Ich werde nächste Woche Donnerstag Abend eine Selbsthilfegruppe besuchen und mir das mal anhören vielleicht können mir andere Mütter und Väter besser helfen damit irgendwie zurecht zu kommen.

      Mein Sohn ist übrigens gestern Abend wieder nach Hause gekommen. Ich habe ihm auch gesagt dass ich mich freue dass er sein Wort gehalten hatte. Allerdings war er sehr niedergeschlagen und wirkte sehr traurig. Als ich nachfragte ist er heulend ausgeflippt und hat sich in sein Zimmer verkrochen. Heute ist er wieder mittags verschwunden und bis jetzt noch nicht da. Ich werde einfach mal warten und hoffen dass er erneut wort hält.
      Soweit der Stand. Gruß Marina.
    • Hallo!

      Ja, die Beratungsstelle hat recht: Ohne dass er möchte, geht gar nichts! Das sagen sie einem gewöhnlich auch gleich zu Beginn und es entspricht der Wahrheit... Sein Leidensdruck muss groß genug werden, damit er aus der Misere heraus möchte...

      Was Sie noch machen können? Zunächst einmal: Sie machen schon ganz viel! :) Die wesentlichen Schritte (für Angehörige) sind Drogenberatungsstelle sowie Selbsthilfegruppe. Vor allem zweiteres ist ganz, ganz wichtig. Das Gefühl, nicht "allein" zu sein, andere Betroffene kennenzulernen und darüber sprechen zu dürfen, ist befreiend und das brauchen Sie dringend. In Selbsthilfegruppen wird man auch gut aufgefangen, weil sie - zumeist - therapeutisch begleitet werden (darauf würde ich bei der Auswahl auch achten!).

      "Etwas machen" i.S. von "Drogen verbieten" können Sie leider nicht. Sie müssen darauf vertrauen, dass Ihr Sohn den richtigen Weg findet und können ihm dabei unterstützend zur Seite stehen. Eine Vertrauensbasis zu Ihnen ist sehr wichtig. Für Sie bedeutet das: nicht "nachspionieren", keine "Freunde" verbieten (auch wenn das sehr schwer fällt), keine Vorwürfe machen, sachlich und wertschätzend in die Kommunikation gehen. Das alles ist - zugegebenermaßen - nicht einfach umzusetzen. Denn Sie sind ja auch ein Mensch mit Gefühlen... Dennoch: Wenn er sich in die Ecke gedrängt fühlt, ist im Endeffekt niemandem geholfen.

      Die Schritte für Ihren Sohn, sobald er sich dazu entschließen kann:

      (körperlicher) Entzug (eventuell nicht notwendig, v.a. wenn mit "leichteren" Drogen experimentiert wurde und keine körperliche Abhängigkeit besteht)

      Therapie (Psychotherapie) --> wesentlich!

      Unterstützung durch Sozialarbeiter --> sehr sinnvoll!

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      Ich wünsche Ihnen viel Kraft! :)
    • danke ihnen sehr für ihre Hilfe vorerst.
      Ich halte sie gerne auf dem Laufenden.

      Mein Sohn ist gestern Abend wieder heim gekommen zusammen mit dem anderen jungen. Er hat bei uns geschlafen. Sie waren heute den ganzen Tag in seinem Zimmer. Habe ihnen etwas zu essen gekocht und haben auch etwas gegessen. Hoffe es wird bald besser. Habe das Gespräch etwas gesucht und gefragt ob sie am Montag Vorhaben in die Schule zu gehen daraufhin haben beide es bejat.
      Jetzt sind sie zusammen weg aber mein sohn sagte mir sie kämen später wieder. Gesprochen haben wir nicht viel. Mein Sohn macht weiterhin zu.
    • guten Abend liebe dani

      Puh also was soll ich sagen. Am Dienstag war mein Herr Sohn wieder nicht der Schule obwohl er morgens das Haus verlassen hatte haben ihn am Abend von der Polizei heim bringen lassen. Daraufhin ist er abends sehr alkoholisiert nach Hause gekommen. Ein mal kam es mir so vor als hätte er wieder drogen genommen, bin mir da nicht so sicher. Er war immer sehr gereizt und aggressiv. Er ist furchtbar wütend auf uns weil wir uns in seinem Leben einmischen -seine Worte.

      Es eskaliert immer mehr und ich weiß einfach nicht warum.
      Am Donnerstag war ich in dieser Selbsthilfe Gruppe für Angehörige. Habe dort sehr viel Zuspruch und nette Menschen kennen gelernt. Leider auch die Tatsache dass man nichts groß machen könnte. Klar mit Nachdruck schon allerdings haben andere damit auch schlechte Erfahrungen gemacht.

      Zuhaus ist mein Sohn seitdem er morgens für die Schule das Haus verlassen hatte wieder nicht mehr. Schule geht er aber wieder. Jetzt ist Freitag und das wochende steht vor der Tür.

      Soweit erstmal.
      Gruß Marina
    • Dass Sie in der Selbsthilfegruppe waren (und dort gut aufgenommen wurden) ist sehr gut! Es hilft schon, zu sehen, dass man nicht alleine ist! :) Dass so etwas auch in anderen Familien vorkommt...

      Die Aussage "Man kann nichts machen" würde ich nicht zwangsläufig unterschreiben. Man selbst kann nichts verändern, das stimmt. Aber man kann da sein und Unterstützung anbieten. Das ist nicht "nichts", wenngleich sich Angehörige natürlich naheliegenderweise wünschen, das Problem selbst an der Wurzel packen zu können...

      Alles Gute Ihnen weiterhin!
    • mir hilft das nur bedingt. Weil ich einfach nicht akzeptieren will und werde es auch nicht. Mein mann und ich überlegen ob wir andere Mittel ergreifen werden, weil wir nicht zusehen werden wie unser Sohn sich seine Zukunft verbaut. Auch wenn er uns Hasen wird, er ist doch noch so jung. Ich werde ihn nicht fallen lassen.
    • Hallo,
      wir werden ihn zu einem Entzug zwingen. Werden uns jetzt die Woche darum kümmern, dass er weg kommt. Auch wenn er nicht will aber er will mit den Kopf durch die Wand dann muss er mit den Konsequenzen jetzt Leben. Ich habe alles versucht und er hat einfach keine Einsicht. Auch das Jugendamt sitzt uns im Nacken. Das geht so nicht länger weiter. Zumal schwänzt er dauernd die Schule. Haben lange genug mit engelszungen auf ihn eingeredet und ihn versucht umzustimmen. Jedes mal geht es zwei Tage gut und dann bricht er wieder die Regeln. Das geht so nicht mehr weiter.
      Er hat gestern von uns eine Nachricht bekommen dass wir jetzt anders durchgreifen werden. Er hat die Woche Zeit sich zu überlegen ob er diesen Weg gehen will oder ob er mit der Sprache rausrückt und wir ihm so helfen können.
      Danke Gruß Marina
    • Es tut mir leid, dass es solch ein Auf und Ab ist! :(

      Ich bewundere Sie total, mit welchem Einsatz sie für Ihren Sohn kämpfen. Eine Selbstverständlichkeit, möchte man meinen, aber das ist nicht immer so...


      Für mein Verständnis: Ist eine tatsächliche Substanzabhängigkeit bewiesen? (Sonst wird eher kein körperlicher Entzug durchgeführt). Haben Sie schon Anknüpfung an eine evtl. Entzugsklinik? Ist eine ambulante Entzugstherapie möglich? Manche Kliniken nehmen auch erst ab 16 Jahren auf, das ist ebenfalls zu bedenken...

      Alles Liebe
    • ich danke ihnen für ihr Verständnis. Es ist nur mein Kind dass ich nicht aufgeben werde. Noch ist er nicht erwachsen!
      Und zusehen wie er sich weiter offensichtlich quält werde ich auch nicht. Das macht uns alle ziemlich zu schaffen und muss endlich wieder aufhören.

      Das weiß ich selbst nicht genau, ob mein sohn tatsächlich abhängig ist. Allerdings die Tatsache dass der eine bluttest positiv war und er letzte Woche wieder so seltsam war gehe ich davon aus! Auch habe ich mich in diesen Broschüren und diversen Internetseiten eingelesen wie Drogen wirken, wie sich jemand verhält usw. Dazu ist er sehr aggressiv was er auch vorher nie war, welches mich daraus schließen lässt, dass er Entzugserscheinungen aufweist. Zumal war er nicht zu halten gewesen und wieder verschwunden. Was mich dazu vermuten lässt er besorgt sich neue Drogen!

      Er wird nächste Woche 16. Also wäre diese Thema auch vom Tisch. Wie allerdings sein Geburtstag aussehen soll weiß ich auch noch nicht. Wobei ich mir auch schon Gedanken mache. Haben sie eine Idee? Ausfallen lassen? Eine Kleinigkeit? ..

      Um eine entzugsklink und weiteren Schritte werden wir erst am Dienstag herausfinden ob das möglich ist. Da haben wir einen erneuten temrin in der Beratungsstelle. Wie und was möglich ist auch wenn mein sohn nicht will!
    • Ich finde, durch die Beratungsstelle sind Sie fachlich gut aufgehoben! Notieren Sie sich im Vorfeld alle Fragen, die Sie haben. Während des Gesprächs neigt man dazu, den Faden zu verlieren...

      Den Geburtstag würde ich auf gar keinen Fall ausfallen lassen. Das signalisiert Bestrafung/Konsequenz, die in die falsche Richtung gehen. Ein gemeinsames (Torten-)Essen und die üblichen Rituale, so sich Ihr Sohn darauf einlässt, sorgen vielleicht sogar kurzzeitig für etwas Tapetenwechsel...
      Einzig würde ich natürlich in keinem Fall Geld oder Gutscheine schenken und auch die Verwandtschaft bitten, das zu beherzigen...
    • So super jetzt hatte ich gerade eine hitzige Diskussion mit meinen Sohn. Er ist nach der schule heim gekommen. Allerdings war er schlecht gelaunt und hatte mich gleich angemotzt wie sehr er mich hasst. Er ist stink sauer weil ich ihm am Samstag geschrieben hatte, dass wir zu anderen Mitteln greifen werden wenn er sich nicht an die Regeln halten wird.
      Seinen Geburtstag will er nicht mit uns verbringen warf er mir an den Kopf noch ehe er wieder das Haus fluchtartig verlassen hat.
    • Hm, das tut mir sehr leid. Es war anzunehmen, dass er auf diese "Aussicht" (andere Mittel) nicht erbaut reagieren wird. Das mit dem Geburtstag ist zu akzeptieren. Ich würde ihm aber sagen, dass er seine Entscheidung jederzeit revidieren kann und Geschenk und Torte vorbereiten. Zur Sicherheit!

      Generell würde ich in einer ruhigen Minute (so diese noch kommt) nochmals das Gespräch suchen und versuchen, ihm klarzumachen, dass Schritte gesetzt werden müssen, wenn er nicht kooperiert - auch ohne sein Einverständnis.

      Ich selbst bin jedoch relativ überzeugt, dass Entzug oder Therapie "auf Zwang" nicht funktionieren. Der Wille, es selbst schaffen zu wollen, muss vorhanden sein... Das ist eine sehr unbefriedigende Situation, aber ich fürchte, Sie werden tatsächlich warten müssen, bis er so weit ist. Ein erzwungener Entzug mag zwar möglich sein, aber die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall ist dann sehr hoch... Das würde ich bedenken bzw. therapeutisch oder in der Selbsthilfegruppe besprechen...

      Alles Liebe Ihnen! Ich denke viel an Sie und Ihren Sohn!
    • guten Abend liebe Dani,

      Also heute haben erste Sanktionen stattgefunden. Er war über nacht nicht zuhause. Ist nicht in der Schule gewesen. Das Jugendamt hatte sich eingeschalten und wir hatten eine kurze Krisen Sitzung. Jetzt soll mein sohn eine betreuerin bekommen die uns erziehungsmäßig unterstützt. Sprich wir haben ein Teil unseres aufenthaltsbestimmungsrecht an dieser abgetreten. Diese hat die Polizei angerufen und ihn erneut suchen lassen und heim bringen lassen. Seitdem ist er jetzt zuhause.
      Wenn er morgen wieder nicht in der Schule erscheint werden die Herren von der Polizei ihn abholen und in die Schule bringen. Es drohen ihm jetzt Geldstrafen oder sozialstunden. Wenn dies nach zwei Wochen immer noch so ist wird er von der Schule fliegen und wir müssen eine neue suchen also er.
      Jetzt wird es ernst aber ich bin machtlos weil das Jugendamt vorne dran steht. Es tut mir so unendlich leid meinem Sohn gegenüber aber ich kann es nicht mehr ändern. Er ist wahnsinnig wütend und hat sogar seinen Schreibtisch kaputt gemacht.
    • Hm, das mag zunächst nach schlimmen Sanktionen klingen, aber nach einigen Überlegungen war mein Gedanke: Vielleicht ist es das, was er braucht! Eine Person, die ihm kontra gibt/mit der Realität konfrontiert/leitet, die NICHT seine Mama oder sein Papa ist. Dort, wo in ihrer beider Dynamik sehr viele Gefühle schlagend werden, kann die Betreuerin tatsächlich objektiv und nüchtern agieren... Vielleicht fruchtet das in irgendeiner Weise...

      Alleine bin ich mit den Gesetzen in Dtl. nicht so vertraut: Ist das eine Sache auf Zeit, dh. nach Besserwerden dieser Krise erhalten Sie sämtliche rechtliche Obsorgehandhabe wieder zurück?

      Alles Liebe!
    • guten Abend liebe dani

      Ob es fruchtet wird sich zeigen.
      Es besteht die Möglichkeit natürlich dass wir das aufenthaltsbestimmungsrecht wieder bekommen. Allerdings ist diese Betreuerin hinzugezogen worden damit man einfach schneller agieren kann.

      Heute war wieder ein stressiger Tag. Mein Sohn hatte das Haus früh verlassen. Um kurz nach acht stand die Polizei vor der Tür und fragten nach meinen Sohn. Er ist nicht in der Schule erscheinen. Gefunden haben sie ihn mit den anderen jungen zusammen. Beide sind in die Schule gebracht worden.
      Nach der Schule ist er nach Hause gekommen und war wieder auf hundert achtzig. So jetzt bekommt er natürlich die Tage Post wegen dem schulschwänzen.
      Das einzig gute ist, dass er gerade zuhause ist.
      Und
      Morgen hat mein sohn Geburtstag und mir ist schon absolut schlecht deswegen.
    • Ich hoffe für Sie, dass es fruchtet...

      Bzgl. auf 180 sein: Ich würde in solchen Situationen - also wenn Aggressivität, verbal oder körperlich im Spiel ist - absolut auf Durchzug schalten und in keine Diskussion/Konfrontation gehen. Dynamik entsteht nur dann, wenn der andere es zulässt. Bei so einem Verhalten führt jede Interaktion zu genau gar nichts. Also: wortlos den Raum verlassen! Was sollten Sie auch sonst machen, wenn er wütet...

      Wird das Schuleschwänzen bei Ihnen mit Bußgeld sanktioniert? Das würde ich ihn ggf. selbst zahlen lassen (von Angespartem bzw. Taschengeld aufrechnen).

      (Ich finds spannend, dass es den Jungs nicht selbst zu blöd wird, dass sie ständig von der Polizei aufgegabelt werden...)

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      Versuchen Sie nicht zu traurig zu sein, dass er seinen heutigen Geburtstag boykottiert. Es werden wieder bessere Zeiten kommen und der Geburtstag wird dann auch wieder gefeiert - ganz bestimmt!