Brauche einen Rat

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Brauche einen Rat

      Hallo ich habe Probleme mit meiner Tochter sie ist im Oktober achtzehn geworden und hat sich schlagartig verändert. Muss dazu sagen bei gibt es eine Regel unsere Kinder sollen erst ihre Lehre fertig machen und dann können sie ausziehen, wir sind immer damit gut gefahren( muss dazu sagen haben sechs Kinder, 3 haben schon ausgelernt) Aber seit 2 Wochen akzeptiert sie keine Absprachen mehr sie ist der Meinung sie kann machen was sie will. Sie sollte heute nach Hause kommen, aber sie weigert sich. Mir kommt es so vor als ob sie Gründe sucht auszuziehen. Hat seit einen Jahr einen Freund, wo sie jetzt ist. Ich habe riesige Angst sie zu verlieren und weiß nicht wie ich reagieren soll. Das erste mal bin ich wirklich ratlos.
    • Hallo Jacqueline,

      ich habe zwar noch keine großen Kinder, aber ich war auch mal in einer ähnlichen Situation wie deine Tochter jetzt. Ich wollte unbedingt zu meinem Freund ziehen, wir waren gerade 1 Jahr zusammen und ich war noch mitten in der Lehre. Meine Mutter hat mich schweren Herzens dann doch ziehen lassen, weil sie gemerkt hat, dass es für mich das Beste ist. Mein damaliger Freund (heute Ehemann :) ) stand allerdings auch schon mit beiden Beinen im Leben und hat auch gutes Geld verdient, so dass wir sehr gut zurecht kamen.
      Ich denke, du solltest das Gespräch mit ihr suchen und nach ihren Wünschen und Vorstellungen fragen und vielleicht mit Absprachen sie probeweise bei ihrem Freund wohnen zu lassen.
      Ich kenne eure Situation ja nicht, daher ist es auch nur ein Vorschlag. Ich weiß es aus eigener Erfahrung, wenn man als junge Erwachsene nicht weiter kommt und man meint die Eltern verstehen einen nicht, man total dicht macht und sich abwendet (auch wenn man es nachher sehr bereut).
      Ich drück euch die Daumen, dass ihr das hinkriegt
    • Hallöchen :)

      Ja, das kommt auch mir sehr bekannt vor und in unserer deutschen Gesellschaft ist das relativ oft anzutreffen.
      Es gibt so viele Dinge, die hier miteinander korrespondieren:
      1. Wie läuft die Erziehung ab? Jeder Mensch ist anders und bei euren anderen Kindern haben die Methoden vielleicht besser funktioniert, als bei der Tochter. Vielleicht braucht sie (besser hätte gebraucht...) einen anderen Ansatz.
      2. Ihr habt die Regeln aufgestellt und die sollen auch respektiert werden. Demnach solltet ihr nicht einfach nachgeben und sie gehen lassen, sondern sie wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Andernfalls bringt ihr euch ja auch wieder in unnötige finanzielle Probleme. Das Verhalten der Tochter zeigt außerdem auch, dass sie nicht reif genug für das Leben auf eigene Faust ist. Sie genießt gerade einfach, dass sie 18 geworden ist, aber man muss ihr auch zeigen, dass das nicht der Freischein in ein verantwortungsloses, ungebundenes Leben in Saus und Braus ist. Und obgleich man mit 18 Jahren theoretisch erwachsen ist, werden nur wenige Menschen diesem Titel auch gerecht. Oft fehlt die geistige Reife und das Verantwortungsbewusstsein dafür. Aus meiner Sicht (und der meiner Frau) sind 18-Jährige immer noch Kinder und so sollte man gut überlegen, ob man sich von einem Kind einfach von diesem Argument des Erwachsenseins umstimmen lässt, oder das Ganze einfach als höhere Trotzphase einordnet und standhaft bleibt.
      3. Was für einen Einfluss hat der Freund? Wie gut kennt ihr ihn und wie gut ist er in die Familie integriert? Wie ist die Familie des Freundes?

      Fazit: Die Tochter kann gern viel Zeit bei ihrem Freund verbringen, sofern die Ausbildung nicht darunter leidet. Trotzdem gilt die Vereinbarung und muss eingehalten werden. Ich denke, dass der bürokratische Aufwand die Tochter in jedem Fall vom Auszug abhalten würde. Falls nicht, würde ich ihr sagen, dass sie sich dann um alles selber kümmern muss und von euch keine Hilfe erwarten kann, da sie die Abmachungen gebrochen hat. Dafür trägt sie die Konsequenzen (was Erwachsene übrigens gut einschätzen können sollten).

      Viele Grüße

      Maik
    • Hallo Jacqueline,

      erst einmal ein herzliches Willkommen von mir an Sie!
      Und ich möchte Ihnen auch gerne meine Gedanken mitteilen, die ich hatte, als ich Ihren Beitrag gelesen habe:

      Jacqueline schrieb:

      Muss dazu sagen bei gibt es eine Regel unsere Kinder sollen erst ihre Lehre fertig machen und dann können sie ausziehen,
      Ich weiß einfach viel zu wenig über Ihre Familie und auch über den Umgang mit und die Umsetzung von Regeln. Was mir gut gefällt ist, dass Sie sich sehr um das Wohl Ihrer vielen Kinder sorgen. Denn dazu wurde ja mitunter auch diese Regel aufgestellt, dass diese erst nach Abschluss ihrer Berufsausbildung ausziehen dürfen.
      Ich frage mich allerdings, ob diese Regel für Ihre Tochter passend war und ist. Dass sich Ihre Tochter seit ihrem 18. Geburtstag Ihnen gegenüber so schlagartig verändert hat, wundert mich nicht so sehr. Immerhin ist man mit 18 laut Gesetz volljährig und darf Verantwortung für sich und sein Leben übernehmen und niemand, auch nicht die Eltern, haben das Recht, weiterhin Vorschriften zu machen. Ich kann nicht beurteilen, ob Ihre Tochter nun mit ihrer Volljährigkeit eine rebellische und man könnte nun auch sagen "unreife" Phase durchlebt und sich unvernünftig auslebt. Ich kann auch nicht sagen, ob Ihre Tochter sich zuvor nicht traute oder sich nicht ernst genommen fühlte mit ihren Wünschen und Vorstellungen und nun die neue Möglichkeit nutzt, um endlich ihr eigenes Leben zu leben, weil das Konzept, das bei ihren älteren Geschwistern offenbar funktionierte, nie zu ihr gepasst hat und sie vielmehr eingeengt hat.

      Deshalb plädiere auch ich dafür, das Gespräch mit Ihrer Tochter zu suchen - dies allerdings ganz ohne Vorwürfe und Forderungen, sondern um sich gegenseitig mit seinen Wünschen, Bedürfnissen und auch Befürchtungen/ Sorgen mitzuteilen. Hören Sie sich an, was Ihre Tochter bewegt und was sie sich wünscht von ihrem Leben und teilen Sie ihr Ihre Sorgen mit, die Sie sich machen. Wenn Sie darauf beharren, dass sie sich an die Regel hält, werden Sie sie vermutlich verlieren.

      Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Mut und Offenheit für dieses Gespräch!

      Und ich lade Sie herzlich dazu ein, uns zu berichten, wie Ihre Geschichte weitergeht.

      Herzlichst
      Klara
    • Möchte mich erst mal ganz herzlich bedanken für Eure lieben Ratschläge, es ist sehr schwer für mich mit meiner Tochter ein Gespräch zu führen, da sie mich sehr verletzt hat. Ich weiß das dies egoistisch klingt, aber ich kann zur Zeit einfach nicht über meinen Schatten springen. Ich habe mit meinen Kindern eigentlich ein offenes Verhältnis, sie können immer mit ihren Problemen zu mir kommen und das haben sie bis jetzt immer wahr genommen. Ich versteh nicht warum sie das so Knall auf fall getan hat.
      ich habe Angst das das Gespräch eskaliert, da meine Tochter und ich sehr Stur sein können.
      Gibt es nicht einfach ein Rezept für Kindererziehung
    • Loslassen ist schwer

      Hallo Jaqueline,
      das Problem kommt mir bekannt vor.
      Bei meiner ältesten Tochter lief das ähnlich ab.
      Ich habe ein Gespräch mit ihr geführt und ihr erklärt, dass das Ausziehen möglich ist, aber dass ich nicht bereit bin, die Kosten alle zu übernehmen, z. b. Miete etc. und dass wir dafür erst eine Lösung finden müssen.
      Sie ist dann ausgezogen und hat schnell gemerkt, dass es auch Nachteile hat. Aber ich fand die Entscheidung richtig, denn sie hat viel dazu gelernt und ist erwachsener geworden und kam bestens zurecht.
      Ich hatte ihr gesagt, dass sie jederzeit zurückkommen kann. Es war mehr mein Problem, weil ich sie nicht loslassen wollte - Kinder bleiben eben immer Kinder, egal wie alt sie sind.
      Vielleicht wäre das bei Ihnen auch eine Lösung.
      Was genau spricht denn dagegen, dass Ihre Tochter auszieht?
      Wenn sie noch zu verletzt sind, dann warten Sie doch einfach noch ein wenig mit dem Gespräch.
      Wenn Sie das Gefühl haben, dass das Gespräch eskaliert, schreiben sie ihrer Tochter doch einen Brief, schildern Sie ihre Sorgen und dass sie verletzt sind. Und vor allen Dingen, erinnern Sie sich doch mal kurz, wie waren Sie denn mit 18 Jahren?
      :) ;)

      Rezepte gibt es leider nicht für Erziehung
    • Hallo Jacqueline,
      ich kann gut nachvollziehen, dass Ihnen allein der Gedanke, mit Ihrer Tochter zu sprechen, Angst macht und die Enttäuschung, die Sie empfinden, Sie blockiert.
      Ich finde die Idee, Ihrer Tochter stattdessen einen Brief zu schreiben, auch sehr gut, vor allem, weil Sie verständlicherweise schreiben, dass Sie aufgrund der emotional aufgeladenen Situation eine Eskalation fürchten. Ich würde auf alle Fälle nicht lange warten, um zu reagieren, denn damit bleiben Sie auch in Kontakt zu Ihrer Tochter.
      Leider gibt es weder für Erziehung, noch für das Leben ein Rezept ;)

      Ich wünsche Ihnen alles Gute! Ich bin mir sicher, Sie schaffen das und können Ihren Gefühlen und auch Ihren Ängsten Ausdruck verleihen.

      Klara
    • Hallo Mayer K,

      da Sie ja in den letzten Tagen sehr aktiv im Forum waren, sich aber noch nicht vorgestellt haben, heiße ich Sie nun auf diesem Wege willkommen! ^^
      Vielleicht haben Sie ja Lust, sich in einem eigenen Beitrag kurz vorzustellen?

      Viele Grüße
      Klara