Tag- Nachtrhythmus wird von Elternteil verschoben.....

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    • Tag- Nachtrhythmus wird von Elternteil verschoben.....

      Ich bin mit meinem Latein am Ende und habe die Hoffnung das ihr mir eventuell weiterhelfen könnt, durch neue Denkanstöße, Internetseiten, Artikel oder oder oder.... vielleicht sehe ich das ja auch einfach alles falsch und mache mir unnötig Sorgen.

      Mein Sohn ist 9 Jahre alt und lebt bei seiner Mutter. Ich habe ihn alle 14 Tage am Wochenende und in fast allen Schulferien.
      Weihnachten und Silvester 2019 war er die Ferien über bei ihr und das Wochenende bevor die Schule wieder losging, hatte ich mit ihm. Ich holte ihn Freitags um 12 Uhr ab und kaum waren wir losgefahren, bekam ich einen Anruf von ihr, das ich doch bitte schauen soll, das er gleich etwas isst, denn er habe zum Frühstück nur einen Joghurt gehabt und wäre momentan eh sehr mäklig mit dem Essen.

      Da er mir noch sehr müde erschien und tiefe Augenringe hatte, fragte ich ihn wann er denn aufgestanden sei und er druckste zunächst erst rum und gab dann an das er um 11:30 Uhr erst aufgestanden ist. Ich fragte ihn dann nach den Ferien bei Mama und was sie schönes erlebt hatten und was eventuell auch Besonders war. Lange Rede kurzer Sinn es kam das dabei heraus. Das er die ganzen 12 Tage über immer erst gegen 01:00-03:00 Uhr ins Bett gegangen ist, wenn sie dann am nächsten Tag etwas vorhatten und er gegen 8:00 Uhr geweckt wurde gab es Kaffee für ihn zum Frühstück damit er wach wird ( hier wurde extra gesagt er soll es mir nicht erzählen) oder wenn sie nichts vorhatten, schlief er bis 11 oder 12.

      Dann gab es Frühstück, gegen Abend haben sie dann etwas unternommen und Abendessen gab es meist erst gegen 21 Uhr oder später.
      Im Hinblick darauf das er ja ab Dienstags wieder früh in die Schule musste und das ich natürlich auch gerne den ganzen TAG sinnvoll mit meinem Sohn nutze. Ging er an diesem Freitag um 20:30 Uhr ins Bett und ich legte mich noch zu ihm, wir redeten noch, wie wir es immer tun und dann um 21 Uhr ging ich aus dem Zimmer.

      Keine 30 Minuten später hörte ich ein lautes Schluchzen aus seinem Zimmer. Er war sauer auf sich selbst, weil er nicht einschlafen konnte. Die Dämme brachen und er weinte lange, viele Gefühle, die er sonst oft unterdrückt kamen hoch und bis er sich dann beruhigt hatte und schlief war es 0:30. Auch das Hinlegen am Samstag verlief ähnlich, obwohl ich den ganzen Samstag viel körperliches mit ihm gemacht hatte damit er müde wird.

      Ich bat seine Mutter um ein Gespräch in dem ich ihr versuchte klar zu machen, das unser 9 jähriger Sohn , nicht so spät ins Bett zu gehen hat. Sie verschiebt ja somit seinen ganzen Tag und Nachtrhythmus und das kann sowohl körperliche als auch psychische Folgen haben. Ihre Antwort darauf war, das er selbst entscheiden kann wann er zu Bett geht, es liege ja in seiner Verantwortung morgens für die Schule fit zu sein. Außerdem kann er in den Ferien und am Wochenende ja so lange aufbleiben wie er will. In der Woche wenn er Schule hat würde sie ja schon schauen das er gegen 21 Uhr zu Bett geht. Da unser Sohn eine Fitbit für Kinder trägt, die auch seinen Schlaf überwacht, wusste ich das sie lügt. Denn die Schlafdaten sagten ja etwas anderes. Im Gespräch sagte sie auch das sie spätestens immer um 19 Uhr essen würden ( um diese Zeit gibt es bei ihnen warmes Essen) und sie durfte als Kind auch immer so lange wach bleiben und schon Kaffee trinken. Ich solle mir da keine Sorgen machen, aber wenn es mich beruhigen würde, würde sie schauen das er zeitiger ins Bett kommt.

      Nachdem Gespräch hat sie unserem Sohn verboten die Fitbit nachts zu tragen, er erzählte mir aber das er weiterhin spät ins Bett geht. Ich habe beim Jugendamt angerufen und die Situation geschildert, aber dort wurde mir nur gesagt. Das die Situation zwar nicht wünschenswert ist und ich doch einfach nochmal versuchen solle mit ihr zu reden. Ich habe mich durchs Internet geforstet um eventuell gute wissenschaftlich belegte Daten zu finden, um ihr zu zeigen das dass was sie tut nicht gut für unseren Sohn ist. Denn mir glaubt sie nicht, ich muss ihr mit Fakten kommen. Aber bisher habe ich nichts brauchbares gefunden.

      Jetzt in der Corona Zeit ist er leider die ganze Zeit bei ihr ( da sie nicht arbeiten geht, ich aber im medizinischen Bereich tätig bin) und geht jetzt seit fast 3 Wochen wieder immer erst gegen 3:00 Uhr ins Bett, schläft dann bis 12 Uhr, dann frühstückt er, zockt an seiner Konsole, die er jetzt extra mit Fernseher in sein Zimmer bekommen hat, weil sie schläft um diese Zeit noch. Und wenn sie dann endlich gegen Nachmittag aufwacht, dann macht er etwas für die Schule mit ihr. Mittag/Abendessen gibt es gegen 21 Uhr... eine Zeit wo ich finde das ein 9 jähriger ins Bett gehört und nicht erst warmes Essen isst.

      Jetzt meine Frage an euch. Gibt es irgendwas womit ich ihr handfest belegen kann, dass das was sie macht schädlich für unseren Sohn ist? Gibt es irgendetwas das ich tun kann? Oder sehe ich das alles zu eng und sollte lockerer sein?

      Entschuldigt meinen langen Text, ich habe schon versucht mich kurz zu halten, wollte euch aber die Situation gut darstellen.

      LG Sunshine
    • Hallo! :)

      Also nein, das siehst du natürlich überhaupt nicht zu eng. Der Schlaf-Wach-Rhythmus des Kindes hört sich absolut nicht gesund an. Jener der Mutter auch nicht, nachdem sie wohl selbst erst gegen Nachmittag aufsteht. Zweiteres finde ich im Hinblick auf die Sorgfaltspflicht für ein Kind in diesem Alter auch bedenklich und sehe ich als fahrlässig an. Da braucht sich das Kind nur verletzen und die Mutter bekommt das nicht einmal mit, weil sie schläft...

      Was mich sehr betroffen macht, ist, dass dieser Schlafrhythmus nicht vom Kind ausgeht, sondern das Kind quasi gezwungen wird, sich dem - bedenklichen - Schlafrhythmus der Mutter anzupassen. Damit wird es nicht nur um Struktur gebracht, es wird ebenso aktiv gefährdet und benachteiligt (körperliche/geistige Entwicklung, Schulleistung etc.). Leidet die Mutter an psychischen Problemen? (Wenn Erwachsene ihren Rhythmus ohne Gründe wie Schichtarbeit etc. so verschoben haben, steckt dahinter nicht selten ein depressives Geschehen) War sie immer so?

      Hast du den Eindruck, dass die Mutter tatsächlich etwas ändern *kann*, wenn du ihr mit Belegen kommst, dass ihr Verhalten nicht sinnvoll ist? Oder hast du den Eindruck, sie benötigt eventuell Hilfe von außen, um SELBST wieder einen normalen Rhythmus zu finden (vorher kann sie ja auch dem Kind keinen bieten).

      Ersteres wird wahrscheinlich leichter zu bewerkstelligen sein! ;) Nicht nur der logische Menschenverstand sagt einem, dass *das* für das Kind nicht gesund sein kann, unzählige medizinische Fachquellen ebenfalls...

      Das hier bezieht sich etwa auf einen Leitfaden zur Kinder- und Jugendpsychotherapie:

      fit4school.or.at/fit4school/sc…eln_fuer_volksschulkinder

      Hier findest du auch etwas, inkl. Broschüre zum Schlafstörungen:

      gesundheitshilfe.de/aktionen/schlafstoerungen/


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      Was ich persönlich raten würde: Das Kind in seiner Loyalität außen vor zu lassen und das untereinander OHNE Kind zu klären (evtl. mit Unterstützung Dritter, am ehesten Jugendamt). Eine Uhr, um das Schlafverhalten zu protokollieren bzw. das Gefühl, den anderen Elternteil "verpetzen" zu müssen, kann ebensolche Folgen haben, wie das ungesunde Schlafverhalten...



      Alles Liebe!
    • Vielen Lieben Dank für deine Antwort. Das hilft mir schonmal etwas weiter.

      Die Uhr hat er sich selbst geholt, weil er mit mir immer Wettkampf machen wollte , wer auf die Woche gesehen, die meisten Schritte macht. Das die Uhr seinen Schlaf überwacht, war zufälliger Bonus und habe ich ihm auch gar nicht mitgeteilt, nur sie wusste es eben, da ich es zur Sprache bei ihr brachte.

      Sie sagte mir das sie in psychiatrischer Behandlung ist. Sie hatte eine Weiterbildung vom Amt bekommen und diese nun aufgrund von Burnout abgebrochen und eine Persönlichkeitsstörung sei bei ihr auch diagnostiziert worden.

      Aber ich solle mir keine Gedanken machen, sie und ihr Partner können sich gut um meinen Sohn kümmern.

      Nun ist ja Corona und ich kann ihn nicht sehen und er mich nicht. Daher skypen wir sehr oft. Und am Vormittag bekomme ich ihn nicht erreicht, da er schläft. Erst ab 13 Uhr geht er ans Telefon. Daher rufe ich ihn jetzt meist am Nachmittag an. Muss ihn dann immer erstmal daran erinnern das er doch bitte seine Brille aufziehen soll. Und Aufgaben und Lernen für die Schule macht er dann erst am späten Nachmittag oder sogar erst gegen Abend.

      Gestern habe ich auch erst um 17 Uhr mit ihm telefoniert und auf die Frage ob er schon was für die Schule gemacht habe, sagte er das sobald Mama aufsteht sie ihm nachher noch Unterricht gibt.

      Falls sich jetzt jemand fragt warum ich ihn dann nicht einfach zu mir hole.... Seitdem wir uns vor 6 Jahren getrennt haben, sagt mein Sohn das er bei mir leben will. Aber das lässt sie nicht zu. Sie sagt das kann er mit 12 selbst entscheiden, aber so lange bleibt er bei ihr. Denn dort habe er sein gewohntes Umfeld und er könne die Tragweite seiner Entscheidung ja überhaupt nicht abschätzen. Sie ist gelernte Erzieherin und rhetorisch sehr begabt. Sie kommt mir dann mit viel Theorie und Wissen und erzählt dann was sie alles tut und macht das man das Gefühl hat das sie eine aufopferungsvolle Mutter, der ihr Kind über alles geht.

      Wenn sie so beim Jugendamt oder Gericht auftritt, habe ich keine Chance und ich möchte ungern das unser Sohn vor Gericht muss ( wenn es um das Aufenthaltsbestimmungsrecht gehen würde)

      Dennoch mache ich mir große Sorgen um seine psychische und seelische Unversehrtheit bei diesem massiv gestörten Tag und Nachtrhythmus den sie ihm vorlebt.
    • Hallo! :)

      Dass sie sich "gut" um den Sohn kümmert, ist ihr ja nicht abzusprechen. Das "adäquat" ist für mich eher die Frage... Sie kann ab späten Nachmittag (oder wann sie auch immer aufsteht...) die beste Mutter sein und erziehungsmäßig wirklich "gut". Eine entsprechende Kompetenz ist ja nicht zwangsläufig von der Hand zu weisen (euer Sohn klingt ja auch nach einem cleveren, tollen Kerl). Aber *adäquat* ist der Rhythmus, den sie vorgibt, eben nicht. Zumindest nicht für ein Kind!

      Hast du schon einmal über eine gemeinsame Beratung, Mediation oder ähnliches nachgedacht?

      In jedem Fall würde ich auch raten, Vorkommnisse, die du mitbekommst und die dich beschäftigen und ängstigen, zu protokollieren. Mit Datum! Es entfällt einem recht viel, wenn man es nicht aufschreibt. Dieses Protokoll ist zunächst einmal für dich. Aber vielleicht kannst du es künftig einmal brauchen, falls du auf Fakten zurückgreifen musst/möchtest.

      Alles Liebe,

      Dani!
    • Guten Morgen.

      Danke dir Dani das du mir so gute Tipps gibst.
      Ich habe gestern noch mal lange am Telefon mit ihr gesprochen und ihr einfach Nahe gelegt, das es mir nicht darum geht sie zu kritisieren , sondern das ich mir einfach Sorgen um unseren kleinen Spatz mache.

      Daraufhin durfte ich mir dann anhören das sie als Kind auch lange wach bleiben durfte. Das er es ja sooo toll findet das er mit ihnen so lange wach bleiben kann, weil er dadurch ja viel mehr Zeit mit ihnen hat und das er es dann liebt so lange zu schlafen und morgens dann erstmal gemütlich zu frühstücken und in den Tag zu starten.

      Als ich Sie dann daraufhin gewiesen habe das er ja erst Mittags aufsteht, meinte sie nur das meine ich ja, das ist ja Morgens.

      Des weiteren kenne sie alle Theorien und er bekommt ja genug Stunden Schlaf und sie habe auch keine Auffälligkeiten bei unserem Sohn bemerkt und daher lässt sie sich von mir nichts sagen und ich brauche mir keine Sorgen machen.

      Ich weiss nicht ob sie sich auf eine Meditation einlassen würde, sie ist der Typ Mensch, der sich nichts sagen lässt, weil sie sowieso alles besser weiss und alles besser kann.
    • Hallo! :)

      Das ist ja die Krux an der Sache... Natürlich finden Kinder "so ein Leben" toll. Oftmals wird erst im Erwachsenenalter reflektiert und dann wird einem auf einmal bewusst, dass es "so toll" eben doch nicht war! :(

      Nur weil Kinder es toll finden, kann es eben doch schädlich sein. Meine Tochter würde es ganz großartig finden, wenn sie den ganzen Tag Süßes essen dürfte. Würde ich sie lassen, wäre ich in ihren Augen eine ganz großartige Mutter. ;) Dass ich den Grundstock für eine gute Ernährungsweise lege, wird sie wohl erst später so sehen. Jetzt will sie Zucker! :D

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      Wie läuft denn der Alltag deines Sohnes ohne Corona und ohne Ferien? Da hat er ja Verpflichtungen (Schule) und kann nicht "irgendwann" aufstehen. Klappt es da?

      Alles Liebe,


      Dani!
    • Mir musst du das nicht sagen, deshalb bin ich ja so besorgt.

      Vor allem finde ich es eben verwerflich das sie damit argumentiert das er es deshalb toll findet weil er dadurch so viel Zeit mit ihnen verbringen kann. Würde sie regulär morgens mit unserem Sohn aufstehen, hätte er eben so viel Zeit mit ihnen, hätte aber einen normalen Tag und Nachtrhythmus. Das sie Mittags , als Morgens erachtet sagt ja schon alles.

      Ihre Devise ist ja, das es in seiner Verantwortung liegt wann er ins Bett geht, denn er muss ja morgens für die Schule wach sein. Dann geht er eben ohne Frühstück in die Schule, verschläft ab und zu mal oder ist halt auch ab und an mal krank. Ich habe schon mit seiner Lehrerin gesprochen über seine Fehlzeiten und diese sagte mir. Sie sehen doch in was für einem Umfeld, die Schule ist, da fehlen andere Kinder deutlich häufiger, da könnte ihr Sohn eigentlich auch mehr fehlen.....
    • Wie viele Fehlzeiten hat er denn?
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      Wenn du dir große Sorgen machst (also auch in normalen Zeiten, fernab von Ferien und Co.), würde ich sehr wohl versuchen, die Mutter zu einem gemeinsamen Gespräch mit unbeteiligtem Dritten zu bewegen. Gerade auch, weil dann einmal belegt ist, dass DU dich sorgst und versucht hast, zu intervenieren.

      In Österreich kann eine Mediation über das Jugendamt organisiert werden. In Deutschland vermutlich auch.

      Das würde ich in Betracht ziehen, wenn das persönliche Gespräch (nur mit der Mutter) nicht klappt, weil sie deine Sorge gar nicht versteht/sich nicht damit auseinandersetzen möchte.

      Wenn man in Erziehungsfragen so stark auseinander klafft, ist das schon in einer bestehenden Beziehung schwierig. So noch mehr! :( Tut mir wirklich leid für dich, dass du so wenig Einfluss nehmen kannst!