Oh die lieben Schwiegereltern...

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    • Oh die lieben Schwiegereltern...

      Ja auch ich habe mit meinen Schwiegereltern ein gewaltiges Problem und versuche es seit nunmehr zwei Jahren in den Griff zu kriegen.
      Anfangs war alle noch ganz toll. Das Verhältniss war gut. Blöde Bemerkungen und kluge Ratschläge ließen sich noch leicht ignorieren, da wir 800km weit weg wohnten.
      Dann zogen wir zurück in die Heimat. Dann ging es los.
      Meine Tochter war gerade ein Jahr alt. Ich förderte die Beziehung zu meinen Schwiegereltern, so viel es ging. Da ich oft am Wochenende oder spät abends arbeiten musste und mein Mann auswärts arbeitete, sprang meine Schwiegermutter mit viel Freude als Babysitterin ein. Mit der Zeit bemerkte ich, dass sie dafür der Meinung war, sich stets und ständig in meine Erziehung einmischen zu dürfen. Sie Griff mich auch persönlich an und sagte mir gerne und unfreundlich, was sie von mir hielt.
      Daraufhin schränkte ich den Kontakt ein (auf 1mal wöchentlich) und suchte mir andere Babysitter. Das gefiel meiner Schwiegermutter überhaupt nicht. Sie versuchte mit aller Macht wieder die Herrschaft über unsere kleine Familie an sich zu reißen.
      Dann wurde mein Sohn geboren. Ich willigte einige Wochen später auf Bitte meines Mannes ein, dass meine Schwiegereltern unsere Tochter von der Tagesmutter abholten. Natürlich lieferten sie unsere Kleine nicht bei mir ab, sondern nahmen sie mit einer fadenscheinigen Begründung zu sich nach Hause. Informiert wurde ich erst hinterher per Telefon.
      Als ich dann abends, nach Absprache mit meinem Mann, bei ihnen anrief und sagte, dass ich gerne vorher wüsste, wenn sie unsere Tochter zu sich holen, rastete meine Schwiegermutter total aus. Sie beschimpfte mich in einem unangenehm ätzenen Tonfall. Danach rief sie meinen Mann an und erzählte ihm, ich wäre absolut unverschämt zu ihr gewesen.
      Zum Glück glaubte mit mein Mann und wir reduzierten den Kontakt vorerst.
      So geht es nun seit zwei Jahren. Alle Versuche: verschiedenste klärende Gespräche, in verschiedenen Variationen, auch mit Familienberatung, haben nichts gebracht.
      Immer wird große Unschuld beteuert, alle Schuld auf mich geschoben und hinterher versuchen sie wieder die Gewalt über unser Leben zu ergreifen.
      Mein Mann würde das auch zulassen. Er kennt es ja nicht anders und stört sich nich so sehr daran. Außerdem scheut er die ständige Auseinandersetzung mit seinen Eltern.
      Ich gehe dieser auch aus dem Weg, und sehe die beiden nur noch zu den nötigsten Gelegenheiten. Ansonsten fährt mein Mann nur mit den Kindern zu ihnen.

      Ich finde unsere Situation ziemlich verfahren. Gerne möchte ich einen entspannteren Umgang zu meinen Schwiegereltern, um meinen Kindern einen guten und unbeschwerten Kontakt zu ihren Großeltern zu ermöglichen. Auch meinen Mann würde das freuen.
      Leider wurde bis jetzt jedes Zugeständnis von meiner Seite immer wieder mit einer Grenzüberschreitung von ihrer Seite erwiedert, so dass ich inzwischen den Kontakt rigoros einschränken musste,

      Mein Mann sagte gestern zu mir, Ich solle einfach über den Dingen stehen und die Meinung seiner Eltern nicht so wichtig nehmen. So mache er es auch.
      Ist das die Lösung? Hört sich einfach an, aber ist es bestimmt nicht.

      Vielleicht kann mir eine andere Meinung helfen, die Dinge etwas klarer zu sehen.

      Vielen Dank und euch allen ein schönes Weihnachtsfest

      LG quietschi
    • Hallo quietschi,

      herzlich willkommen hier im Forum.

      Gerade jetzt zur Weihnachtszeit finde ich es immer wieder schade, dass es in so vielen Familien nicht so harmonisch läuft, wie es eigentlich sein sollte. Wie Sie ja schon selber geschrieben haben, sind Sie nicht alleine mit dieser Situation, sondern genau diese Konflikte treten oftmals zwischen Ehefrauen und ihren Schwiegereltern auf :( .

      Nun haben Sie ja schon eine Menge Gespräche geführt und diverse Anstrengungen unternommen, um die Situation zu entspannen, so dass ich Ihnen wohl auch nicht raten brauche, den Schwiegereltern Ihre Vorstellung über das Miteinander in einem ruhigen Gespräch zu vermitteln ^^ .

      Wenn Gespräche nicht weiter helfen, kommt man an den Punkt, erkennen zu müssen, dass sich manche Wünsche leider nicht erfüllen lassen, auch wenn man sie sich noch so sehr wünscht. Sie können Ihre Schwiegereltern nicht ändern, wenn diese sich nicht ändern wollen, so schade das vielleicht für Sie ist.

      Sie schreiben, dass Sie ihren Kindern einen guten und unbeschwerten Kontakt zu den Großeltern ermöglichen wollen. Wie ist denn das Verhältnis der Kinder zu den Großeltern? Dieses ist ja nicht unbedingt abhängig davon, wie Sie sich mit Ihren Schwiegereltern verstehen. Da es Ihrem Mann ja offenbar gelingt, den Umgang entspannter pflegen zu können und manchmal auch alleine mit den Kindern dort hinfährt, kann dies ja eine gute Möglichkeit sein, den Kontakt zwischen Kindern und Großeltern zu erhalten.

      Der Ratschlag Ihres Mannes, über den Dingen zu stehen und deren Meinung nicht so wichtig zu nehmen, ist natürlich wirklich leichter gesagt als getan. Andererseits hat er damit ja jahrelange Erfahrung, wie Sie schreiben und fährt damit offenbar ja auch ganz gut. Ich finde diese Haltung tatsächlich in manchen Fällen auch eine gute Lösung. Die Frage ist, was mehr Energie und Nerven kostet: Sich immer wieder zu ärgern und doch nichts verändern zu können, oder mit eben der Haltung Ihres Mannes in die Kontakte zu gehen. Das gelingt nicht beim ersten Mal, sondern braucht etwas Zeit, aber vielleicht lohnt sich ein Versuch?

      Ansonsten finde ich die Variante, die Sie ja auch schon pflegen, nämlich Ihren Kontakt auf das Nötigste zu reduzieren, und Ihren Mann in die Verantwortung zu nehmen, auch eine gute Lösung, die vielleicht für alle Beteiligten am wenigsten nervenaufreibend ist.

      Ich wünsche Ihnen trotz der angespannten Beziehung zu Ihren Schwiegereltern besinnliche Feiertage und dass Sie für sich eine Idee entwickeln, wie Sie es schaffen, sich weniger ärgern zu müssen.

      Alles Gute

      Anne
    • Hallo quietschi,

      dass du deinen Mann mit den Worten "er kennt es ja nicht anders" entschuldigst ist nicht so gut. Dein Mann ist nun ein Vater und hat für seine Frau und seine Kinder Verantwortung zu übernehmen und das Rückgrad der Familie zu bilden. Er ist der einzige, der das klären kann, du selbst kannst nichts machen, da du sowieso alles falsch machst, in den Augen deiner Schwiegereltern. Wir hatten genau das selbe Problem mit meinen Eltern (ich bin der Mann ;)) und ich habe meinen Eltern die Grenzen ganz klar aufgezeigt. Heute an Weihnachten feiern wir ohne sie und das ist auch gut so, da ich meiner Frau nicht die Hölle auf Erden in ihr Zuhause holen werde. Ich habe meine Eltern angerufen und Ihnen erklärt, warum sie nicht kommen dürfen - Ende der Geschichte. Und das müssen sie einfach akzeptieren. Wenn sie sich irgendwann mal eingekriegt haben, können wir sie gern nochmal einladen, aber bis dahin besuche ich sie allein und sie dürfen nicht zu uns kommen - fertig. Bitte versteh das nicht falsch: Ich liebe meine Eltern, aber ich liebe auch meine Frau und ich bin mit ihr und nicht mit meinen Eltern verheiratet, ich lebe mit meiner Frau und nicht mit meinen Eltern bis an mein Lebensende zusammen und das sollte einem immer vor Augen bleiben.

      Zeig diesen Text hier einfach mal deinem Mann und vielleicht inspiriert er ihn ja :)

      Viele Grüße

      Maik

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von mathmaik ()

    • Hallo ihr zwei.

      Danke für eure Antworten. Ich hoffe ihr hattet auch so schöne und entspannte Feiertage wie ich. :)
      Entspannt auch deshalb, weil mein Mann und die Kinder ohne mich zu meinen Schwiegereltern gefahren sind.
      Das war wirklich toll und ich bin versucht es einfach so weiterzumachen. Aber dann sagt ein kleines Stimmchen in mir: "Machst du es dir damit nicht etwas zu einfach?"
      Danke Anne, dass du mich in meiner Position bestärkt hast. Ich habe oft das Gefühl, mich für den Kontaktabbruch rechtfertigen zu müssen und dass Viele denken (z.B. mein Vater), ich übertreibe.
      Bei meinem Mann bin ich mir oft nicht so sicher gewesen. In seiner Familie ist es üblich gewesen, dem Anderen ruhig mal zuzustimmen und dann etwas später doch zu versuchen, den eigenen Willen durchzusetzen.
      Zum Beispiel bei der Geburt unseres Sohnes...
      Ich habe klar gesagt, dass ich nicht wollte, dass meine Schwiegermutter in der Zeit auf unsere Tochter aufpasst. Unsere Nachbarin (meine Freundin) hätte das ohne Probleme gemacht. Mein Mann widersprach nicht. Als ich in den Wehen lag und nicht mehr wirklich klar denken konnte, rief er seine Mutter an und sie kam zu uns. Das war für mich eine blöde Situation, denn ich wollte nicht, dass sie mich so sieht, konnte mich aber nicht wehren. Das nehme ich ihm und auch ihr heute noch ein wenig übel.
      Deshalb weiß ich manchmal nicht, ob mein Mann sagt, er kommte damit klar, wie es zwischen mir und seinen Eltern steht, weil er keinen Streit möchte und besorgt um meine Gesundheit ist (Bin seit 2 Jahren schwer krank) oder weil es wirklich so ist.
      Ist es blöd, dass mir das wichtig ist?
      Lieber Maik. Vielen Dank für deine netten Worte. Ich finde es toll, dass du so hinter deiner Frau stehst. So sollte es auch sein. Oft habe ich mir das von meinem Mann gewünscht, auch schon auf Beispiele aus dem Bekanntenkreis verwiesen, in denen der Mann seinen Eltern klar die Meinung sagt.
      Nach zwei Jahren Gefühlsachterbahn, habe ich begriffen, dass ich da wohl zu viel von meinem Mann erwarte.
      Er ist einfach nicht der Typ dafür. Er ist in dieser Hinsicht zu weich. Er möchte niemanden verletzen oder kränken und lässt sich auch oftmals von Menschen ausnutzen.
      Klar ist das seine Schwäche, aber ich habe beschlossen, dies zu akzeptieren.
      Er hat soo viele tolle Seiten. Ist fleißig, klug, ein liebevoller Vater, und mein bester Freund. So oft, wenn ich von anderen Paaren höre oder sehe, denke ich, zum Glück habe ich diesen Mann und keinen anderen.
      Wirklich jeder Mensch hat seine Schwächen. Dieser Charakterzug macht ihn eigentlich nur noch liebenswerter (wenn ich mich nicht gerade darüber aufrege :-))

      Viele liebe Grüße

      quietschi
    • Hallo quietschi,

      Danke für Ihre Rückmeldung! Ich habe mich gefreut zu lesen, dass Sie die Feiertage so entspannt verbringen konnten und eine gute Lösung für sich entwickelt haben.

      quietschi schrieb:

      Das war wirklich toll und ich bin versucht es einfach so weiterzumachen. Aber dann sagt ein kleines Stimmchen in mir: "Machst du es dir damit nicht etwas zu einfach?"
      Haben Sie denn wirklich das Gefühl, dass Sie es sich einfach machen? Ich hatte eher den Eindruck, dass Sie ziemlich viel dafür getan haben, die Situation zu klären und nach Lösungen zu suchen und sich es eben NICHT leicht gemacht haben. Sie haben für sich gesorgt, ja. Aber das ist für mich etwas anderes als es sich einfach zu machen.

      quietschi schrieb:

      Danke Anne, dass du mich in meiner Position bestärkt hast. Ich habe oft das Gefühl, mich für den Kontaktabbruch rechtfertigen zu müssen und dass Viele denken (z.B. mein Vater), ich übertreibe.
      Ich glaube, es geht vielen Menschen so, die sich trauen, ungewöhnliche Wege zu gehen. Außenstehende können aber oftmals nicht wirklich beurteilen, wie die Situation ist und schon gar nicht, wie SIE die Situation empfinden und wie SIE dadurch belastet sind. Ich finde, Sie müssen sich da nicht rechtfertigen.

      quietschi schrieb:

      Deshalb weiß ich manchmal nicht, ob mein Mann sagt, er komme damit klar, wie es zwischen mir und seinen Eltern steht, weil er keinen Streit möchte und besorgt um meine Gesundheit ist (Bin seit 2 Jahren schwer krank) oder weil es wirklich so ist.
      Ist es blöd, dass mir das wichtig ist?
      Blöd ist das nicht und ich kann auch gut nachvollziehen, dass Ihnen das wichtig ist. Aber Ihr Mann ist ein erwachsener Mensch und für sich selbst verantwortlich. Wir möchten so oft in den Kopf des anderen sehen und lesen können, was da vor sich geht. Und dieser Wunsch führt allzu leicht dazu, dass wir anfangen zu interpretieren und zu spekulieren, was der andere wohl denkt. Meist führt das nur zu Missverständnissen. Ihr Mann ist ein erwachsener Mensch. Wenn er Ihnen gegenüber sagt, er komme damit klar, dies stimmt aber nicht, dann ist es seine Entscheidung und auch seine Verantwortung, damit umzugehen. Und was wäre, wenn es ihn wirklich stört? Würden Sie dann wieder zurückstecken?

      quietschi schrieb:

      Nach zwei Jahren Gefühlsachterbahn, habe ich begriffen, dass ich da wohl zu viel von meinem Mann erwarte. Klar ist das seine Schwäche, aber ich habe beschlossen, dies zu akzeptieren.
      ...
      Wirklich jeder Mensch hat seine Schwächen. Dieser Charakterzug macht ihn eigentlich nur noch liebenswerter (wenn ich mich nicht gerade darüber aufrege :-))
      Ich finde das eine sehr schöne, sehr respektvolle Einstellung. :!:

      Ihnen alles Gute und den Mut, weiterhin für sich zu sorgen!

      Anne
    • Hallo quietschi!

      Frohes neues Jahr!
      Er ist in dieser Hinsicht zu weich. Er möchte niemanden verletzen oder
      kränken und lässt sich auch oftmals von Menschen ausnutzen.
      Ja, ich habe das gleiche Problem: Ich bin ein Weichei. Aber ich muss ja auch ne Entscheidung treffen: Entweder gehts meiner Frau schlecht oder meine Eltern finden meine Ansichten doof. Da meine Eltern meine Frau ja sowieso doof finden kann ich wenigstens Schaden begrenzen. Das ist für mich auch nie einfach gewesen, aber da muss man dann die Zähne zusammenbeißen. Und ich hab oft genug deshalb geheult, aber ich wollte da nicht so einfach die "Waffen" strecken.
      Ich weiß nicht, ob diese Zeilen helfen, aber es hilft auch nicht so viel, wenn du auf deinen Mann "einredest". Er muss sich Inspiration und Mut von einer anderen unabhängigen Quelle holen.

      Es ist außerdem großartig, dass du total zufrieden und glücklich mit deinem Mann bist - so soll es sein. Und wenn er auch das mit seinen Eltern nicht so gut regeln kann, kann er doch mit den Kindern gut umgehen und das ist superwichtig.

      Viele Grüße

      Maik