Steuern im Studium - das können Studierende absetzen

von Redaktion

Steuern sparen

Wenn Studierende neben dem Studium arbeiten - ob nun als Nebenjob oder im Rahmen eines dualen Studiums -, können sie sich damit Geld zum BaFög dazu verdienen, ihr Studium aus eigener Arbeit heraus finanzieren oder aber ein wenig Geld für das Auslandssemester anhäufen.

Doch wer als Student zu viel Geld verdient, muss wie jeder andere Bürger auch Steuern zahlen!


Regelmäßige Posten - diese Kosten sind problemlos absetzbar

Grundsätzlich sollten Studierende wissen, dass das Studium wie ein Beruf oder eine berufsfördernde bzw. -ausbildende Maßnahme behandelt wird. Entsprechend sind alle Kosten, die mit dem Studium in Zusammenhang stehen, auch absetzbar.
Dazu gehören etwaige Studiengebühren, aber auch die Verwaltungsgebühren deutscher Hochschulen. Auch die Wege zur Uni und zurück lassen sich mit der Entfernungspauschale anrechnen, da der Weg immer gleich ist, geht dies besonders schnell. Es sind zwar "nur" 30 Cent/Kilometer, doch auch das summiert sich bei einem Präsenzstudium. 
Müssen Studierende für das Studium umziehen, so greift außerdem die Umzugspauschale (Belege sind in diesem Fall nicht notwendig). Auch Kosten, die im Zusammenhang mit Praktika, Studienreisen oder Auslandssemestern stehen, können steuerlich geltend gemacht werden. Auch bei einer Rückzahlung des BaFög sollte dies in der Steuererklärung geltend gemacht werden, denn die Zinszahlungen (im Gegensatz zu den Tilgungsraten) können steuersparend geltend gemacht werden.  

Natürlich können auch Arbeitsmaterialien abgesetzt werden, dazu zählen Büroartikel wie Kugelschreiber und Papier ebenso wie der Laptop. Vorsicht allerdings, denn liegt der Wert technischer Geräte über 952,- Euro (800,- Euro netto), so muss der Gegenstand über mehrere Jahre abgesetzt werden. Genauere Auskunft hierüber gibt die AfA-Tabelle (Absetzung für Abnutzung). Problemloser ist es mit den eigenen Büromöbeln, die in der Regel deutlich weniger kosten. 

Schriftliche Bewerbungen an anderen Hochschulen, bei Arbeitgebern oder für Praktika können natürlich ebenfalls bereits während des Studiums abgesetzt werden - genaue Kostennachweise sind auch hierfür nicht notwendig. Eine schriftliche Bewerbung etwa erspart 8,50 Euro, eine digitale 2,50 Euro. 

Auch die Kosten für Telefon, Mobilfunk und Internet können Studierende absetzen, bei 20 Prozent der Gesamtkosten schaut das Finanzamt nicht genauer hin. Wer mehr absetzen möchte, braucht einen Einzelkostennachweis, was für Studierende in der Regel weniger praktikabel ist. 

 

Versicherung

 

Ebenfalls sehr einfach abzusetzen für Studierende sind Versicherungen, dazu zählen sowohl Pflichtversicherungen wie die Kranken- und Pflegeversicherung, wie auch Unfallversicherungen, die Haftpflicht oder die Altersvorsorge für Studierende, die bereits langfristig planen. 
Studierende im dualen Studium können sogar die gesamten Kosten ihres Studiums als Werbungskosten geltend machen. Während Sonderausgaben im gleichen Jahr verrechnet werden müssen, legt der Fiskus in diesem Fall eine Gutschrift an, die auch auf die Folgejahre nach dem Studium umgelegt werden kann. 
Unter Werbungskosten fällt das Studium im dualen Studiengang, im Zweitstudium (auch Master) oder auch in der Zweitausbildung (Studium nach Berufsausbildung). Im Erststudium zählt das Studium als Sonderausgabe. 

 

Lohnsteuer lohnt sich, auch im Studium

Studierende müssen ihre Steuererklärung nicht in jedem Fall sofort abgeben, bis zu sieben Jahre Zeit lässt Ihnen das Finanzamt. Darum kann sich die Lohnsteuererklärung für Studierende durchaus lohnen, selbst wenn diese theoretisch nur bei Lohnsteuerpflicht notwendig ist. Ebenfalls zur Steuererklärung verpflichtet sind natürlich Studierende mit Einnahmen aus Miete und Kapital (mehr als 9.000,- Euro/Jahr).
Die Lohnsteuererklärung für Studierende ist in vielen Fällen nicht umfangreich, etwas Geld lässt sich mit ihr aber immer sparen.

Wer sich trotzdem unsicher ist, kann sich an einen Lohnsteuerhilfeverein wenden.

 

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Dies ist keine Rechts- oder Steuerberatung

 

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