Gesundheit: Kinder brauchen viel Licht und frische Luft

von Redaktion

Familie spiel Fußball

Noch vor wenigen Jahrzehnten war es ganz normal, dass ab einem bestimmten Alter die Kinder tagsüber im Freien gespielt haben, während der Vater beim Arbeiten war und die Mutter in Ruhe den Haushalt gemacht hat. Die Kinder waren also vor allem im Frühjahr und Sommer, aber auch in der kalten Jahreszeit über mehrere Stunden draußen. Sie sind auf Bäume geklettert, haben im Garten gespielt oder mit Kreide die Straße bemalt und Hüpfspiele gemacht. Mittlerweile hat sich das grundlegend geändert: Viele Kinder verbringen den Großteil ihres Tages in geschlossenen Räumen, bevorzugt an den digitalen Medien. Problem hierbei: Das bringt für die Gesundheit einige Probleme mit sich.

 

Digitale Medien können für Kinder zum Risiko werden

Eine halbe Stunde pro Tag Fernsehen oder zehn Minuten mit dem Tablet spielen, das wäre prinzipiell kein Problem. Zum Problem wird allerdings, dass viele Kinder gleich mehrere Stunden pro Tag vor solchen Medien verbringen. Sie sehen stundenlang fern, chatten mit ihren Freunden über Social Media, spielen ungeeignete Games auf der PlayStation oder verbringen viel zu viel Zeit auf YouTube. Entwicklungsstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen oder eine gesteigerte Aggressivität sind mögliche Folgen eines zu exzessiven Medienkonsums im Kindesalter. Doch es sind nicht nur die Medien selbst, welche einen nachteiligen Einfluss auf die Gesundheit des Kindes haben. Es ist auch das ständige Sitzen in geschlossenen Räumen, welches per se schon negative Auswirkungen hat, ungeachtet der eigentlichen Beschäftigung.

 

Zu wenig Bewegung und Sauerstoff beeinträchtigen die Entwicklung

Wenn das Kind also zu viel in geschlossenen Räumen ist und dabei auch noch hauptsächlich sitzt, steigt dessen Risiko für Übergewicht durch Bewegungsmangel deutlich. Demnach hat ein Kind, welches mehr als zwei Stunden pro Tag im Sitzen vor dem Bildschirm verbringt, ein doppelt so hohes Risiko, Übergewicht zu entwickeln. Selbst, wer sich zwar bewegt, jedoch nur in geschlossenen Räumen, muss um seine Gesundheit bangen. Denn gerade im Winter herrscht durch die Heizung hier oftmals ein schlechtes Raumklima. Die Luft ist zu trocken und weist einen Sauerstoffmangel auf. Das wirkt sich nachteilig auf die Atemwege aus, kann zu trockener Haut, zu Konzentrationsstörungen oder Schlafstörungen führen. In einigen Gebäuden herrscht hingegen eine zu feuchte Luft. Diese kann schlimmstenfalls zur Schimmelbildung führen und durch die Sporen zu einer ernsthaften Gesundheitsgefahr werden. Ein gutes Raumklima ist deshalb vor allem in der kalten Jahreszeit das A und O. Gleichzeitig ist es aber mindestens genauso wichtig, dass die Kinder viel Zeit an der frischen Luft verbringen.

 

Die Vorzüge der Bewegung an der frischen Luft

Viel frische Luft ist nämlich gleich aus mehreren Gründen förderlich für die Kindergesundheit. Einerseits dient sie der Gewichtsregulierung und beugt der Entwicklung von Übergewicht vor. Andererseits wirkt sich der Sauerstoff positiv auf die Atemwege sowie das Immunsystem im Allgemeinen aus. Es handelt sich um eine Art „sanfte Abhärtung“, wodurch sich das Kind an Temperaturschwankungen gewöhnt, das Immunsystem gegenüber Krankheitserregern trainiert und Allergien präventiv vorbeugt. Durch das Toben an der frischen Luft werden zudem die motorischen Fähigkeiten trainiert, ebenso die Kondition, Beweglichkeit und Balance. Wer als Kind schon sportlich ist, wird dies mit großer Wahrscheinlichkeit auch eher im Erwachsenenalter bleiben. Das Toben an der frischen Luft stellt also die Grundlage für ein gesundes und langes Leben dar. Die Konzentration sowie Leistungsfähigkeit der Kinder verbessert sich, was wiederum größere Erfolge in der Schule sowie im späteren Berufsleben nach sich zieht. Zuletzt fördert das freie Spielen in der Natur auch die Kreativität, da ihnen eben nicht von den Medien die ganze Fantasie genommen wird.

 

Immer mehr Kinder leiden unter einem Vitamin-D-Mangel

 

Kind im Sommer unter der Sonne

 

Jeder Mensch, vor allem aber Kinder, welche sich noch im Wachstum befinden, benötigt ausreichend Vitamin D. Dieses ist wichtig für gesunde Knochen und stärkt das Immunsystem. Es wird jedoch nur zu zehn Prozent über die Nahrung aufgenommen. 90 Prozent der benötigten Menge produziert der Körper hingegen selbst. Dafür braucht er allerdings Sonnenlicht, sprich frische Luft. So sollte es möglich sein, auf natürlichem Weg ausreichend Reserven an Vitamin D zu bilden, damit diese auch über den dunklen Winter hinweg reichen. Dennoch ist es sinnvoll, dass Eltern den Vitamin-D-Spiegel ihrer Kinder regelmäßig ärztlich überprüfen lassen, um einen Mangel gegebenenfalls frühzeitig zu erkennen und durch die zusätzliche Einnahme von Präparaten schweren Erkrankungen entgegenzuwirken. Es gibt also viele verschiedene Gründe, weshalb Bewegung an der frischen Luft mit ausreichend Sonnenlicht so wichtig für die Gesundheit ist, vor allem, aber längst nicht nur, für Kinder.

 

Auch Eltern können vom Spiel an der frischen Luft profitieren

Rausgehen, lautet deshalb die Devise, und zwar sowohl im Sommer als auch im Winter. Mit der richtigen Kleidung ist das Toben im Freien nämlich auch in der kalten Jahreszeit kein Problem. Zudem macht das zwischen Schneemännern, Schlittenfahren und Schneeballschlachten den meisten Kindern gleich doppelt Spaß. Am besten gehen die Eltern mit. Denn wie bereits erwähnt, profitieren auch sie gesundheitlich von der Bewegung an der frischen Luft sowie dem Sonnenlicht für ihren Vitamin-D-Haushalt. Zeitgleich können sie dadurch die Beziehung zu ihren Kindern positiv beeinflussen. Sie können gemeinsame Erinnerungen kreieren und haben ihre Sprösslinge zugleich im Blick, wenn sie noch nicht alt genug sind, um alleine im Freien zu toben. Hier also einige Ideen, was Eltern und Kinder an der frischen Luft unternehmen können, sodass alle Spaß haben und von dem Licht, dem Sauerstoff sowie der Bewegung profitieren:

  • Schlitten fahren: Das Stichwort ist bereits gefallen. Sobald der erste Schnee fällt, ist für viele Kinder das Schlittenfahren ein echtes Highlight. Sei es mit dem Lenkbob, dem klassischen Holzschlitten oder einem Schneerutscher, es gibt viele Möglichkeiten, den Berg schnell sowie kreativ herunterzufahren. Das anschließende Hochziehen auf den Berg sorgt dafür, dass den Beteiligten nicht kalt wird und bringt zugleich das Herz-Kreislauf-System in Schwung.

  • Seifenkiste bauen: Im Sommer kann es ebenso rasant den Berg hinuntergehen und zwar mit einer Seifenkiste. Sie wird bestenfalls nicht gekauft, sondern selbst gebaut. So können die Kinder unter Anleitung mit den Eltern ihr handwerkliches Geschick üben und die Bindung zwischen Eltern und Kind wird gestärkt. Hierbei ist es wichtig, auf die Sicherheit beim Bauen sowie beim späteren Fahren zu achten. Ein Bremspedal ist beim Bau einer Seifenkiste ebenso Pflicht wie das Tragen eines Helms während der Fahrt.

  • Natur erkunden: Gerade im Frühjahr kann es schön sein, einfach gemeinsam die Natur zu erkunden. Nun blüht es an jeder Ecke, die Tiere kommen aus ihrem Winterquartier, die Vögel singen und ein Spaziergang durch den Wald wird zu einem echten Abenteuer. So können die Kinder lernen, die Natur wahrzunehmen und mit allen Sinnen zu erleben. Sie können an den Blumen riechen, durch ein Fernglas die Vögel im Flug beobachten oder auf einen stabilen Baum klettern.

 

Kind untersucht die Wiese

 

  • Schnitzeljagd machen: Steht ein Kindergeburtstag an oder soll der Tag aus anderen Gründen etwas ganz Besonderes werden, eignet sich dafür perfekt die Schnitzeljagd. Die Kinder müssen dabei altersgerechte Rätsel lösen und in der näheren Umgebung einen „Schatz“ suchen. Ein spannendes und in der Regel auch spaßiges Erlebnis für die Suchenden sowie ihre Begleiter.

  • Ball spielen: Zuletzt können die Kinder auch einfach im Garten mit einem Ball spielen. Fußball, Basketball oder eine ganz eigene Erfindung. Hierbei sind keine Grenzen gesetzt. Das fördert die Fantasie, hält die Kinder in Bewegung und entwickelt ihre motorischen Fähigkeiten weiter.

Es ist also gar nicht notwendig, dass die Eltern ihre Kinder im Freien immer aktiv bespaßen. Im Gegenteil können diese sich, wenn sie es gewöhnt sind, in der Regel ganz gut selbst beschäftigen. Sie bauen eine Höhle aus Ästen, spielen Indianer oder erfinden eben neue Möglichkeiten, mit einem Ball zu spielen. Es ist daher auch wichtig, dass die Eltern zwar Zeit mit ihrem Nachwuchs verbringen, diesen manchmal aber auch bewusst sich selbst überlassen, um dessen Kreativität anzuregen. In Zeiten der „Helikopter-Eltern“ fällt das zwar vielen schwer, kann aber auch zu einer Entlastung werden. Denn sind die Kinder alt genug, um sicher alleine im Freien zu spielen, bleibt Mutter und Vater wieder deutlich mehr Zeit für die Arbeit, den Haushalt, andere Verpflichtungen oder einfach etwas Entspannung. Auch das fördert wiederum ihre Gesundheit.

 

Einfach auf einen Baum klettern und die Seele baumeln lassen

Kind klettert auf einen Baum

 

 

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