Fallen die Abiturprüfungen dieses Jahr aus?

von Newsredaktion Familie

Klassenzimmer Schule

Die Corona-Pandemie zeigt weiterhin starke Auswirkungen auf das Bildungssystem in Deutschland. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert jetzt, die Abiturprüfungen dieses Jahr notfalls ausfallen zu lassen. Lediglich die Leistung der Schüler im Unterricht sollte ihrer Ansicht nach bewertet werden.

Aktuell steht Deutschland vor der dritten Welle. Die Infektionszahlen türmen sich neuerlich auf, da überrascht es nicht, dass wieder einmal das Bildungssystem in den Mittelpunkt der Überlegungen rückt. Wenn das Infektionsgeschehen weiterhin so dramatisch ansteigt, dann müssten die Länder in Deutschland flexibel reagieren und von den Prüfungen absehen, forderte nun die Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Marlin Tepe.

Leistung im Unterricht als Grundlage für Noten

Sie schlug stattdessen vor, dass in diesem Jahr die Leistungen im Unterricht als Grundlage für die Noten herangezogen werden könnten. Sie betonte gleichzeitig, dass sich ihre Gewerkschaft sehr dafür eingesetzt habe, dass die Kultusminister der Länder die Abiture trotz verschiedener Prüfungsformate gegenseitig anerkennen.

Diese grundsätzliche Bereitschaft solle ihrer Meinung nach auch beibehalten werden, wenn Prüfungen aufgrund der Pandemie ausfallen sollten. Der Wert des Abiturs 2021 dürfe nicht davon abhängen, ob Prüfungen nun stattgefunden hätten oder nicht.

Die Abschlussklassen sind gut vorbereitet

Dieser Vorstoß trifft wenig überraschend auf Kritik. So hielt beispielsweise die Vorsitzende des Deutschen Philologen-Verbandes, Susanne Lin-Klitzing, wenig von dem Vorschlag. Sie ist der Ansicht, dass die Abiturprüfungen in jedem Fall stattfinden sollten. Die Abschlussklassen sind ihrer Ansicht nach gut vorbereitet.

Schüler sollten die Chance bekommen zu zeigen, wozu sie unter Prüfungsbedingungen imstande sind. Die außergewöhnlichen Bedingungen, unter denen die Abiturprüfungen stattfinden müssen, könne man entsprechend organisieren.

Hygienebedingungen und Abstand

Wichtig sei es jedenfalls, dass sie unter guten Hygienebedingungen stattfinden können. Dazu zählt auch ein ausreichender Abstand zwischen den Abiturienten. Damit dies umsetzbar wird, sollte die Schüler auf mehr Räume als bisher verteilt werden. Damit werde allerdings ein Präsenzunterricht in den anderen Klassen nur noch sehr eingeschränkt möglich sein.

Darüber hinaus schlug sie vor, dass an allen Prüfungstagen Corona-Schnelltests stattfinden sollen. Diese sollten die Länder den Schulen zur Verfügung stellen. Mit diesen umfangreichen Maßnahmen sei die Abhaltung der Abiturprüfungen durchaus möglich.

Eine Absage wäre ein Nachteil

Die Politik scheint dem Vorschlag der Gewerkschaft derzeit wenig abgewinnen zu können. So geht der hessische Kultusminister Alexander Lorz davon aus, dass die Abiturprüfungen dieses Jahr überall stattfinden werden. Er betonte, dass eine Absage zum Nachteil der Schüler wäre. Diese wären lebenslang mit einem Malus behaftet.

Sie müssten mit dem Ruf kämpfen, keine richtige Prüfung geschrieben zu haben. Schließlich sollte jeder Schüler in Zukunft sagen können, dass er ein ganz reguläres Abitur geschrieben habe.

Lehrerverbände sind nicht begeistert

Die Lehrerverbände zeigten sich ebenfalls wenig begeistert von dem Vorstoß der Gewerkschaft. Sie wiesen darauf hin, dass diese bereits im Vorjahr ähnliche Forderungen erhoben habe. Doch im Nachhinein habe sich der Weg der Bundesländer als absolut richtig erwiesen. Diese waren der damaligen Forderung nicht gefolgt und hatten die Abiturprüfung 2020 sicher und fast problemlos über die Bühne gebracht.

Dabei zeigte sich, dass die Ergebnisse nicht nur sehr ähnlich, sondern sogar etwas besser als in den Vorjahren ausgefallen waren. Eltern, die sich fragen, fallen die Abiturprüfungen dieses Jahr aus, können also beruhigt sein. Es sieht derzeit ganz danach aus, als ob sie dieses Jahr ebenfalls durchgeführt werden.

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