Die Zahl der Eingliederungshilfen für Kinder steigt dramatisch an

von Newsredaktion Familie

Kind mit Teddybör

Nicht erst seit der Corona-Pandemie haben Kinder und Jugendliche verstärkt seelische und soziale Probleme. Die Eingliederungshilfe soll den Betroffenen die Teilhabe am sozialen Leben in Deutschland erleichtern. Diese Fälle sind in den letzten zehn Jahren um 156 % Prozent gestiegen. Die Hälfte der Kinder war zwischen neun und 13 Jahre alt.

Wie das Statistische Bundesamt bekannt gab, haben die Träger der Kinder- und Jugendhilfe im Jahr 2020 mehr als 109.000 Eingliederungshilfen auf den Weg gebracht. Vor rund zehn Jahren lag diese Zahl noch bei etwas mehr als 42.000 pro Jahr.

Die Unterstützung kommt in Form von Beratungs- und Therapiestunden. Sie aber auch in Form von Schulbegleitungen oder als Assistenz bei der Integration erfolgen. Diese haben vor allem im Schulalltag an Bedeutung gewonnen. Die Experten sehen darin eine der Ursachen für den Anstieg der Eingliederungshilfen.

Psychische Belastungen und Auffälligkeiten sind am häufigsten

Die Gründe für die Inanspruchnahme sind vielfältig. Sie werden vor allem mit psychischen Belastungen und Auffälligkeiten bei der Entwicklung argumentiert. Diese waren zuletzt mit 41 Prozent auch der häufigste Grund. Beispiele dafür wären Ängste, Selbstmordgedanken und Verzögerungen in der Entwicklung der Kinder. Bei 30 Prozent der Fälle waren schulische oder berufliche Probleme der Grund.

Eingliederungshilfe in Deutschland

Quelle: www.destatis.de

Hyperaktivität, das Schulschwänzen oder ADHS sind hier ausschlaggebend. 16 Prozent der Eingliederungshilfen betrafen aggressiven Verhalten, Drogenkonsum oder die Isolation der Betroffenen. Die Zahl der Eingliederungshilfen für Kinder steigt dramatisch an.

73 Prozent sind Jungen

Auffällig dabei ist, dass es sich bei rund drei Viertel der betroffenen Kinder und Jugendlichen um Jungen handelt. Ihr Anteil stieg in den letzten Jahren kaum an. Waren 2009 noch 70 Prozent der Betroffenen Jungen, so sind es jetzt 73 Prozent. Das Alter lag bei rund 48 Prozent zwischen neun und 13 Jahren. Die Dauer der Eingliederungshilfe betrug im Schnitt 23 Monate.

Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung

Der starke Aufwärtstrend macht sich auch an den allgemeinbildenden Schulen in Deutschland bemerkbar. Die Zahl der betroffenen Schüler in diesen Bildungseinrichtungen wuchs um fast 72 Prozent an. Dabei handelte es sich um eine Zahl von fast 100.000 Kinder und Jugendlichen. Sie mussten in ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung gefördert werden.

Mehr als die Hälfte von ihnen wurde an regulären Schulen unterrichtet, der Rest an Förderschulen. Die Statistik zeigt, dass der Förderbedarf im emotionalen und sozialen Bereich überproportional angestiegen ist. Hier herrscht offenbar der größte Handlungsbedarf für Eltern, Schulen und Gesellschaft.

Der Anteil der Integrationsschüler hat sich fast verdreifacht

Betrachtet man die Zahlen über alle Schularten hinweg, dann kann Deutschland einen Anstieg von 19,2 Prozent im letzten Schuljahr verweisen. Das sind Kinder und Jugendliche, die wegen einer Vielzahl an unterschiedlichen Formen der Entwicklungsstörungen gefördert wurden. Darunter finden sich auch körperliche und geistige Verzögerungen, sowie jene Betroffenen, die sprach, hör- oder sehbehindert sind.

Die Zahl der Integrationsschüler hat sich in den letzten zehn Jahren fast verdreifacht. Sie stieg um mehr als 170 Prozent an. 243.200 Schüler waren im letzten Schuljahr davon betroffen. Die Zahl der restlichen Förderschüler ging hingegen um rund 17 Prozent auf 313.900 zurück. Insgesamt nahmen 557.100 Kinder und Jugendliche die Eingliederungshilfen in Anspruch.

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