Bildungsbericht 2018

von Newsredaktion

Kinder

Die Kluft zwischen Bildungsgewinnern und –verlierern wächst, der Mangel an Lehrkräften und Erziehern hat Folgen. Das sind zwei wesentliche Erkenntnisse aus dem aktuellen Bildungsbericht hervor, der zuletzt in Berlin vorgestellt wurde. Demnach müssten Kindergärten und Schulen noch besser für den wachsenden Zulauf von Kindern und Jugendlichen gewappnet sein. Dazu gehört auch die Förderung benachteiligter Kinder. Die Experten fordern die Politik daher zu umfangreichen Investitionen auf.

Gewinner und Verlierer in der Bildung

Im Jahr 2016 haben demnach fast 50.000 Jugendliche mehr die Schule ohne Abschluss verlassen als noch im Vorjahr. Dieser Anstieg ist fast ausschließlich auf Jugendliche mit Migrationshintergrund zurückzuführen. Für die Kindergärten und Schulen wäre es daher wichtig, verstärkt Integrations-, Sprach- und Vorbereitungsmaßnahmen zu ergreifen. Damit ist auch eine tiefe Spaltung zwischen Bildungsgewinnern- und verlierern festzustellen. So erreichen zehn Prozent der Schüler in den neunten Klassen nicht den geforderten Mindeststandard beim Lesen. Gleichzeitig stieg der Anteil der Abiturienten in den letzten zehn Jahren von 34 auf 43 Prozent an. Der Bericht zeigt auch, dass die 15-Jährigen in Deutschland im internationalen Vergleich aufgeholt haben. Die Leistungen lägen zwar nicht mehr unter dem Durchschnitt der OECD, gerade bei den Grundschülern sei der Abstand zur Spitze jedoch noch gewachsen.

Geburtenzahlen und Migration

Aspekte sind dabei unter anderem die steigenden Geburtenzahlen, aber auch die zunehmende Zuwanderung. Da mehr Kinder und Jugendliche die Kitas und Schulen besuchen, werden dort auch mehr Lehrkräfte und Erzieher benötigt. Außerdem kehren immer häufiger in den Beruf zurück, sodass der Bedarf an Betreuung steigt. Einige Bildungsforscher sprechen sich im Bericht daher für einen Umbau und Ausbau des Bildungssystems aus, um die künftigen Herausforderungen zu meistern.

So gibt es große Unterschiede beim Versuch neue Lehrkräfte etwa in Form von Seiteneinsteigern zu gewinnen. Außerdem gehen viele Lehrkräfte und Erzieher in absehbarer Zeit in Ruhestand, sodass die Stellen neu besetzt werden müssen, wobei auch neue Stellen geschaffen werden müssten. So fehlen auch in den Kitas in absehbarer Zeit Fachkräfte. Dazu kommt, dass Erzieher und Lehrkräfte immer mehr grundlegende Bildungs- und Erziehungsaufgaben übernehmen müssen, die eigentlich Aufgabe der Elternhäuser wären.

Verantwortung der ganzen Gesellschaft

Auch regional gibt es demzufolge große Unterschiede. Betroffen sind vor allem ländliche Regionen, wo ausreichend Bildungsangebote in der Nähe der Wohnorte der Kinder zur Verfügung stehen. Trotz großer Probleme zeigt der Bericht, dass sich Bildung für jeden einzelnen lohnt. Meist verdienen Absolventen mit Hochschulabschluss mehr als Auszubildende mit der Berufsausbildung. Außerdem wirkt sich die Bildung positiv auf das soziale, gesellschaftliche Engagement, die Gesundheit und das Wahlverhalten aus. so gehen rund 57 Prozent der Hochschulabsolventen wählen, während es bei den Hauptschulabsolventen 41 Prozent sind. So liegt die Bildung in der Gesamtverantwortung der ganzen Gesellschaft.

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