Erziehungsmaßnahme:
Bestrafung
Die Bestrafung ist eine erzieherische Maßnahme, bei der aus einer Verhaltensweise des Kindes eine unangenehme Konsequenz durch den Erzieher erfolgt, mit dem Ziel, dass diese Verhaltensweise von dem Kind nicht mehr gezeigt oder ganz verlernt wird.
Analog zur Belohnung, kann man die Bestrafung in zwei Arten unterscheiden
- Auf das Verhalten folgt eine unangenehme Konsequenz
- Auf das Verhalten wird eine angenehme Situation beendet oder sie wird später nicht mehr eintreten
Probleme mit der Maßnahme Bestrafung
- Bestrafung beseitigt nicht das unerwünschte Verhalten, sondern unterdrückt es nur und verzögert das zeitliche Auftreten
- Das bestrafte Kind ändert nicht seine Verhaltensweise, sondern versucht der Strafe durch Erlernen neuer Verhaltensweisen zu entgehen, z. B. durch Flucht, Lügen, Einschmeicheln, etc.
- Bestrafung kann die Beziehung zwischen Erzieher und Kind so stark belasten, dass kein (notwendiges) Vertrauensverhältnis aufgebaut werden kann
- Häufiges bestrafen kann zu feindseligem und aggressivem Verhalten führen
- Das Kind sieht sein Fehlverhalten bei Bestrafung nicht ein und ändert deswegen seine Verhaltensweise auch nicht
- Strafe kann eine Verstärkung der ungewünschten Verhaltensweisen bewirken, z.B. wenn diese die einzige Form der Zuwendung für das Kind darstellt
- Das Modell der Bestrafung wird von dem Kind selbst eingesetzt um sich gegen andere durchzusetzen
- Häufige Bestrafung mindert das Selbstwertgefühl des Kindes und kann zu Motivationslosigkeit und Passivität führen