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Wo bleiben die meisten Schüler sitzen?

von Newsredaktion

Sitzenbleiben

Auch wenn bald schon die Herbstferien vor der Tür stehen, für einige Schüler begann das neue Schuljahr wenig erfreulich, wenn sie gehören zu den Schülern, die eine Klasse wiederholen müssen. In einem Atlas zeigt sich, in welchen Städten und Regionen es die meisten Sitzenbleiber gibt.

Sitzenbleiber und freiwillige Wiederholer

Diese Erhebung stammt vom Verbraucherportal billiger.de und zeigt überraschende Erkenntnisse. In vielen bayrischen Städten bleiben etwa viermal mehr Schüler sitzen – auch Schüler, die freiwillig wiederholen – wie in anderen Städten wie Aalen, Flensburg oder Konstanz. Die Daten stammen von den Kultusministerien der Bundesländer, den Schulbehörden, den Statistischen Landesämtern oder den Schulen. So fällt auf, dass etwa im bayrischen Coburg die meisten Schüler sitzen bleiben. Das entspricht 38 Wiederholungen pro 1.000 Schüler (224 Nichtversetzte Gesamt). Dahinter kommt Fürth mit 37 Sitzenbleibern auf 1.000 Schüler (224 Nichtversetzte), dann Hof mit 37 Sitzenbleibern (189 Nichtversetzte). Zehn Kommunen der Top 15 sind dabei in Bayern zu finden. Auf Platz fünf folgt das hessische Hanau mit 35 Wiederholern je 1.000 Schüler (409 Nichtversetzte).

Niedrige Zahlen in zahlreichen Ländern

Anders sieht es dabei in Aalen in Baden-Württemberg aus: Hier blieben neun von 1.000 Schülern sitzen (62 Nichtversetzte). Ebenso weisen Konstanz und Flensburg im nördlichsten Bundesland Schleswig-Holstein eine Quote von unter einem Prozent auf. Ähnliches gilt für Städte wie Jena oder Suhl in Thüringen. In Berlin sind 4.128 Schüler sitzen geblieben. Das sind die meisten bundesweit. Dennoch liegt die Quote hier nur bei 1,32 Prozent gegenüber dem Bundesschnitt von 1,97 Prozent, da die Sitzenbleiber sich auf über 315.000 Schüler verteilen. Dazu kommt, dass in Berlin in den Sekundarschulen, der Kombination aus Haupt, Real und Gesamtschule, nicht mehr wiederholt werden kann, lediglich auf den Gymnasien können Schüler nicht versetzt werden.

Kein Sitzenbleiben möglich

In Hamburg werden fast alle Schüler versetzt, fast unabhängig von guten oder schlechten Leistungen. Das Wiederholen der Klasse geht nur in Ausnahmefällen. Auch in Baden-Württemberg ist das Sitzenbleiben an den Gemeinschaftschulen nicht mehr möglich. Außerdem gibt es in einigen Bundesländern Einschränkungen, dass nur bestimmte Jahrgangsstufen wiederholt werden können. In Bundesländern wie Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen oder Mecklenburg-Vorpommern gehört das Sitzenbleiben zur Pädagogik. Die drohende Nichtversetzung soll hier Anreiz zu mehr Fleiß und besseren Leistungen sein.

Fakt ist, dass das Sitzenbleiben nicht nur eine Belastung für die Schüler sein kann, es kostet auch Geld. Allein in den 122 Kommunen, die in der Studie berücksichtigt wurden, kommen Zusatzkosten von 1,8 Milliarden Euro zusammen, so Zahlen der OECD.

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