Was Eltern von professionellen Erziehern lernen können

von Redaktion

baukloetze

 

Die ersten Lebensjahre eines Kindes legen den Grundstein dafür, wie es zu sich selbst und zu seinen Mitmenschen steht. Am Anfang des Lebens gelten Eltern als Dreh- und Angelpunkt. Sie vermitteln ihrem Kind Werte und Verhaltensweisen und prägen seine grundsätzliche Sicht auf die Welt.

Spätestens mit dem Besuch von Kinderkrippe oder Kindergarten ändert sich das. Plötzlich ist da noch jemand, der Einfluss auf die Entwicklung des Kindes nimmt: der Erzieher bzw. die Erzieherin. Indem Eltern mit Erziehern Hand in Hand arbeiten, können sie einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Kleinen haben. Wir zeigen, wie das gelingt.

 

Das zeichnet gute Erzieher aus

Wenn es darum geht, in welche Kinderkrippe oder Kindergarten sie ihren Sprössling geben, sind Eltern meistens überaus kritisch. Sowohl das Konzept der Einrichtung als auch die dort arbeitenden Erzieher werden grundsätzlich hinterfragt. Dabei kann sich eine Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erziehern positiv auf die Entwicklung des Kindes auswirken. Die professionelle Erzieher Ausbildung vermittelt den Auszubildenden alles, was sie für ihre zukünftige verantwortungsvolle Aufgabe brauchen. Es sind jedoch nicht nur die fachlichen Kompetenzen, mit denen Erzieher einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Ihre zwischenmenschlichen Fähigkeiten sind ebenfalls nicht zu unterschätzen.

 

Doch woran erkennt man, dass man einen professionellen Erzieher vor sich hat? Wir zeigen, welche Fähigkeiten und Kompetenzen gute Erzieher auszeichnen.

  1. Sobald das Kind in Krippe oder Kindergarten geht, nehmen Erzieher einen hohen Stellenwert in seinem Leben ein. Als konstante Bezugsperson sorgen sie für Geborgenheit und bei ihren Schützlingen damit für eine emotionale Ausgeglichenheit. Zu dieser besonderen Feinfühligkeit gehören zum Beispiel aktives Zuhören und Ich-Botschaften. Während das „Du“ von Kindern meistens als direkter Angriff oder Abwertung aufgefasst wird, sind Ich-Botschaften eine mildere Form.

  2. Dank ihrer professionellen Feinfühligkeit spüren Erzieher, wann ein Kind besondere Zuwendung braucht und wann es lieber alleine sein möchte. Dafür braucht das Kind oft nichts sagen – da Erzieher in der Ausbildung lernen, nonverbale Zeichen zu deuten, können sie Situationen entschärfen. Ist es jetzt besser, dem Kind körperliche Zuwendung in Form einer Umarmung zu schenken oder wäre Bewegung zum Stressabbau die bessere Wahl? Ein guter Erzieher entscheidet stets situativ.

  3. Stressige Situationen können auch im Kindergarten-Alltag vorkommen. Müdigkeit, ein Zuviel an neuen Eindrücken oder die Suche nach neuen Impulsen können zu Stress führen. Je nach Situation kann der Stress durch Bewegung, Ruhe oder ein Gespräch abgebaut werden. Gute Erzieher besitzen die Fähigkeit zur Stressreduktion und können entsprechend handeln.

  4. Erzieher treten auch als Sprachvorbilder auf. Indem sie das so genannte „handlungsbegleitende Sprechen“ praktizieren, sorgen sie dafür, dass Kinder verstehen, warum etwas getan wird. Damit prägen sie die Sprache ihrer Schützlinge und schaffen die Grundlagen dafür, dass das Kind seine Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse verständlich ausdrücken kann.

  5. Kinder sind zu Beginn ihres Lebens besonders empfänglich für Neues. Als Spielassistenten geben Erzieher neue Impulse anstatt Spiele zu leiten. Dadurch bleibt das Spiel immer in der Hand des Kindes, während der Erzieher eine Art aktive Passivität zeigt. So kann das Explorationsverhalten auf natürliche Art gefordert werden.

 

Daneben gibt es noch viele weitere Kompetenzen und Fähigkeiten, die während der meist dreijährigen Berufsausbildung vermittelt werden. Weil Erzieher viele verschiedene Aufgaben übernehmen – Aufsicht, Betreuung, Erziehung, Bildung, Förderung und Pflege von Kindern, Jugendlichen oder behinderten Menschen – müssen sie Einfühlungsvermögen, Geduld, Stressresistenz und körperliche Fitness mitbringen. Diese Skills lassen sich zwar trainieren, müssen in ihren Grundzügen aber bereits vorhanden sein. Wer sich dafür entscheidet, eine Erzieher-Ausbildung zu machen, ist sich dessen bewusst.

 

So wichtig ist die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erziehern

Als ausgebildeter Erzieher stehen einem viele Jobmöglichkeiten offen. Man kann in einer Krippe arbeiten, in Kitas, Kindergärten, vorbereitenden Schulen und Grundschulen, aber auch in heil- und sonderpädagogischen Einrichtungen, in Horten und Heimen oder in Behindertenstätten. Unabhängig von der sozialpädagogischen Einrichtung ist die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erziehern ein zentrales Element. Eine gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen Erziehern und Eltern bietet viele Vorteile – nicht zuletzt für das Kind. Schließlich gibt es einige Dinge, die Eltern von Erziehern lernen und im Familienalltag aktiv praktizieren können.

 

Mathematisches Wissen in Grundzügen:

Bei vielen Kindern kristallisiert sich Mathe später als Problemfach heraus. Umso wichtiger ist eine frühzeitige Förderung. Das geht am besten, wenn man seinem Kind bereits früh den Spaß am Rechnen und Zählen vermittelt und damit das aufgreift, was die Erzieher im Kindergarten praktizieren. Zum Beispiel kann man sein Kind beim Einkaufen sechs Tomaten einpacken lassen. Oder man fragt es, wie viele Stücke Banane auf dem Teller liegen und lässt das Kind mit dem Finger abzählen.

 

Grob- und Feinmotorik:

Erzieher wissen, wie man die große Neugier von Kindern für die Entwicklung von Grob- und Feinmotorik nutzen kann. Toben, Springen und Klettern geht nämlich nicht nur im Kindergarten, sondern auch beim regelmäßigen Besuch von Spielplätzen. Wichtig ist, dass Mama und Papa nicht nur zugucken sondern auch mitmachen, zum Beispiel indem sie fangen spielen oder Kinder beim Balancieren Hilfestellung geben.

Die feinmotorischen Fähigkeiten kann man hingegen beim Basteln und Malen verbessern. Warum in der Adventszeit also nicht einfach ein paar Weihnachtssterne basteln? Oder man motiviert seinen Sprössling, für Oma ein Bild zum Geburtstag zu malen. Zu Weihnachten, Ostern und anderen Anlässen wird schließlich auch im Kindergarten gemalt und gebastelt. Auch das Spielen mit Knete sowie das Malen mit Kreide sind für die Feinmotorik gut geeignet.

 

Soziale Kompetenz fördern:

Indem sie zur Entwicklung erster sozialer Kompetenzen anregen, helfen Erzieher den Kleinen beim ersten Schritt in die Selbständigkeit, wodurch auch das Selbstvertrauen gestärkt wird. Zuhause sollte dies weiterverfolgt werden. In erster Linie gilt: Eltern haben eine Vorbildfunktion. Deswegen sollten Mama und Papa sich an Regeln halten, einen höflichen Umgang pflegen und Mitgefühl zeigen. Ebenso hilfreich ist es, wenn Eltern Treffen organisieren, bei denen ihr Kind mit anderen spielen und dadurch das soziale Miteinander lernen kann.

 

Selbständigkeit fördern:

Beim Vorbereiten von Snacks und beim Aufräumen der Spielsachen helfen – von Erziehern lernen Kinder, eigene Aufgaben zu übernehmen und Herausforderungen zu meistern. Auch im familiären Umfeld sollte darauf geachtet werden, seinen Sprössling zu einem selbständigen Kind zu erziehen. Eltern sollten ihren Nachwuchs dazu ermutigen, neue Dinge auszuprobieren, zum Beispiel auf dem Spielplatz.

Und noch einen weiteren wertvollen Tipp haben Erzieher an Eltern: Das Kind sollte eigenständige Entscheidungen treffen dürfen. Hierfür gibt man seinem Kind zwei Optionen, zwischen denen es wählen kann. Die Entscheidung der Kleinen muss dann natürlich in jedem Fall respektiert und umgesetzt werden.

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