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Umstrittener Anatomie-Kurs für Kinder in Berlin

von Newsredaktion

Körper

Schon seit Jahren sorgen die Körperwelten-Ausstellungen von Plastinator Gunther von Hagen. Das Menschen-Museum in Berlin, das präparierte Leichen präsentiert, bietet nun ab Februar Kindern einen neuen Anatomie-Kurs an. Bei den Kindern sollen so das Interesse für Medizin und den menschlichen Körper geweckt werden. Das löst jetzt die Kritik der Kirche aus.

Einführung in die Medizin

Viele Kinder haben schon früh außergewöhnliche Berufswünsche. Nicht selten träumen Kinder davon, Schauspieler oder Astronaut, Feuerwehrmann oder Tierpfleger zu werden. Häufig wird dabei auch der Arzt-Beruf genannt. So kam das Museum auf die Idee, den Kindern die Medizin und den menschlichen Körper auf ganz besondere Art und Weise näher zu bringen. Der Anatomie-Workshop im Menschen-Museum Berlin richtet sich an Kinder zwischen acht und zwölf Jahren und soll Jungen und Mädchen dazu ermutigen, später ein Medizin-Studium ins Auge zu fassen. Die Kosten des Workshops liegen bei 30 Euro und wird ab Februar angeboten.

Einblick in die Anatomie des Menschen

Der Workshop soll den Kindern die Möglichkeit geben, den menschlichen Körper kennenzulernen und spezielle Funktionen zu verstehen, die Kinder sollen erfahren, wie der Körper aufgebaut ist und wie er im Einzelnen funktioniert. Der spannende Einblick in den Menschen soll unter fachkundiger Leitung eines Arztes gewährt werden.

Kritik von der Kirche

Was in guter Absicht von Seiten des Museums geplant ist, stößt bei der Kirche auf Kritik. Da es sich bei den Exponaten um die Körper von Verstorbenen handelt, die ihren Körper zur Präparation zur Verfügung gestellt haben, fürchten die Vertreter der Kirche, dass die verstorbenen Menschen lediglich zur Schau gestellt werden, und die Kinder nicht, wie beabsichtigt, einen Einblick in den menschlichen Körper erhalten sowie den Umgang mit dem Tod lernen.

Aktuelle Gerichtsentscheidung

Mit dem Menschen-Museum gibt es schon seit einiger Zeit immer wieder Auseinandersetzungen. Die Stadt versuchte in der Vergangenheit bereits mehrfach, das Museum schließen zu lassen. Damit hatten sich bereits schon Gerichte befasst. So entschied das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg gerade im vergangenen Dezember, dass das Museum eine Genehmigung für den Betrieb benötige mit dem Hinweis auf das Bestattungsgesetz, nach dem Leichen hierzulande bestattet werden müssen. Doch bisher gab es keine Einigung, die Anwälte des Museum prüfen das Gerichtsurteil. Der Betrieb läuft wie gewohnt weiter, sodass auch der Anatomie-Workshop für die Kinder wohl wie geplant stattfinden wird.

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