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Trotz Stress: Eltern wollen Hausaufgaben nicht abschaffen

von Redaktionsassistenz

Stressfaktor Hausaufgaben

Eine aktuelle forsa- und Fact-Umfrage zeigt, dass viele Kinder mit den Hausaufgaben überfordert sind. Überraschend: Der Großteil der Eltern spricht sich trotzdem gegen eine Abschaffung aus. Die Studie im Auftrag des Online-Lernspezialisten scoyo offenbart große Differenzen beim Streit-Thema Hausaufgaben.

Hausaufgaben sorgen in vielen Familien für Stress und Streit, und auch unter Experten brennt schon lange eine Diskussion um ihren Sinn und Unsinn. In einer von scoyo in Auftrag gegebenen forsa-Umfrage[1] unter 1.010 Eltern zur Belastung ihrer Kinder durch Hausaufgaben zeigt sich jetzt: 75 Prozent der Eltern wären trotzdem gegen eine Abschaffung.

 

Hausaufgaben: eine große Belastung

Gleichzeitig gibt fast die Hälfte der Eltern an, dass ihre Kinder mit der Menge der Hausaufgaben überfordert sind, 36 Prozent davon ab und zu, 12 Prozent häufig oder immer. Eine zusätzliche FACT-Befragung[2] unter Kindern bestätigt das Bild: 58 Prozent der 9- bis 13-jährigen Schüler und Schülerinnen empfinden ihre Hausaufgaben als Anstrengung. Fast 50 Prozent der befragten Kinder sind für eine generelle Abschaffung der Hausaufgaben.

 

Auch Michael Schulte- Marktwort, Kinder- und Jugendpsychiater am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf sieht die Menge an Aufgaben kritisch: „Schüler müssen heute ein unglaubliches Arbeitspensum bewältigen. Nach 36 Stunden Schule kommen dann noch die Hausaufgaben. Mit Prüfungen und Referaten, Sport und Musikinstrument kommen sie so auf bis zu 50 bis 60 Wochenstunden. Das stellt eine erhebliche Belastung dar.“

 

Eltern helfen nach

Um dieser Belastung entgegenzuwirken, greifen viele Eltern bei den Hausaufgaben ein: 26 Prozent der Mütter und Väter helfen fast immer oder häufig, 39 Prozent ab und zu. Auch die befragten Kinder bestätigen dies: Lediglich 24 Prozent erledigen die Hausaufgaben eigenständig. Dabei trauen sich 64 Prozent von den Jungen und Mädchen, deren Eltern helfen, das auch alleine zu.

 

Die Eltern meinen es gut, helfen ihren Kindern damit jedoch nicht: „Es hat überhaupt keinen Zweck, wenn die Eltern ihren Kindern die Hausaufgaben erledigen. Sie sollen dafür sorgen, dass vernünftig gearbeitet wird, dass feste Arbeitsgewohnheiten da sind“, so der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes Josef Kraus.

 

Weitere Informationen zur Studie: http://www-de.scoyo.com/eltern/schule/studie-hausaufgaben-stress.html

 

Entlastung für Eltern und Kinder – Tipps für den Familienalltag

scoyo-Geschäftsführer Daniel Bialecki rät Eltern, den Umfang der Hausaufgaben im Blick zu behalten und zu schauen, ob der Nachwuchs diese selbstständig lösen kann. Wenn nicht, sollten Mütter und Väter sich mit den Lehrkräften in Verbindung setzen, um gemeinsam nach Ursachen und Lösungsansätzen zu suchen. „Bei Erwachsenen ist das Thema Work-Life-Balance schon lange in aller Munde und oft ein Problem. Wir sollten nun darauf achten, dass unseren Kindern genug Zeit für Freizeit bleibt und sie einen Ausgleich zu den täglichen Verpflichtungen haben“, so der dreifache Familienvater.

 

scoyo will Eltern und Kindern helfen, besser mit dem Streit-Thema Hausaufgaben umzugehen: Der Online-Lernspezialist lädt Mütter und Väter am 22.02., ab 20 Uhr, ein, gemeinsam beim 6. scoyo-Elternabend im Netz mit Expertinnen und Experten zum Thema „Stressfaktor Hausaufgaben? Was Eltern und Kinder entlastet“ zu diskutieren. Dabei sollen die Nöte der Kinder und Fragen von Eltern besprochen werden: Sollten Eltern helfen oder die Kinder lieber selber machen lassen? Welche Alternativen gibt es zu den klassischen Hausaufgaben?

Hier geht es zum scoyo-Elternabend: http://www-de.scoyo.com/eltern/scoyo-elternabend/stressfaktor-hausaufgaben

 

[1] Eine repräsentative forsa-Umfrage unter 1.010 Eltern von Kindern zwischen 9 und 13 Jahren, erhoben im Januar 2016.

 

[2] Eine repräsentative FACT-Umfrage unter 503 Kindern zwischen 9 und 13 Jahren, erhoben im Januar 2016.

 

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