Sind Belohnungen für Kinder sinnvoll?
von Newsredaktion
In jeder Familie gehören lästige Pflichten zum Alltag. Häufig nutzen Eltern Belohnungen, um die Kinder zu unbeliebten Aufgaben zu bewegen. Wie viel Belohnung ist sinnvoll? Bei vielen Eltern sind Belohnungen weitverbreitet, um Diskussionen mit den Kindern zu vermeiden. Experten warnen vor dem Zuviel und raten zu maßvollen Belohnungen.
Belohnungen mit Maßen
Experten raten in einem aktuellen Statement der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung, dass Kinder den Unterschied zwischen Bestechung und Belohnung lernen müssen und Eltern nicht allzu oft belohnen sollten. Außerdem kommt es immer darauf an, was und womit belohnt wird. Hier ist das richtige Maß entscheidend. Häufig greifen Eltern zu Belohnungen, um lästige Diskussionen und Quengelei zu vermeiden. Belohnungen dürfen nicht dazu führen, dass das Kind irgendwann gar nichts mehr ohne Gegenleistung im Haushalt tut. So sollte das Belohnungssystem nur für wenige Aufgaben gelten, etwa für das ordentliche Aufhängen der Jacke, Zähneputzen ohne Murren oder ähnliches. Dabei können die Kinder dann Punkte sammeln, die in gewisser Menge zur Belohnung führen.
Keine materiellen Dinge, oder Süßigkeiten
Als Belohnung empfehlen die Experten dabei keinesfalls Dinge wie zusätzliche Zeit vor dem Bildschirm, also TV, PC oder Playstation. Hier sollten Kinder feste Regeln einhalten. Ähnliches gilt für Süßigkeiten. Hilfreich ist, gemeinsam die ungeliebten Tätigkeiten zu erledigen und das Kind auch mal loben. Psychologen raten grundsätzlich von materiellen Belohnungen ab, aufgrund der geringen Halbwertszeit. Ein neues Spielzeug z.B. ist schnell gekauft, die Begeisterung und Freude darüber aber auch oft wieder schnell vorbei. Wichtiger ist daher die Aufmerksamkeit und Zeit für die Kinder. Eine gemeinsame Unternehmung z.B. nach dem Aufräumen kann langfristig viel mehr motivieren und mehr Freude machen. Gleichwohl, bei Jugendlichen in der Pubertät funktioniert dies nicht immer.
Anerkennung und gemeinsame Zeit
Ebenso wichtig ist es, dass Kinder Aufgaben wie für den Sport trainieren, ein Musikinstrument üben, Hausaufgaben erledigen oder lernen einzig und allein für sich erledigen und nicht für andere oder für eine Belohnung. Das sind also Aufgaben, die die Kinder allein betreffen und nicht die ganze Familie bzw. den Haushalt. Der Gedanke, etwas für sich und den eigenen Erfolg zu tun ist in jedem Alter die beste Motivation, selbst für Erwachsene. Von der Genugtuung und der Zufriedenheit haben Kinder viel mehr. Erziehung hat viel mit Vorbild und Vertrauen zu tun. Das Beispiel Zähneputzen etwa zeigt: Wenn Kinder sehen, dass auch die Eltern immer die Zähne putzen, machen sie das irgendwann ebenso ohne Widerspruch und selbständig. Psychologen raten, Belohnungen, auch materieller Art, nur in Ausnahmen und für besondere Leistungen zu nutzen.
