Selbstbewusstsein in der Pubertät
von Newsredaktion
Die Pubertät ist für die Jugendliche eine Zeit des Umbruchs, der Veränderung und der Unsicherheit. Dennoch sind Jugendliche selbstbewusst aber nicht nur selbstbezogen. Wissenschaftler aus Bern haben herausgefunden, dass die Jugendlichen mit ihrem häufig schwierigen Umgang mit anderen die eigene Unsicherheit und das angeschlagene Selbstwertgefühl kompensieren wollen. Dabei hat es oft nichts mit dem Selbstbewusstsein zu tun, wenn Jugendlich sich nicht für die Schule interessieren, schlechte Leistungen zeigen und sich schwierig gegenüber Erwachsenen verhalten.
Pubertät als Herausforderung
Für Eltern und Lehrer sind Pubertierende oft eine Herausforderung. Dabei haben auch die Jugendlichen selbst viele Schwierigkeiten mit sich selbst. Das Selbstbewusstsein schwankt und führt dazu, dass viele Jugendliche cholerisch aufbrausend verhalten, aber auch schwermütig und zurückgezogen zeigen. Die Psychologen der Universität Bern haben nun festgestellt, dass dabei das Selbstbewusstsein und die Selbstachtung keinesfalls am Boden sind.
Gibt es Entwicklungen des Selbstbewusstseins?
Die Wissenschaftler haben lange darüber spekuliert ob es typische Entwicklungen des Selbstwertgefühls beim Menschen gibt. Bei Kindern wächst das Selbstbewusstsein, in der Pubertät hält das Selbstwertgefühl aber an und sinkt nicht. Junge Erwachsene haben ein stark ansteigendes Selbstbewusstsein, das dann im Alter ab etwa 60, 70 Jahren den Höhepunkt erreicht. Im Hohen Alter sinkt dann das Selbstwertgefühl langsam wieder ab. Dazu haben die Wissenschaftler in einer umfangreichen Studie rund 160.000 Menschen im Alter zwischen 4 und 94 Jahren mehrfach zum Thema Selbstwertgefühl befragt.
Selbstbewusst, aber nicht selbstbezogen
Die Erkenntnisse zeigen, dass das Selbstbewusstsein von der Kindheit an bis ins Rentenalter ansteigt und kontinuierlich und groß ausfällt, auch im Vergleich zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen. In der Pubertät stagniert die Entwicklung des Selbstwertgefühls und bleibt im Alter zwischen etwa 11 und 15 Jahren weitgehend stabil. Außerdem konnten die Wissenschaftler nicht feststellen, dass soziokulturelle Veränderungen durch die vermehrte Verbreitung des Internets und der Nutzung sozialer Medien und Netzwerke zu mehr Selbstbezogenheit, Egoismus oder übertriebenem Selbstwertgefühl führt. So zeigen viele Teilnehmer, die etwa in den 1980er oder 1990er Jahren geboren wurden sehr ähnliche Entwicklungsverläufe wie Kinder, die 20, 30 oder 40 Jahre früher aufgewachsen.
Selbstbewusstsein ist wichtig
Diese Ergebnisse zum Entwicklungsverlauf des Selbstwertgefühls sind wichtig, da sich das Selbstwertgefühl auf wichtige Lebensbereiche wie soziale Beziehungen, Schule, Arbeit, Partnerschaft, Gesundheit und ähnliches auswirkt. So zeigt sich, dass Selbstachtung nicht zwangsläufig mit günstigen Lebensumständen zusammenhängt, sondern auch Einfluss auf Erfolg und Wohlergehen hat. Effekte des Selbstwertgefühls per se dürfen zwar nicht überschätzt werden, dennoch trägt ein gesundes Selbstbewusstsein entscheidend zu sozialen Bindungen, erfüllten Partnerschaften, Zufriedenheit und Erfolg in der Schule und im Arbeitsleben bei.
