Privatschulen weiter im Trend
von Newsredaktion
Studien belegen, dass in Deutschland vor allem die soziale Herkunft die Zukunftschancen der Kinder bestimmt. Das bestätigt auch der Kinder- und Jugendhilfemonitor, der die Situation in Kitas und Schulen beleuchtet hat. So waren und sind Privatschulen nach wie vor im Trend, obwohl viele Eltern ihre Kinder wieder auf staatliche Schulen schicken. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe, z.B. Geld.
Staatliche Schulen vs. Privatschulen
Privatschulen bieten häufig innovative Konzepte und bilingualen Unterricht sowie eine gute Ausstattung, etwa mit PCs. Doch dieser Luxus kostet und ist meist nur für zahlungskräftige, wohlhabende Familien möglich. Viele Eltern wünschen sich kleine Klassen und eine individuelle Förderung. Dennoch schicken heute wieder mehr Eltern ihre Kinder auf klassische staatliche Schulen. Das hat zum Beispiel mit einem breiteren Freundeskreis zu tun, da die soziale Herkunft der Schüler an öffentlichen Schulen vielfältiger ist. Große Klassen an öffentlichen Schulen bringen mehr soziale Kontakte.
Leistungsdruck und Vergleiche
An den Privatschulen ist das Phänomen verbreitet, dass in den höheren Klassen die Schüler sich verstärkt gegenseitig unter Drucksetzen. Die Schüler vergleichen sich und bestimmten so auch das Familienleben, wenn andere Mitschüler finanziell besser dastehen. Größere Klassen an staatlichen Schulen bieten ein höheres Leistungsniveau und den Schülern mehr Herausforderungen, so die Meinung einiger Eltern. Privatschulen gelten noch immer als Eliteschulen, das Leistungsniveau der Schüler ist oft sehr ähnlich. An öffentlichen und privaten Schulen gibt es unterschiedliche Auswahlkriterien. Gute staatliche Schulen können sich ihre Schüler ebenfalls nach Kompetenzen und Schulnoten auswählen.
Vorzüge der Privatschulen
Nach wie vor schätzen aber viele Eltern die Vorzüge der Privatschulen. Dazu gehören kleinere Klassen und ein ähnlicher sozialer Hintergrund der Schüler. Schulen in freier Trägerschaft gibt es wieder häufiger, so das Statistische Bundesamt. Elf Prozent der allgemeinbildenden Schulen waren Privatschulen. Etwa zehn Prozent der Schüler besuchen Privatschulen. Kritiker bemängeln an Privatschulen häufig das beschränkte Fächerangebot und die hohen Kosten. So sind Kinder von Alleinerziehenden oder Arbeitslosen kaum an Privatschulen zu finden.
