Neue Initiative „Schule gegen sexuelle Gewalt“
von Newsredaktion
In einer neuen Schätzung geht der Missbrauchsbeauftragte des Bundes davon aus, dass in jeder Schulklasse ein oder zwei Kinder bereits Opfer sexueller Gewalt wurden. Eine neue Initiative an Schulen sollen die Kinder und Jugendlichen in Zukunft besser schützen.
Unterstützung der Lehrkräfte
In Berlin hat der Bundesbeauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs die Initiative „Schule gegen sexuelle Gewalt“ vorgestellt. Es ist festzustellen, dass es an den Schulen noch immer eine große Unsicherheit mit dem Thema Umgang mit sexueller Gewalt gibt. Auch Lehrkräfte fürchten Falschanschuldigungen und sind wissen nicht, was sie im konkreten Verdachtsfall tun sollen. An dieser Stelle setzt die Initiative ein. Sie soll der Schulleitung und den Lehrkräften fachliche Unterstützung bieten für Konzepte zum effektiveren Schutz der Kinder und Jugendlichen. Mit Fortbildungen und Informationsmaterial werden die Lehrkräfte geschult und sensibilisiert. Informationen zur Initiative bietet auch die eigene Webseite.
Bundesweite Initiative an Schulen
Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer im Bereich sexuelle Gewalt sehr hoch ist. Sie schätzen, dass in jeder Schulklasse mindestens ein oder zwei Mädchen und Jungen von sexueller Gewalt betroffen sind. Diese geht von der Familie, dem direkten sozialen Umfeld, den Einrichtungen, von Gleichaltrigen oder auch durch die digitalen Medien aus. Die Schule könnte dabei einen Schutzraum bieten. Geplant ist, die Initiative an den bundesweit 30.000 bekannt zu machen. Den Start macht dabei das Bundesland Nordrhein-Westfalen in den nächsten Tagen. Bis Ende 2018 sollen dann auch die übrigen Bundesländern folgen. Große Zustimmung dafür kommt von den Kultusministerien, den Gewerkschaften und den Betroffenenverbänden.
Breite Zustimmung
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW betont dabei vor allem den Wert der Prävention. Außerdem helfen Offenheit und Transparenz dabei, den Opfern die Scham und die Angst zu nehmen, sowie das Tabu aufzubrechen. Alle Seiten betonen, dass die Verantwortung für den Schutz der Kinder und Jugendlichen bei den Erwachsenen liegt. Ebenso müssen die Erwachsenen den Betroffenen Unterstützung und Hilfe bieten, sexuelle Gewalt gegen Kinder muss jedoch auch bereits im Vorfeld unterbunden werden.
