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Mangelnde Anerkennung von Elternschaft

von Redaktion

Fehlende Anerkennung von Elternschaft

Im März 2025 wurden 2.000 Mütter und Väter ab 18 Jahren, die mindestens ein eigenes Kind unter 16 Jahren im Haushalt haben, repräsentativ online befragt. Diese umfassende Studie bietet wertvolle Einblicke in die Wahrnehmung der Elternrolle, die unterschiedlichen Erziehungsstile und -ziele, die psychische Gesundheit der Eltern sowie die Sichtweise auf die Ernährung in Kindergärten und Schulen. Die Ergebnisse zeigen, wie Eltern ihre Herausforderungen im Alltag bewältigen und welche Unterstützung sie benötigen, um ihre Rolle als Erziehende erfolgreich auszufüllen.


Mangelnde Anerkennung von Elternschaft

Elternschaft wird in der Gesellschaft häufig als selbstverständlich angesehen, was zu einem signifikanten Mangel an Anerkennung führt. Diese fehlende Wertschätzung hat weitreichende negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit junger Eltern. Insbesondere die unbezahlte Hausarbeit, die überwiegend von Müttern geleistet wird, bleibt oft unsichtbar und wird nicht ausreichend gewürdigt. Diese gesellschaftlichen Muster führen dazu, dass elterliches Engagement selten die öffentliche Wertschätzung erfährt, die es verdient.

Langfristig kann dies zu einem reduzierten Selbstwertgefühl, einem Gefühl der Überforderung und chronischer Überlastung führen, was das Risiko für Erschöpfungssymptome, Burn-out oder sogar Depressionen erhöht.

"Wenn Eltern merken, dass sie nur noch funktionieren und kaum noch in Kontakt mit sich oder ihrem Kind sind, ist es höchste Zeit, innezuhalten."Nina Grimm
Familienpsychologin, Verhaltenstherapeutin und 2-fache Mutter.


Besonders junge Eltern, insbesondere Mütter, sind durch den hohen Leistungsanspruch, den sie an sich selbst stellen, gefährdet. Der Druck, in der Elternrolle perfekt zu sein und das Beste für das Kind zu bieten, kann zu einer starken Identifikation mit dieser Rolle führen. Oft wird der unbewusste Versuch, den eigenen Wert durch Leistung zu bestätigen, zur Quelle von Stress und Überforderung.

Der Alltag mit Kindern ist naturgemäß chaotisch und unvorhersehbar, was die Illusion der perfekten Elternschaft weiter verstärkt. Wer ständig versucht, diesem Ideal gerecht zu werden, läuft Gefahr, in einen Zustand chronischer Erschöpfung zu geraten.

 

Druckgefühl erzeugt Stress

Ängste in der Elternschaft haben nachvollziehbare psychologische Wurzeln. Die intensive Liebe zum Kind, gepaart mit der plötzlichen Verantwortung für ein ganzes Leben, erzeugt ein starkes Druckgefühl. Eltern, die dazu neigen, sich selbst unter Druck zu setzen oder vom Schlimmsten auszugehen, sind besonders anfällig für Stress. Die ständige Konfrontation mit vermeintlich perfekten Eltern in sozialen Medien kann diese Unsicherheiten zusätzlich verstärken und zu einem Gefühl der Unzulänglichkeit führen.

Um diesen Herausforderungen entgegenzuwirken, empfiehlt es sich, ein dreistufiges Vorgehen zu verfolgen: Struktur, Kognition und Emotion. Klare und stabile Rahmenbedingungen sind entscheidend. Eltern sollten sich fragen, ob sie Unterstützung, Pausen und Rückzugsmöglichkeiten haben. Es ist wichtig, Routinen zu etablieren, die nicht auf Effizienz, sondern auf Entlastung ausgerichtet sind. Dabei sollten Eltern auch lernen, wo sie ohne schlechtes Gewissen nachgeben können.

 

gestresste eltern

 

85% der Sorgen sind unbegründet

Der kognitive Ansatz bezieht sich auf den Umgang mit den eigenen Gedanken. Viele Eltern kämpfen mit destruktiven Überzeugungen wie „Ich genüge nicht“ oder „Was, wenn mein Kind in der Schule scheitert?“. Solche Gedanken tragen nicht zur Lösung von Problemen bei, können jedoch mit kognitiven Techniken hinterfragt werden.

Ein Realitätscheck kann helfen, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen und zu erkennen, dass viele Sorgen unbegründet sind. Studien zeigen, dass 85 % unserer Sorgen nie eintreten. Wer sich dieser Tatsache bewusst ist, kann gezielter von negativen Denkmustern Abstand nehmen.

Auf emotionaler Ebene sollten Eltern ihre eigenen Persönlichkeitsstrukturen betrachten. Wer zu Perfektionismus, ständiger Selbstkritik oder pessimistischen Erwartungen neigt, ist oft durch innere Muster geprägt, die auf frühen Beziehungserfahrungen

Quelle: Studie der Pronova BKK:
https://www.pronovabkk.de/unternehmen/presse/studien/familie-und-erziehung-2025.html#section-id-unsere-expertin

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