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Können Kinder im Haushalt helfen?

von Redaktion

Familienhaushalt

Wird der Haushalt gemeinsam angegangen, sind lästige Pflichten schnell erledigt.

 

 

In welchem Alter können Kinder welche Tätigkeiten im Haushalt mit übernehmen?

Sind die Kinder noch klein, sind sie begeistert, Mama und Papa bei der Hausarbeit unterstützen zu können. Eifrig decken sie den Tisch, helfen beim Geschirr abwaschen oder schwingen den Staubwedel. Welche Aufgaben der Nachwuchs in welchem Alter offiziell übernehmen kann und sollte – darüber streiten sich nicht nur Experten. Auch unter vielen Eltern herrscht Uneinigkeit, welche Hausarbeiten dem geliebten Sprössling zuzumuten sind.

 

Zwischen drei und sechs Jahren: Was kann das Kind im Haushalt erledigen?

Von einem Dreijährigen kann nicht verlangt werden, sich um die Wäsche zu kümmern oder die Wohnung mit dem Staubsauger von Krümeln zu befreien. Dennoch kann damit begonnen werden, den Nachwuchs zur Selbstständigkeit zu erziehen. Beispielsweise sollte sich das Kind spätestens ab dem dritten Lebensjahr allein ein Jäckchen oder Schuhe mit Klettverschluss anziehen können. Wird der Sprössling älter, kann er an das Schleifenbinden herangeführt werden.

Zu den ersten Pflichten, die bereits kleine Kinder übernehmen können, gehört es, das eigene Zimmer sauber zu halten. Bei Bedarf können die Mama und Papa helfend Hand anlegen. Nach dem Spielen sollte der Sprössling jedoch auch allein in der Lage sein, die Bauklötze oder Puppen zurück an ihren Platz zu stellen. Ab dem vierten bis fünften Lebensjahr können die Kleinen auch in der Küche mit anpacken. Beispielsweise unterstützen sie die Eltern beim Tischabdecken oder gießen die Blumen. Im Garten kann der Nachwuchs helfen, Unkraut aus den Beeten zu entfernen oder im Herbst das Laub zusammenzufegen.

 

Beginnt mit sechs Jahren der Ernst des Lebens?

Mit sechs Jahren kommen viele Kinder in die Schule und machen damit den ersten Schritt in die Erwachsenenwelt. Daher können sie auch im Haushalt mehr Verantwortung übernehmen und beispielsweise in Eigenverantwortung ihr Zimmer aufräumen und das Bett machen. Es sollte ihnen nicht schwerfallen, ihre Möbel – jedenfalls die, die sie erreichen können – von Staub zu befreien oder den Boden bei Bedarf zu fegen. Sinnvoll ist es, Kindern zwischen sechs und zehn Jahren feste Aufgaben im Haushalt zu übertragen. Beispielsweise können sie:

  • den Geschirrspüler ausräumen,

  • regelmäßig den Müll rausbringen oder

  • den Hund füttern.

 

Wichtig ist, dem Nachwuchs leichte Aufgaben, die wenig Zeit beanspruchen, zu übergeben. Schließlich soll genug Freizeit übrigbleiben, um die Kindheit in vollen Zügen zu genießen. Schwierige oder langwierige Haushaltspflichten können die Sprösslinge schlimmstenfalls überfordern und sich negativ auf ihr Selbstvertrauen auswirken. Dagegen gelingt es mit einem festen Plan für die Hausarbeit, Aufgaben zu verinnerlichen. Durch das stete Wiederholen kann das Kind sein Können verfeinern und sich schlussendlich vielleicht sogar für seine Beschäftigung begeistern.

 

Bei der Hausarbeit können die Eltern ihrem Nachwuchs kreative Freiheiten lassen, um seine Fantasie anzuregen. Soll beispielsweise der Boden in der Küche gewischt werden, spricht nichts dagegen, zwei Schwämme zum „Wischkunstlauf“ zu nutzen und fröhlich durch die Küche zu gleiten. Wichtig ist nur, dass sich der Sprössling nicht verletzt und der Boden letztendlich sauber ist.

 

Bauklötze

Kinder sind kreativ und können auch an Hausarbeiten Gefallen finden,
wenn sie rechtzeitig herangeführt werden.

 

Welche Aufgaben können Heranwachsende zwischen zehn und 16 Jahren übernehmen?

Beginnt bei Kindern die Pubertät, möchten sie wie kleine Erwachsene behandelt werden. Sie wünschen sich mehr Rechte – müssen aber auch mit mehr Pflichten rechnen. Ab zehn Jahren können die Sprösslinge ihren Beitrag im Haushalt leisten. Sie können eigenverantwortlich ihr Frühstück für die Schule zubereiten oder bei der Vorbereitung des Abendessens helfen. Wer seinem Nachwuchs das Kochen beibringen möchte, kann in diesem Alter damit beginnen. Zunächst bereitet das Kind zusammen mit Mama oder Papa ein schmackhaftes Mahl vor und darf die Lorbeeren dafür ernten. Später kann es allein in der Küche hantieren.

 

Ab dem zwölften Lebensjahr können Eltern ihrem Kind beibringen, wie Haushaltsgeräte wie Staubsauger, Waschmaschine und Co. funktionieren. Gut vorbereitet, kann der Sprössling im Haushalt mit anpacken. Ein Haushaltsplan kann dabei helfen, die Pflichten aller Familienmitglieder übersichtlich aufzulisten. Wird ein demokratischer Erziehungsstil verfolgt, kann darüber abgestimmt werden, wer wann welche Tätigkeit übernimmt. Es kann sinnvoll sein, den Haushaltsplan regelmäßig umzustellen, damit sich keiner in der Familie benachteiligt fühlt.

 

Übernehmen Kinder bereits in jungen Jahren Pflichten im Haushalt, bereitet sie das auf ihr späteres Leben vor. Gleichzeitig fühlen sie sich durch die Übernahme von Verantwortung als Teil der Erwachsenenwelt, was das Selbstvertrauen stärken kann. Dementsprechend sollten Eltern ihrem Nachwuchs schon früh zeigen, wie ein Bett zu beziehen ist oder wo Wischlappen und Eimer zu finden sind. Interessieren sich die Kinder für das Basteln und Bauen, können sie auch kleine handwerkliche Arbeiten übernehmen.

 

Jugendliche können problemlos Besorgungen erledigen – ohne dabei ihr Taschengeld opfern zu müssen. Bei den ersten Einkäufen kann es sinnvoll sein, einen prüfenden Blick auf den Kassenbon zu werfen. Damit gehen die Eltern sicher, dass das Haushaltsgeld nicht zweckentfremdet wurde, um die Lieblingssüßigkeiten des Sprösslings zu finanzieren.

 

Kinder ab dem 16. Lebensjahr sind geistig und körperlich in der Lage, einen eigenen Haushalt zu führen. Dementsprechend sollte es ihnen nicht schwerfallen, ein paar Pflichten wie das regelmäßige Staubsaugen oder das gelegentliche Kochen zu übernehmen.

 

Bildquellen:

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