Kinder vor dem Bildschirm
von Newsredaktion
Wissenschaftler vom Institut der Deutschen Wirtschaft haben nun herausgefunden, dass die Mediennutzung im engen Zusammenhang mit dem Bildungsniveau der Eltern steht. Wenn die Eltern viel lesen, lesen in der Regel auch die Kinder gern und häufig. Wenn Eltern dagegen häufig vor dem Bildschirm Zeit verbringen, tun es ihnen die Kinder gleich. Besonders in bildungsfernen Familien kann das zu Problemen führen.
Auswirkungen auf die Entwicklung
Demnach zeigt sich, dass Eltern, die häufig Fernsehen, YouTube, Computerspiele und Co. nutzen das auch auf ihre Kinder übertragen. Besonders Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern verbringen mehr Zeit vor einem Bildschirm. Die exzessive Mediennutzung kann für Kinder jedoch negative Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder haben. Zu diesem Schluss kommen Experten vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln. Außerdem warnt das Institut vor Nebenwirkungen und Folgeerscheinungen wie Übergewicht, Augenbeschwerden, Schlafstörungen oder einem auffälligen, aggressiven Sozialverhalten als Folge bei übermäßigem Medienkonsum.
Kinder der vierten Klasse
Auffällig ist das vor allem Schülern der vierten Klassen. Hier haben drei von fünf Kindern Mütter, die keine Ausbildung haben oder eine Berufsfachschule bzw. ein Studium absolviert haben. Die Kinder verbrachten täglich über zwei Stunden vor dem Fernsehen oder dem Computer. Schaut man sich die Kinder aller Mütter an, waren es zwei von fünf Kindern. Bei den Kindern von Müttern mit einem Hochschulabschluss war der Anteil am geringsten. Als Grund sehen die Experten vor allem darin, dass Familien in bildungsnahen Haushalten mehr Bücher besitzen und lesen und insgesamt weniger fernsehen als bildungsferne Familien.
Hausaufgaben gewissenhaft erledigen
Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig eine lässige Erziehung. Viele Kinder aus bildungsfernen Familien gaben an, dass ihre Eltern großen Eltern darauf legen, dass sie fleißig in der Schule sind und die Hausaufgaben regelmäßig und gewissenhaft erledigen. Das war in Familien mit einem hohen Bildungsniveau zum Teil nicht immer der Fall. Die schlecht qualifizierten Eltern bzw. meist Mütter unterstützten die Kinder häufiger bei den Hausaufgaben.
Digitale Kompetenzen fördern
Die Experten vom Institut der Deutschen Wirtschaft betonen auch, dass die Kinder vor allem digitale Kompetenzen lernen sollten. Sonst könnten vor allem die Kinder aus bildungsfernen Familien das Nachsehen haben, den Anschluss verlieren und womöglich später am Arbeitsmarkt schlechte Chancen haben. Computerspiele, Serien und Filme sind dabei nur bedingt hilfreich, allenfalls mit einem sinnvollen pädagogischen Hintergrund und Mehrwert. Vor allem Lernangebote, Wissensportale und ähnliches könnten jedoch weiterhelfen.
