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Kinder sollen kochen lernen

von Newsredaktion

Kochen

Aktuell findet in Berlin die Internationale Grüne Woche statt. Dabei geht es auch um den veränderten Umgang der Gesellschaft mit Lebensmitteln. Das bietet auch die Gelegenheit, erneut die Forderung zu erheben, dass Ernährung Unterrichtsfach werden sollte und Kinder mit Lebensmitteln und dem Kochen vertraut gemacht werden sollen.

Vorschlag zum Schulfach Ernährung

So erklärt auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, dass vor allem Kinder und Jugendliche kaum eine Wertschätzung für Lebensmittel haben. Das bestätigt auch der aktuelle Ernährungsreport. So werfen ungefähr zwei Drittel der Jugendlichen mindestens einmal in der Woche Essen in den Müll, ältere Menschen tun dies viel seltener. Hier soll Aufklärung helfen. Auch bei der Kultusministerkonferenz soll der konkrete Vorschlag nach einem Schulfach Ernährung eingebracht werden. Hier sieht die Politik auch den Rückhalt der Bevölkerung, da in einer aktuellen Umfrage über 90 Prozent der Befragten den Unterricht zum Thema Ernährung, Kochen etc. befürworten würden.

Verbraucher-Themen in der Schule

Derzeit gibt es viele Einzelprojekte zu dem Thema, doch eine flächendeckende, einheitliche Lösung fehlt bisher. Bereits 2012 und 2013 wurden Grundsatzbeschlüsse gefasst, nach dem die Verbraucherbildung an Schulen gefördert werden soll. Dazu zählen die Themen Ernährung und Gesundheit, aber auch Wirtschaft, Medien und nachhaltige Entwicklung. Die Kultusministerkonferenz gibt jedoch zu bedenken, dass die Ernährung bisher in anderen Schulfächern wie Biologie, Sachkunde oder Hauswirtschaft aufgegriffen wird, sodass ein eigenes Schulfach eigentlich nicht notwendig sei. Kritiker sehen das anders und argumentieren, dass das Thema Ernährung allenfalls theoretisch vermittelt würde, keinesfalls aber praktisch etwa in Form von Kochen und dem alltäglichen, praktischen Umgang mit Lebensmitteln.

Informationsmaterial: Lobby-Arbeit und sachliche Informationen

Eine Möglichkeit biete hier das Schulessen, da es zwischen der Bildungsebene und der Versorgungsebene der Schulen fast keine gemeinsamen Berührungspunkte gebe. Dazu kommt, dass viele Schulen ihr Schulessen von Catering-Firmen beziehen und keine eigene Küche nutzen. Kritisch gesehen wird auch, dass immer mehr Unternehmen der Lebensmittelindustrie Produkte Informationsmaterial kostenlos zur Verfügung stellen, wobei Produkte wie Cornflakes oder Schokolade mehr oder minder offen beworben werden. Neutrale, sachliche Informationen wie etwa vom Landwirtschaftsministerium dagegen kosten Schulen und Lehrer Geld. Auch hier sehen einige Lehrer und Eltern Handlungsbedarf.

 

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