Kinder mit Epilepsie haben auch andere Gesundheitsprobleme
von Newsredaktion
Wissenschaftler aus Norwegen und Großbritannien haben festgestellt, dass viele Kinder mit Epilepsie auch unter anderen gesundheitlichen Problemen leiden. Dazu zählen Verdauungsstörungen, ADHS, Kopfschmerzen und ähnliches. So sind offenbar vier von fünf Kindern betroffen.
Häufigkeit von weiteren Gesundheitsproblemen
Die Studie basiert auf Daten von einer Million norwegischer Kinder aus der Zeit 2008 bis 2013. Bei über 6.600 Kindern lag die Diagnose Epilepsie vor. Daher raten die Mediziner den Eltern von Kindern mit Epilepsie, aufmerksam zu sein und auch mögliche weitere gesundheitliche Probleme im Blick zu behalten. Bei der Auswertung wurde festgestellt, dass vier von fünf Kindern, die an Epilepsie erkrankt sind, auch unter anderen gesundheitlichen Problemen litten. Meist handelt es sich dabei um medizinische, neurologische oder psychiatrische Probleme sowie Entwicklungsstörungen. 30 Prozent der Kinder ohne Epilepsie hatten ähnliche Probleme. Experten wissen schon lange, dass Epilepsie auch mit anderen gesundheitlichen Einschränkungen einhergehen können. Der große Anteil von 80 Prozent jedoch überraschte die Forscher.
Beschwerden der Muskeln, Verdauung und Atemwege
Namentlich treten in Verbindung mit Epilepsie häufig Verdauungsprobleme, Muskelbeschwerden, Asthma und andere Atemwegserkrankungen, Kopfschmerzen und ähnliches auf. Genannt werden auch Zerebralparese, eine Krankheit mit spastischen Lähmungen, neurologische Geburtsfehler oder auch das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom, kurz ADHS.
Mögliche Ursachen und Beobachtung der Kinder
Das zeigt, dass Epilepsie bei Kindern nicht nur eine Erkrankung mit Anfällen ist, sondern in Verbindung mit anderen Störungen im neurologischen, psychologischen und kognitiven Bereich zu sehen ist. Dabei können die Mediziner derzeit nicht absehen, ob die zusätzlichen Beschwerden mit dem Alter der Kinder abnehmen. Über die Anfälligkeit der Kinder mit Epilepsie für andere Gesundheitsprobleme kann nur spekuliert werden. Vermutlich könnten die Nebenwirkungen der Medikamente mit verantwortlich sein. Zudem gehen die epileptischen Anfälle häufig mit Stürzen einher, was zu weiteren Verletzungen wie etwa Frakturen führt. Die Eltern können vor allem dafür sorgen, dass die Entwicklung der Kinder, ihre psychiatrische Gesundheit, ihre Ernährung, das Wachstum und der Schlaf beobachtet werden und mögliche neu auftretende Beschwerden mit dem behandelnden Kinder- und Jugendarzt besprochen werden.
