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Kinder bewegen sich zu wenig

von Newsredaktion

Bewegung

Viele Kinder beherrschen oft einfache Bewegungsabläufe wie auf einem Bein stehen kaum. Dabei spielt die soziale Herkunft oder die Freizeitbeschäftigen der Kinder keine Rolle. Das fanden nun Experten der Universität Stuttgart heraus. So gibt es zwar viele Stubenhocker, doch in vielen Fällen steuern Kitas erfolgreich gegen diesen Trend.

Kinder mit unterschiedlichen Fähigkeiten

Bisher galt die Ansicht, dass Kinder aus bürgerlichen und gut situierten Familien häufiger Sport machen, im Verein aktiv sind und bei der Einschulung eine bessere Motorik vorweisen können, als Kinder aus sozial schwächeren Familien, die nicht im Sportverein sind. Eine Erhebung der Universität Stuttgart widerspricht dieser Annahme und zeigt anderweitige Unterschiede auf. So fällt auf, dass Kinder aus sozial schwachen Familien meist über sehr gute Ballfähigkeiten verfügen, auch wenn sie nicht aktiv in einem Sportverein sind. Die Kinder aus bessergestellten Familien sind tatsächlich häufig in Sportvereinen, verfügen auch meist über eine bessere Feinmotorik. Allerdings können alle untersuchten Kinder kaum das Gleichgewicht halten, etwa beim Stehen auf einem Bein. Ursache dafür kann das häufige Sitzen im Kinderwagen und die verbreitete Tatsache, dass die Eltern die Kinder mit dem Auto bringen. So weisen viele Kinder zwischen drei und sechs Jahren entsprechende Defizite im Gleichgewichtssinn auf.

Mehr Bewegung für mehr Gleichgewicht

Die gute Nachricht ist, dass dem entgegengewirkt werden kann. Viele Erzieherinnen der Kitas oder Kindergärten werden inzwischen speziell geschult, die Kinder in ihren motorischen Fähigkeiten verstärkt zu fördern. Regelmäßige Bewegung und Übungen wie das Fangen und Werfen können so recht schnell den Gleichgewichtssinn verbessern. Ein neuer Pass ähnlich dem Seepferdchen im Schwimmen soll die Bewegungsfähigkeiten der Kinder dokumentieren.

Bewegungsmangel mit Folgen

Experten wie das Sportamt sieht vor allem Nachholbedarf im Schulsport der Grundschulen. Das bedeutet, dass viele Kinder im Schulsport ohne ausgebildete Bewegungspädagogen auskommen müssen. In Baden-Württemberg wurden die Grundschulen vielerorts in Gesamtschulen umgewandelt, wo nun auch das Sportangebot ausgebaut werden soll. Viele Schulen können dabei auf Übungsleiter zurückgreifen und kooperieren mit Sportvereinen. Dies ist umso wichtiger, weil sich ein Bewegungsmangel letztlich nicht nur auf die Gesundheit der Kinder auswirkt, sondern auch Grund für Lernschwierigkeiten sein kann. Gegensteuern können Eltern auch mit mehr Bewegung und sportlichen Aktivitäten etwa am Wochenende, sondern auch mit dem gemeinsamen Fußweg zur Kita oder Grundschule.

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