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Immer weniger Frauen weltweit stillen

von Newsredaktion

Stillen

Weltweit stillen immer weniger Frauen ihre Kinder. Dies gilt für arme wie reiche Länder. Ein Grund dafür ist die immer aggressivere Werbung der Hersteller für Baby-Ersatzmilch. Mediziner empfehlen den Frauen, Kinder zu stillen, ebenso die Weltgesundheitsorganisation WHO. Denn sowohl Kinder wie die Mütter profitieren vom Stillen.

Muttermilch als optimaler Schutz

Es ist schon lange bekannt, dass Muttermilch die optimale Prävention für Mutter und Kind gegen verschiedene Erkrankungen darstellt. Doch in den letzten Jahren ist das Stillen immer unpopuläre geworden, sowohl in reichen Industrienationen wie in ärmeren Ländern. Die WHO geht davon aus, dass aktuell etwa ein Drittel der Kinder bis zum sechsten Monat oder darüber hinaus gestillt werden. Jedes fünfte Kind wird noch über das erste Lebensjahr hinaus gestillt und nimmt feste Nahrung zu sich.

Schutz vor Erkrankungen

In europäischen Ländern wie Großbritannien, Irland oder Dänemark werden knapp drei Prozent der Kinder im Alter von einem Jahr gestillt. Ähnlich sehen die Zahlen in Deutschland aus. Im renommierten Medizin-Journal Lancet wurde nun eine aktuelle Studie aus Brasilien veröffentlicht, nach der das Stillen Müttern und Kindern das Leben retten kann. Für die Mütter bedeutet das Stillen vor allem den Schutz vor Brustkrebs, bei Kindern sinkt dadurch das Risiko vor Durchfall-Erkrankungen, Erkrankungen der Atemwege oder Infektionen wie Mittelohrentzündungen. Vor allem in Industrienationen senkt das Stillen das Risiko für den plötzlichen Kindstod, Allergien, Diabetes, Adipositas oder andere chronische Erkrankungen.

Werbung der Lebensmittelindustrie

Vor allem in den reichen Ländern kommt das Problem der Industrie bzw. der Werbung dazu. Forscher machen vor allem die Hersteller von künstlicher Milch für den Trend gegen das Stillen verantwortlich. Weltweit steigen die Umsätze mit Milchpulver und Ersatzmilch in Milliardenhöhe an, allein in China stieg der Umsatz zuletzt auf zwölf Milliarden US-Dollar. Kinder- und Jugendärzte versuchen zwar, die Mütter zu beraten und zum Stillen zu überzeugen, doch in vielen Fällen nur mit mäßigem Erfolg.

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