Helikopter-Eltern fördern Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern
von Newsredaktion
Im Bereich Kindererziehung sind Helikopter-Eltern ein Dauerthema. Sie meinen es mit dem Wohl des Kindes sehr gut und behüten ihre Kinder besonders sorgsam, damit ihnen nichts passiert. Allerdings haben die Kinder so auch keine Möglichkeit, aus Fehlern und Erfahrungen negativer wie positiver Art zu lernen. Das kann sich durchaus auch auf das späterer Leben auswirken. Denn wichtige Lektionen fürs Leben bleiben aus und hemmen so die emotionale Intelligenz. Das bestätigt auch eine Langzeitstudie aus den USA, die in der Fachzeitschrift Development Psychology veröffentlicht wurde.
Einfluss auf die Entwicklung der Kinder
In der umfassenden Studie wurden bereits Kinder im Alter von zwei Jahren beobachtet. Wurden die Kinder übermäßig kontrolliert und behütet, zeigten die Kinder im Alter von fünf Jahren häufig schlechte Kontrolle über ihre Emotionen. Außerdem führte das offenbar langfristig zu schulischen Problemen, wenn die Kinder zehn Jahre alt wurden. Zweifellos meinen die Eltern es nur gut, dennoch beeinflussen sie so die Entwicklung der Kinder negativ. In der Studie sollten die Mütter und die Kinder einige Minuten spielen und dann aufräumen. Dabei zeigte sich, dass einige Mütter die Kontrolle über Aufgabe und Kind übernommen hatten und den Kindern versuchten vorzuschreiben, was zu tun ist, waren zu streng oder fordernd. Eltern versuchen so, den Kindern zu helfen. Allerdings müssen Kinder einige Erfahrungen selbst machen, um emotionale Fähigkeiten und Verhaltenskompetenz zu entwickeln.
Studie mit Tests
Für die Studie mussten die dann fünfjährigen Kinder ihre Emotions- und Selbstkontrolle beweisen. Dazu verteilten die Mitarbeiter Süßigkeiten unfair und nahmen sich auch die Süßigkeiten der Kinder. Dazu sollte Frustration bei den Kindern ausgelöst werden. In einem anderen Test mussten die Kinder geometrische Figuren und Tiere in verschiedenen Größen benennen, durften sich jedoch nicht von den größeren Formen ablenken lassen. Außerdem wurden die Kinder zu Leistungen und Verhalten im Kindergarten und später in der Schule befragt. Die Studie zeigte, dass die Kinder von Helikopter-Eltern offenbar Probleme haben, ihre Emotionen und ihr Verhalten zu regulieren und schlechter auf das Erwachsenen-Leben vorbereitet sind. Sie haben in einigen Fällen mehr Probleme, Freunde zu finden und sonstige schulische Probleme wie auffälliges Verhalten im Unterricht.
Was ist zu viel?
Wie viel Fürsorge und Kontrolle nun genau richtig ist und was zu viel ist, ist laut den Experten jedoch schwer zu sagen. Hier spielen auch kulturelle Faktoren eine Rolle, etwa eine gefährliche Umgebung. Kritik an der Studie wurde laut, da nicht berücksichtigt wurde, ob die Mütter vielleicht Angststörungen oder ähnliche Auffälligkeiten litten, sondern lediglich das überfürsorgliche Verhalten herausgegriffen wurde. Die Experten erklärten auch, dass Eltern den Kindern helfen können, Emotionen und Verhalten zu kontrollieren. In Gesprächen können sie vermitteln, welches Verhalten entstehen kann. Außerdem gibt es Bewältigungsstrategien wie Musikhören, Malen, Atemübungen und ähnliches.
