Forscher fordern mehr Konzentration auf Sekundärtugenden

von Newsredaktion

Kopfnoten

Die Meinungen darüber, welche Schulfächer wichtig sind für einen späteren erfolgreichen Lebensweg, gehen weit auseinander. Zudem gibt es auf die Frage nach dem richtigen Inhalt des Lehrplans keine einfache Antwort. Eine aktuelle internationale Studie hat sich mit dem Zusammenhang zwischen dem Lernverhalten in der Schule und dem späteren beruflichen Erfolg befasst. Mit dem Ergebnis kann die Diskussion um die so genannten Kopfnoten wieder aufflammen.

Kopfnoten sinnvoll oder unnötig?

Immer mehr Lehrkräfte beklagen den mangelnden Respekt ihrer Schüler. Verzogene Schüler gehören seit Jahren zum Thema der Bildungspolitik und damit auch die Diskussion um die Kopfnoten. Die Bildungspolitik streitet in schöner Regelmäßigkeit über Sinn und Unsinn, über Einführung oder Abschaffung. Viele sehen in den Kopfnoten ein längst überholtes Instrument, die Persönlichkeit der Schüler zu bewerten, die anderen dagegen sehen darin neben den Noten in Deutsch und Mathematik das einzige Auswahlkriterium für Arbeitgeber. Die Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens kann jedoch auch eine disziplinierende Wirkung auf die Schüler haben. Die Vergabe dieser Noten ist jedoch sehr aufwendig, sagen auch Vertreter des Philologenverbandes. So wurden in NRW die Kopfnoten für Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit, Selbstständigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Konfliktverhalten und Kooperationsfähigkeit 2010 wieder abgeschafft. Aktuell gibt es in neun Bundesländern in unterschiedlicher Form von der Grundschule bis zum Abitur. Relevant für die Versetzung sind sie jedoch nicht.

Weitreichende Studie

Eine Studie in Kooperation der Universitäten von Tübingen, Houston und Illinois zeigt jedoch, dass die so genannten Sekundärtugenden wie Fleiß oder Verantwortungsgefühl jedoch erheblichen Einfluss auf das spätere Leben und den Beruf haben. Dabei spielen auch Faktoren wie Intelligenz, Einkommen oder Bildung der Eltern keine Rolle. Die verantwortungsvollen Kinder und Jugendlichen erhielten meist bessere Noten und waren später erfolgreich im Beruf, etwa gemessen am Gehalt. Die Studie wurde bereits im Jahr 1960 angestoßen und wurde nun mit einer neuen Befragung von etwa 2000 Teilnehmern abgeschlossen.

Gute Vorbereitung auf das Leben

Das klare Bild zeigte, dass die Schüler mit guten Kopfnoten auch weniger Probleme mit Lesen und Schreiben hatten, außerdem erzielten sie einen höheren Bildungsabschluss und fanden bessere Jobs. Der Zusammenhang ist dabei offensichtlich. Sind Kopfnoten also tatsächlich persönlichkeitsbildend und eine gute Vorbereitung auf den Beruf und das sonstige Leben? In jedem Fall leisten die Bewertungen im Arbeits- und Sozialverhalten einen wichtigen Beitrag dazu.

Zurück

Einen Kommentar schreiben