Erfolg für sozial benachteiligte Schüler

von Newsredaktion

Schüler

Dass die soziale Herkunft über den schulischen Erfolg der Schüler und damit über die spätere beruflichen Chancen entscheidet, ist hierzulande traurige Realität. Wissenschaftler haben nun herausgefunden, wie Schüler aus bildungsfernen Familien profitieren können und in der Schule Erfolg haben können.

Neue Daten-Analyse

Die Pisa-Studie aus dem Jahr 2000 hat offengelegt, dass Deutschland zu den Ländern gehört, in denen soziale Herkunft und Bildung unmittelbar zusammenhängen und dieser Effekt besonders stark ausgeprägt ist. So ist es kein Einzelfall, wenn Schüler aus wirtschaftlich schlechteren Verhältnissen, Schüler mit Migrationshintergrund  oder Schüler mit Eltern mit geringer Bildung, geringe Chancen auf Abitur und Studium haben. Von Chancengleichheit im deutschen Bildungssystem kann also kaum die Rede sein.

Wissenschaftler der OECD haben Möglichkeiten entdeckt, wie man diesen Schülern helfen kann. Dazu wurden die Daten der Pisa-Studie neu ausgewertet. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Förderung benachteiligter Kinder. Die neuen Ergebnisse wurden zuletzt in Berlin vorgestellt.

Solide Leistungen auch ohne Unterstützung

Die neue Analyse ergab, dass die Schüler auch ohne Unterstützung aus dem Elternhaus im Pisa Test erfolgreich abschneiden konnten. Im Jahr 2006 waren es 25 Prozent erfolgreiche Schüler, in 2015 waren es knapp 33 Prozent, der benachteiligten Schüler. Dieser Trend gibt Anlass zur Hoffnung. Aber wie gelingt es Schülern und Lehrkräften dieser Erfolg? Ein wichtiges Stichwort ist dabei Resilienz. Hier handelt es sich um die psychische Widerstandsfähigkeit der Kinder und die Fähigkeit, mit Krisen umzugehen und sie für künftige Entwicklungen zu nutzen. Übertragen auf die Schule heißt das, dass resiliente Schüler zu soliden Leistungen und guten Noten fähig sind, auch wenn sie keine Förderung und Unterstützung aus dem Elternhaus erfahren, auch wenn sie eine andere Sprache zu Hause sprechen.

Weitere wichtige Faktoren

Dabei gibt es verschiedene Faktoren, die die psychische Widerstandskraft der Schüler fördern, etwa die Zusammensetzung der Klassen. So profitieren benachteiligte Schüler vom gemeinsamen Unterricht mit wohlhabenden oder bessergestellten Schülern. Wichtig ist auch das Klima in der Schule und im Unterricht. Wenn Schüler den Unterricht als strukturiert und geordnet wahrnehmen, sind sie auch häufiger resilient.  Weniger entscheidend sind dabei Ressourcen oder die Größe der Schulklassen.

Rat von Experten

Experten raten dazu, im Rahmen von Ganztagsschulen weitere Aktivitäten jenseits des Unterrichts anzubieten. Davon profitieren vor allem die benachteiligten Schüler. Das Klima der Schule lässt sich etwa fördern durch eine geringe Fluktuation bei den Lehrkräften oder auch durch den Führungsstil der Schulleitung, die Eltern, Schüler und Lehrkräfte gleichermaßen ins Boot holt. Es gibt zwar einige positive Entwicklungen, dennoch müsse noch viel für die Chancengleichheit getan werden, denn nach wie vor liegt die Chancengleichheit hier unter dem Durchschnitt anderer OECD-Länder.

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