Eltern unter Dauerstress: Studien zeigen alarmierende Belastungswerte
von Redaktion
Die Belastung von Eltern in Deutschland hat ein besorgniserregendes Ausmaß erreicht. Aktuelle Erhebungen von Krankenkassen und Forschungsinstituten zeigen, dass ein Großteil der Eltern unter dauerhaftem Stress leidet – mit spürbaren Folgen für Gesundheit, Familienleben und psychisches Wohlbefinden.
Laut dem TK-Stressreport fühlen sich rund 88 Prozent der Eltern mit minderjährigen Kindern stark oder sehr stark gestresst. Damit liegt die Belastung deutlich über der von Erwachsenen ohne Kinder. Besonders häufig genannt werden Zeitmangel, Vereinbarkeitsprobleme zwischen Beruf und Familie sowie finanzielle Sorgen.
Zwei Drittel berichten von zunehmendem Stress
Eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) zeigt, dass 62 Prozent der Eltern häufig oder sehr häufig Stress empfinden. Rund zwei Drittel geben an, dass ihre Belastung in den vergangenen Jahren weiter zugenommen hat. Fast 70 Prozent berichten von Erschöpfungszuständen, die sie selbst als „Ausgebranntsein“ beschreiben.

Eltern-Burnout kein Randphänomen mehr
Auch international bestätigen Studien diesen Trend. Eine Untersuchung der Ohio State University kommt zu dem Ergebnis, dass über 60 Prozent der befragten Eltern Symptome von emotionaler Erschöpfung und Burnout zeigen. Viele Eltern berichten zudem von sozialer Isolation und dem Gefühl, mit ihren Problemen allein zu sein.
Quelle: Ohio State University – Parental Burnout & Loneliness
https://nursing.osu.edu/news/2024/05/01/new-survey-finds-loneliness-epidemic-runs-deep-among-parents
Besonders junge Eltern stark betroffen
Besorgniserregend ist die Situation bei jungen Eltern. Eine Studie der Pronova BKK zeigt, dass etwa zwei Drittel der Eltern aus der Generation Z unter Versagensängsten leiden. Jeder sechste Befragte sieht ein hohes Risiko, langfristig ein Burnout zu entwickeln. Als Gründe werden vor allem gesellschaftliche Erwartungen, finanzielle Unsicherheit und fehlende Entlastungsangebote genannt.

Experten fordern mehr Unterstützung und Enttabuisierung
Psychologen und Familienforscher warnen davor, Elternstress weiterhin als individuelles Problem zu betrachten. Vielmehr handle es sich um ein strukturelles Phänomen. Gefordert werden ein Ausbau der Kinderbetreuung, flexiblere Arbeitsmodelle und niedrigschwellige psychologische Hilfsangebote. Ebenso wichtig sei es, offen über Überforderung zu sprechen und unrealistische Erwartungen an Elternschaft zu hinterfragen.
Die Zahlen zeigen deutlich: Die extreme Belastung von Eltern ist längst kein Einzelfall mehr, sondern ein gesellschaftliches Problem – mit Auswirkungen auf Familien, Kinder und das Gesundheitssystem insgesamt.
