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Eltern fördern Unselbstständigkeit der Kinder

von Newsredaktion

Kinder

Viele Kinderpsychologen warnen davor, dass immer mehr deutsche Eltern ihre Kinder zu Unselbständigkeit und Unsicherheit. Für Kinder ist es besonders wichtig, dass sie sich selbst ausprobieren, Vertrauen lernen und selbständig handeln. Nachteilig ist, wenn Eltern alles von den Kindern fernhalten und immer eingreifen.

Eltern-Taxi für Kinder

Ein vertrautes Bild: Viele Eltern fahren die Kinder zur Schule und holen sie wieder ab, bringen sie zum Sport oder zum Musik-Unterricht. Doch Psychologen warnen davor, dass Kinder so unselbständig und zu behütet werden. Ein typisches Beispiel aus der Großstadt zeigt: Eltern fahren die Kinder zur Schule, die relativ nah ist, aber der Schulweg führt auf über eine vierspurige Straße mit Ampel. Sind Eltern zu überbesorgt? Oder beschützen sie so die Kinder zu Recht vor Gefahren? Durch das Eltern-Taxi kennen viele Kinder nicht den Schulweg und würden auch nicht zur Schule oder wieder zurück nach Hause finden. In Großstädten wie auf dem Land wird es immer üblicher, dass Kinder gefahren werden. Die Kinder sind heute so beschützt wie noch nie, haben auch kaum Freiheiten. Eine Studie zeigt, dass Kinder in den 1960er Jahren einen Bewegungsradius von mehreren Kilometern hatten. Heute liegt dieser bei gerade mal 500 Metern.

Termine und ständige Betreuung

Experten sprechen daher auch von Helikopter-Eltern. Eine weitere Folge ist, dass immer mehr Kinder Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Heute heißt Kindheit Beobachtung durch soziale Netzwerke, aber nicht Toben im Wald oder Spielen auf der Straße. Kinder und Eltern bewegen sich nur noch von Termin zu Termin, vom Feriencamp zur Verabredung, vom Ballett zum Klavierunterricht – mit durchgehender Betreuung. Kinderärzte und Kinderpsychologen warnen davor, dass Eltern ihre Kinder so zu unfähigen Erwachsenen erziehen. Nicht umsonst steigt die Zahl der verhaltensauffälligen Kinder stetig an. Eltern nehmen durch die ständige Überbehütung den Freiraum und die Möglichkeit, sich zu eigenständigen Persönlichkeiten zu entwickeln.

Zutrauen und Selbständigkeit

Eltern sind nur noch auf Reaktion bedacht, fokussiert auf das Kind, auf das Smartphone oder den PC. Experten sprechen von einem ständigen Katastrophenmodus, es könnte etwas passieren. Kinder denken daher: Ich kann immer alles jederzeit und sofort bekommen. Doch diese Kinder trauen sich selbst später nichts zu, andere trauen ihnen nichts zu. Sie entwickeln kein Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl oder Eigenständigkeit. Die Folge können Depressionen, Unsicherheit, Angstzustände oder ADHS sein, aber auch Essstörungen.

Eltern müssen Erziehung wieder lernen

Eltern haben das Gefühl, Kinder jederzeit behüten und beschützen zu müssen, auch wenn die Fakten dafür fehlen. Nehmen wir den Straßenverkehr bzw. den Schulweg. Die Zahl der Kinder, die hier umkommen oder verletzt werden, ist seit den 1970er Jahren um 92 bzw. 42 Prozent zurückgegangen. Insofern stellen Experten Eltern ein schlechtes Zeugnis aus und mahnen an, dass auch Eltern wieder Erziehung lernen müssen. Auch der Kinderschutzbund merkt an, dass viele Eltern überfordert sind, Zweifel hegen oder übermäßig ängstlich und vorsichtig sind. Dabei ist es wichtig, dass Eltern ihren Kindern vertrauen und sie auch loslassen.

 

 

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