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Die neuen Vorsorgeuntersuchungen: Was haben sie gebracht?

von Newsredaktion

Vorsorgeuntersuchung

Im September dieses Jahres wurden neue Vorsorgeuntersuchungen für Neugeborene und Kleinkinder eingeführt. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte begrüßt die Neuerungen und das neue gelbe Heft als Verbesserung, einige Ärzte üben jedoch auch Kritik.

Überarbeitung gelbes Heft

Seit den 1970er Jahren ist es üblich, das Neugeborene und Kleinkinder regelmäßig untersucht werden. Diese Vorsorgeuntersuchungen werden von den Krankenkassen übernommen. Ebenso lange gibt es auch schon das gelbe Heft, in das die Untersuchungsergebnisse eingetragen werden. Nun wurde dieses Heftchen in einigen Teilen überarbeitet. So sind für Babys und Kleinkinder insgesamt neun Vorsorgeuntersuchungen vorgesehen. Das ist auch mit den aktuellen Änderungen nicht anders. Die erste Untersuchung erfolgt gleich nach der Geburt, in der Regel direkt im Krankenhaus. Die letzte Untersuchung findet im Alter von fünf Jahren statt. In den einzelnen Bundesländern gibt es unterschiedliche Regelungen, ob diese Vorsorgeuntersuchungen auch verpflichtend sind. Im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen etwa gibt es für Eltern keine Pflicht, diese Termine wahrzunehmen. Allerdings raten die Kinderärzte dringend dazu. So können die Mediziner feststellen, ob die Entwicklung des Kindes normal verläuft.

Wichtige Kritikpunkte

Trotz der Wichtigkeit kritisieren einige Ärzte, dass die Vorsorgeuntersuchungen mit zu viel Bürokratie und Schreibarbeit verbunden sind. So ist das neu überarbeitete gelbe Heft nun viel dicker als der Vorgänger. Ein Grund dafür ist, dass zu jedem Untersuchungstermin eine ausführliche schriftliche Einführung ergänzt wurde. Die Eltern können im Heft auch ihre Fragen an den Arzt eintragen. Zudem gibt es einige Bereiche, in denen Ärzte verpflichtend beraten müssen, etwa beim Impfen. Weiterhin werden Themen wie Mediennutzung, Zahngesundheit, Prävention von Unfällen oder Ernährung behandelt. Das Heft gibt vor, wann der Arzt mit den Eltern darüber sprechen sollte. Ein Kritikpunkt ist, dass viele Dinge nicht umzusetzen sind, da bei einem Kind vielleicht etwas andere gerade wichtiger. Die Ärzte wollen sich auf die relevanten Punkte konzentrieren. Ein Beispiel: Viele Mütter nehmen die Vorsorge nicht zum Zeitpunkt war, wenn das Kind auf Beikost umgestellt wird. Die Ärzte behandeln die Punkte dann meist zu einem anderen Zeitpunkt, weil aktuell ein anderes Thema relevant ist.

Verschiedene Neuerungen

Eine weitere Neuerung ist das umstrittene Mukoviszidose-Screening. Wenn die Eltern einverstanden sind, können Neugeborene auf Mukoviszidose getestet werden. Das ist umstritten, weil es sich um eine unheilbare Krankheit handelt. Außerdem sind bei der U8-Untersuchung ein Hörtest und eine Kontrolle der Augen neu. Im Heft wird neben körperlichen Beschwerden auch die psychosoziale Entwicklung beobachtet. Dies gilt etwa für Sprachauffälligkeiten oder Auffälligkeiten bei der Motorik. Mit den neuen Fragebögen können die Ärzte zudem besser die Interaktion zwischen Eltern und Kind beurteilen. Kritische Ärzte betonen, dass die Qualität der Vorsorgeuntersuchungen vor allem vom behandelnden Arzt abhängt, nicht von einem Heft.

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