Deutsche Eltern haben hohe Erwartungen an sich selbst

von Newsredaktion Familie

Familie in einem Feld

Eltern sind tagtäglich gefordert viele Aufgaben unter einen Hut zu bringen. Das betrifft nicht nur das Privatleben, sondern auch den Beruf. Um all das besser zu verstehen, hat das Forschungsinstitut Kantar im Auftrag von Nestlé über 8.000 Eltern aus 16 Ländern dazu befragt.

Als Ergebnis präsentierten die Studienautoren nun den sogenannten Parenting Index. Dieser macht erstmals die Erfahrungen von Eltern weltweit sichtbar und miteinander vergleichbar. Hier ging es jedoch nicht darum aufzuzeigen was richtig oder falsch ist, sondern darum die zahlreichen Herausforderungen für Eltern hervorzustreichen.

Auf den ersten Rängen dieses globalen Index befinden sich Schweden, Chile und Deutschland. In diesen Ländern kommen die Eltern mit ihren Herausforderungen noch am besten zurecht.

Druck von innen und außen

Der Parenting Index beweist, dass es keinen perfekten Ort gibt, um Eltern zu werden. Doch jetzt kennt man die universellen Schlüsselfaktoren, die sich auf das Elternsein in aller Welt auswirken. Dazu zählt beispielsweise der Druck von innen und von außen. Diesen können Eltern kaum beeinflussen, er hat jedoch einen großen negativen Effekt.

Auch die deutschen Eltern haben hohe Erwartungen an sich selbst. Sie möchten für Ihre Kinder nur das Beste. Gleichzeitig prasseln eine Menge guter Ratschläge von außen auf die Eltern ein. Jeder hat eine Meinung dazu, wie man Kinder am besten erzieht und tut diese ungefragt kund. Die Urteile von außen, ob im persönlichen Gespräch oder in sozialen Medien, führen zu Schuldgefühlen.

Mache ich alles richtig?

In Deutschland wird das Elternsein aufgrund der guten Rahmenbedingungen noch als einfacher empfunden. Doch die folgenden Schlüsselfaktoren erhöhen auch in der Bundesrepublik den Druck. Dazu gehören die Erwartungen an sich selbst. Mehr als ein Drittel spürt die Belastung alles richtig machen zu wollen.

Parenting Index

Das ist zwar deutlich weniger als im weltweiten Durchschnitt, doch immer noch ein großer Einflussfaktor. Schließlich erwartet die Umgebung, dass Eltern ihr Leben so organisieren, dass sie im Beruf erfolgreich sind und ihre Kinder gleichzeitig die beste Betreuung haben.

Kind, Haushalt und Karriere führen zu Überforderung

Das bringt vor allem die Mütter in Schwierigkeiten. Zwar hat Deutschland eine hohe Lebensqualität und zahlreiche staatliche Leistungen, doch die gesellschaftliche Erwartung führt oft zu einer Überforderung der Mütter. Ihre Umgebung erwartet, dass sie zumindest im ersten Jahr bei ihrem Kind bleibt. Das bringt jedoch die eigene berufliche Karriere unter Druck.

Abhilfe kann die flexible Arbeitszeit schaffen. Diese wird weltweit mit 74 Prozent häufiger in Anspruch genommen, als in Deutschland. Hier setzten nur 69 Prozent auf variable Arbeitszeiten. Klappt dieser Spagat nicht, dann müssen Mütter in Folge mit geringerem Einkommen, einer höheren Abhängigkeit von ihrem Partner und verringerten Karrierechancen rechnen.

Die Aufgaben sind ungleich verteilt

Die Ungleichheit bei der Verteilung der Aufgaben in Haushalt und bei der Erziehung erschwert das Elternsein zusätzlich. Hausarbeit und die Betreuung der Kinder sind in Deutschland immer noch die Aufgabe der Frau. Dies in Kombination mit einem Job sorgt für ein dramatisches Ungleichgewicht. Das zeigt sich auch in der Inanspruchnahme der Elternzeit.

Jeder zweite Vater entscheidet sich dafür, jedoch lediglich für einen Zeitraum von zwei Monaten. Mütter sind in der Regel zwölf Monate bei ihrem Kind zu Hause. Fehlt in dieser Situation auch noch die finanzielle Stabilität, dann gerät eine Familie schnell an ihre Grenzen.

Quelle, Bildrechte und Fotograf: Nestlé Deutschland AG

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