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Demenz in der Familie: Auch Kinder direkt betroffen

von Newsredaktion

Demenz

Über ein Viertel der Kinder in Deutschland erfahren Demenz in der eigenen Familie. Gut 29 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind von Demenz betroffen, weil die Großeltern erkranken. Vor allem Unsicherheit begleitet die Krankheit, denn viele Kinder und Jugendliche wissen nicht, wie sie mit der Erkrankung und den Betroffenen umgehen sollen.

Veränderungen und Unsicherheit

Fast 30 Prozent der Kinder in Deutschland haben Verwandte in der Familie, die an Demenz erkranken. Das ist mit Unsicherheit und Belastungen verbunden. Das geht aus einer Umfrage des Zentrums für Qualität und Pflege hervor. Demnach sind zudem fast 60 Prozent der Teilnehmer betroffen und traurig, dass sich die Erkrankten stark verändern. Gut 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind zudem besonders unsicher, wie sie mit den erkrankten  Angehörigen umgehen sollen. Dazu kommt die Angst, dass den Patienten etwas zustoßen könnte.

Umgang mit der Erkrankung

Experten betonen daher, dass Demenz auch die Minderjährigen Familienmitglieder betrifft. Somit ist Demenz längst kein reines Altersphänomen mehr. Daher ist die frühzeitige Aufklärung über Erkrankungen wie Alzheimer oder Demenz sehr wichtig, auch im Kindergarten oder in der Schule auf altersgerechte Art und Weise. In der Umfrage schildern die Minderjährigen aber auch positive Erfahrungen. So geben 15 Prozent der Befragten an, dadurch sehr viel über den Umgang mit Erkrankten zu lernen. Außerdem berichtet jeder Siebte über einen engeren Familienzusammenhalt. An der Umfrage nahmen etwa tausend Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zwölf und siebzehn Jahren teil. Das Zentrum für Qualität und Pflege ist eine Stiftung des Verbands der Privaten Krankenkassen.

Demographischer Wandel und Demenz

In diesen Tagen steht auch der diesjährige Welt-Alzheimer-Tag bevor. Er steht unter dem Motto „Jung und Alt bewegt Demenz“. Nach derzeitigem Stand leben in Deutschland etwa anderthalb Millionen Patienten mit Demenz, zwei Drittel von ihnen mit der speziellen und häufigsten Form Alzheimer. Experten rechnen damit, dass bis 2050 die Zahl der Demenz-Patienten auf etwa drei Millionen steigen wird, und hoffen auf einen Durchbruch für die erfolgreiche Therapie. Derzeit gibt es keine Medikamente gegen Alzheimer. Mit Blick auf den demographischen Wandel mit immer mehr Erkrankungen und immer weniger personellen sowie finanziellen Ressourcen wird Demenz zu einer immer größeren Belastung für das Gesundheits- und Sozialwesen, so die Experten.

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