Chaos durch Lehrermangel
von Newsredaktion
In einigen Bundesländern läuft das neue Schuljahr bereits an, in einigen dauern die Sommerferien noch an. Unabhängig davon sorgt der Lehrermangel für Schlagzeilen – und für Chaos. In Niedersachsen werden kurzfristig Gymnasiallehrer an Grundschulen, aber auch an Haupt-, Real- und Oberschulen abgeordnet. Das bringt jedoch die aufwendig erarbeiteten Stundenpläne zu Fall.
Planungen umsonst
In Baden-Württemberg beginnt der Unterricht wieder am 11. September, doch schon jetzt scheuen sich die Schulleiter vor der Planung, da sie fürchten, kurzfristig Lehrkräfte abziehen und versetzen zu müssen. Genau das Problem haben nun die Schulen in Niedersachsen, wo die erarbeiteten Stundenpläne hinfällig sind. Unverständnis kommt etwa von Seiten der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft, da die Planungen bereits vor den Sommerferien laufen sollten und die Schulen den jeweiligen Bedarf angemeldet haben. Dazu kommt, dass auch die Einstellungsverfahren für Nachwuchs-Lehrkräfte noch laufen. Noch liegen keine genauen Zahlen vor, wie viele Lehrer zwangsläufig abgeordnet wurden.
Lehrermangel und Pflichtunterricht
Eine Folge ist in jedem Fall, dass an vielen Schulen offenbar der Pflichtunterricht nicht gewährleistet werden kann, Stundenpläne müssen überarbeitet werden, da auch an vielen Gymnasien personelle Engpässe entstehen. Außerdem müssen Programme wie das Selbstverantwortliche Lernen gecancelt werden, weil Lehrer fehlen. Lehrerkollegien und Elternrat laufen Sturm, da Ausmaß und Kurzfristigkeit, aber auch der Sinn der Abordnung in Frage gestellt werden. Grundschulen und Gymnasien stellen an die Lehrkräfte unterschiedliche Anforderungen, die nicht ohne weiteres eins zu eins ausgetauscht werden können.
Furcht vor Zwangsabordnungen
Ungerührt von der Kritik wollen die Behörden Gymnasiallehrer an Grundschulen zwangsversetzten, wenn sich nicht genug Freiwillige melden. Das soll zwar nur vorübergehend sein, doch das Grundproblem Lehrermangel ist damit nicht behoben. So fürchten auch die Lehrkräfte im Südwesten, dass in Baden-Württemberg ähnliche Szenarien drohen. Bisher üben sich jedoch die Behörden in Zurückhaltung. Bisher haben die Schulen zu Beginn der Ferien die Lehrer-Deputate und damit den Stundenplan geplant, nun warten sie noch ab. Ein Problem ist, dass früher existierende Reserven, die im Notfall einspringen konnten, nicht mehr vorhanden sind. Hatten Schulen nach der Bedarfsanalyse vor den Sommerferien noch Luft, wurden die Lehrkräfte abgeordnet.
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