Weitere Erziehungs-News

Baden-Württemberg will Lehrermangel bekämpfen

von Newsredaktion

Lehrermangel

Baden-Württembergs Kultusministerin will mit unpopulären Maßnahmen dem Lehrermangel Herr werden. So soll es Einschränkungen bei der Teilzeit geben oder auch Zwangsversetzungen. Nicht allen Lehrkräften dürfte das zusagen. Derzeit sind im Land etwa 700 Lehrerstellen nicht besetzt. Gleichzeitig finden viele Jung-Lehrer keine Anstellung.

Solide Unterrichtsversorgung

So steht das Bildungssystem im Land vor der Aufgabe, Lehrermangel, mangelnde Bewerberzahlen und neue bildungspolitischen Herausforderungen unter einen Hut zu bekommen. Trotz ungünstiger Bedingungen soll die Unterrichtsversorgung stabil gewährleistet werden. Kritik kam von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, dass die Landesregierung den Pflichtunterricht im neuen Schuljahr nicht sicherstellen könne.

Fehlende Bewerber

Ursachen für den Lehrermangel sind eine hohe Zahl von Pensionierungen und neue Aufgaben für die Schulen, wie die Inklusion oder der Ausbau der Ganztagsangebote. Dazu kommen noch steigende Schülerzahlen in den nächsten Jahren. Allein für die Grundschulen fallen laut Kultusministerium etwa 400 Bewerber weg. Demnach handelt es sich nicht um ein Problem der Ressourcen sondern um ein Bewerberproblem. So wurde die Studienzeit für das Grundschullehramt auf acht Semester verlängert. Derzeit sollen etwa 5.000 neue Stellen besetzt werden. Daher soll die Streichung von 700 Stellen verhindert werden.

Teilzeit reduzieren

In jedem Fall müssten sich die Lehrkräfte in der nächsten Zeit auf eine härtere Gangart einstellen. Demnach soll die Teilzeit eingeschränkt werden Die Lehrkräfte sollen dazu bewegt werden, mindestens 65 Prozent zu arbeiten, mit Hinweis auf dienstliche Gründe. Dazu gehört auch die Sicherstellung der Unterrichtsversorgung.  Außerdem soll es einfacher werden, Lehrkräfte aus gut versorgten Regionen in schlechter gestellte Regionen zu versetzen.

Lehrermangel an Grundschulen  

Vom Lehrermangel sind derzeit vor allem die Grundschulen betroffen. Allein hier fehlen im neuen Schuljahr 400 bis 500 Lehrer. Zu den besser versorgten Regionen mit mehr als einem Bewerber pro Stelle gehörten Freiburg, Ulm, Karlsruhe, Heidelberg und Stuttgart. Schlechter sieht es etwa in Oberschwaben und Hohenlohe aus. Hier gibt es auf zwei Stellen keine Bewerber. Weiterhin wird diskutiert, dass Gymnasiallehrer an Grundschulen unterrichten sollen. Hier fehlt es jedoch häufig an der spezifischen Qualifikation. Außerdem werden Pensionäre aus dem Ruhestand zurückgerufen. Die Landesregierung will Lehrer bis 69 Jahre arbeiten lassen, wollen jedoch bei der Gesundheitsvorsorge für Lehrer nachbessern.

Lehrer aus dem Urlaub holen

Bei Bedarf sollen beurlaubte Lehrer gebeten werden, wieder zurückzukehren und Vertretungen zu übernehmen. Außerdem soll der Quer- und Seiteneinstieg gefördert werden. Die Referendare sollen vor allem an ländliche Schulen versetzt werden. So soll es langfristig gelingen, den Lehrermangel zu beheben. Ob mit Erfolg, wird sich zeigen.

Weitere Erziehungs-News