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Anhaltende Diskussion ums Sitzenbleiben

von Newsredaktion

Sitzenbleiben

In der Schule werden die Leistungen der Schüler mit Noten verglichen und bewertet. Schlechte Noten führen im schlimmsten Fall zum Sitzenbleiben. Die Deutschen finden, dass das auch so bleiben soll.

Schulnoten und Sitzenbleiben sinnvoll

Immer wieder gibt es Versuche, Noten zu reformieren, abzuschaffen oder auch das Sitzenbleiben zu canceln. In der Bevölkerung gibt es dazu jedoch klare Standpunkte, wie die aktuelle Umfrage vom Meinungsforschungsinstitut YouGov zeigt. Dazu wurden die Teilnehmer befragt, ob sie Schulnoten für sinnvoll halten. Etwa drei Viertel der Befragten bejahten dies. In den Ost-Bundesländern lag der Wert bei 81 Prozent, in den West-Bundesländern lag der Wert bei 74 Prozent. Außerdem befürworteten die Befragten das Sitzenbleiben, etwa 80 Prozent finden das Sitzenbleiben in Folge schlechter Noten für sinnvoll.

Leistungsbereitschaft in der Schule

Weiter ergab die Umfrage, dass etwa 20 Prozent der Befragten bereits selbst einmal in der Schule sitzengeblieben sind. Dabei drehten etwa 27 Prozent der Männer und 21 Prozent der Frauen eine Ehrenrunde. Interessant ist auch, dass auch die Schüler selbst nichts am Sitzenbleiben können ändern wollen. In einer älteren Umfrage wurde das Argument angeführt, dass damit die Leistungsbereitschaft und das Engagement in der Schule abnehmen würden.

Vergleichsmöglichkeiten und Standards

Immer wieder gibt es eine Diskussion darüber, wie  gerecht oder ungerecht Noten sind. In der Umfrage halten 14 Prozent der Befragten Noten für wenig sinnvoll oder gerecht. Die Kritiker der Schulnoten zwischen 1 und 6 bemängeln, dass dies zur Verzerrung führt, die Noten ungerecht sind und schlechte Vergleichsmöglichkeiten sind. So gibt es immer wieder Versuche, andere Formen der Bewertung einzuführen. Walddorfschulen und reformpädagogische Modellschulen verzichten seit jeher auf Schulnoten, zumindest bis zur Oberstufe. Während die Befürworter die Schulnoten als Ansporn, Motivation und Orientierung sehen, kritisieren Gegner, dass die Schüler damit vor allem stupide auswendig lernen, ohne jeglichen freien Willen, ohne Rücksicht auf individuelle Talente und Begabungen oder Vorlieben.

Vertreter vom Deutschen Philologen-Verband sprechen von der Umfrage als Votum gegen eine Abkehr vom Leistungsprinzip an den Schulen. Eine erfolgreiche pädagogische Arbeit, so der Verband, sei nur durch Fördern und Fordern möglich. Schulnoten bieten Jahrgangsstufen-Standards. Würden sie wegfallen, schade das den Zukunftschancen der Kinder und Jugendlichen.

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