Hallo,
das klingt wirklich sehr belastend, und man merkt beim Lesen, wie sehr dich die Situation beschäftigt. Ich möchte dir zuerst sagen: Dein Gefühl, dass ihn andere Kinder einfach zu sehr stressen, wirkt auf mich sehr stimmig. Sein Verhalten liest sich nicht wie „Absicht“ oder Erziehungssache, sondern wie massive Überforderung. Viele Kinder kommen mit unübersichtlichen, lauten oder sozialen Situationen nicht zurecht. Dann bleibt ihm oft nur Rückzug oder dieses scheinbar aggressive Verhalten, um die Situation zu beenden. Dass er sich versteckt, Dinge knallt oder schreit, wirkt nach außen heftig, ist aber häufig ein Zeichen von Stress oder Angst.
Dass er schon bei der Ankündigung von Besuch sagt „hör auf, sag nix“, würde ich sehr ernst nehmen. Das klingt nach einem klaren Signal, dass sein inneres Fass schon beim Gedanken daran überläuft. Im Moment scheint er noch kaum Ressourcen zu haben, um solche Situationen auszuhalten. Das ist nicht schön für dich, aber es erklärt auch, warum Treffen kaum noch möglich sind.
Vielleicht hilft es, den Druck komplett rauszunehmen und soziale Kontakte sehr stark zu reduzieren oder ganz auszusetzen. Nicht als Dauerlösung, sondern als Entlastung. Wenn überhaupt, dann nur in ganz kleinen, klaren Schritten: ein Kind, kurze Zeit, vorher genau angekündigt, ohne Erwartungen an gemeinsames Spielen. Und wenn er sich zurückzieht, darf das okay sein, ohne dass man versucht, ihn zu „holen“.
Wichtig finde ich auch, dass er einen festen Rückzugsort hat, an dem er weiß, dass ihn niemand anspricht oder bedrängt. Allein dieses Wissen kann schon etwas Spannung rausnehmen. Sein Verhalten gegenüber kleineren Kindern wirkt für mich eher wie fehlende Impulskontrolle und Stressabbau als wie böser Wille. In solchen Momenten hilft oft nur frühzeitig zu begleiten und die Situation zu beenden, bevor es eskaliert.
Sprich diese Beobachtungen unbedingt in der Ergotherapie an. Vielleicht braucht es zusätzlich noch andere Unterstützung, zum Beispiel Logopädie, Frühförderung oder eine kinderpsychologische Begleitung. Nicht, weil etwas „schlimm“ ist, sondern um ihm und auch dir mehr Werkzeuge an die Hand zu geben.
Und bitte vergiss dich selbst nicht. Alleinerziehend zu sein und das alles alleine zu tragen, ist unglaublich viel. Dass du dich isoliert fühlst und kaum noch jemanden treffen kannst, ist absolut nachvollziehbar. Unterstützung für dich, etwa über Beratungsstellen oder ein SPZ, kann sehr entlastend sein.
Du klingst nach einer sehr aufmerksamen und liebevollen Mutter. Dein Sohn zeigt kein falsches Verhalten, sondern dass er gerade Schutz, Ruhe und wenig Anforderungen braucht. Auch wenn es schwer auszuhalten ist: Das darf im Moment so sein.