Beiträge von Wapiti

    Liebe Klara,


    vielen Dank für ihre ausführliche Antwort. Ja, die Begleitumstände der Pubertät sind mir bekannt, man kann sie auch überall nachlesen. Selbst mit den dazugehörigen Situationen konfrontiert zu sein ist jedoch etwas völlig anderes, als intellektuell zu verstehen worum es (theoretisch) geht. Der Leidensdruck vieler Eltern wird während der Pubertät ihrer Kinder oft noch vergrößert, wenn sie mit allgemeinen Ratschlägen von ober herab, im Sinne von: "Man soll sich doch freuen, dass die Kinder offensichtlich normal sind und solches Verhalten gehört nun mal dazu", übergossen werden.


    Dass ein Mangel an Einfühlungsvermögen durch die intensive Beschäftigung mit sich selbst hervorgerufen wird, wie sie sagen, halte ich nicht zwingend für notwendig. Unter Ihresgleichen können Mädchen äußerst anteilnehmend sein! Es ist aber möglich, dass, wie Sie schreiben, das Einfühlungsvermögen der Mädchen bezogen auf ihre Mütter, während der Pubertät abnimmt, da sie sich von diesen abnabeln und dies besser durch emotionalen Rückzug bewerkstelligen können.


    Den Film "Das Pubertier" kenne ich noch nicht, jedoch sämtliche Bücher des Autors - sie sind alle wirklich lustig, bilden die Pubertät allerdings sehr oberflächlicher ab. Nichts, womit man sich trösten kann, wenn man wirklich leidet und die Dinge wirklich verfahren sind.


    Viele Grüße, Wapiti

    Liebe Eltern,


    meine 14 jährige Tochter und ich (alleinerziehend) haben gerade eine schwere Zeit miteinander. Eigentlich hatten wir immer ein gutes nahes Verhältnis, aber momentan läuft manches nicht rund. Ich liege seit mehreren Tagen mit Grippe im Bett und meine Tochter kommt über ein knappes "wie gehts" nicht hinaus. Praktische Unterstützungsangebote gibt es keine und ich bin (auch im Krakenbett) diejenige, die Aufgaben verteilt und ihre Ausführung kontrolliert. Wenn ich das Gespräch zu ihr suche und ihr sage, dass ich mir etwas mehr aktive Anteilnahme wünsche, zuckt sie mit den Schultern und" Ich weiß nicht, was ich da sagen oder machen soll." Ich bin dann sprachlos vor Enttäuschung, oder werde einfach total wütend. Selbst wenn ich versuche, sie ihrerseits zu provozieren, lässt sie sich nichts anmerken. Über ihre Gefühle reden kann sie nicht so gut, sie zeigen anscheinend aber auch nicht (außer Freude - manchmal). Ich mache mir ein bisschen Sorgen, ob diese emotionale Abschottung noch gesund und "normal" ist, oder ein Anzeichen für tiefer gehende Sorgen oder Ängste sein könnte und wäre dankbar für ein paar Ansichten.
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