Teuer, wie macht ihr das...

  • Seit einigen Wochen/ Monaten steigen die Preise, gefühlt unaufhörlich. Die steuerliche Entlastung bei Diesel und Benzin ist hier nicht angekommen, jedenfalls nicht beim Kunden.

    Ich bin nun angefangen ein Haushaltsbuch zu führen, wo ich restlos alles eintrage was ich eingekauft habe. Wir sind eigentlich ein 3 Personen Haushalt, sehr oft haben wir aber Mitesser ( Enkel, Freundin, Bruder oder großer Sohn). Mein Haushaltsgeld ist eben so wenig gestiegen wie unser Einkommen. Jetzt ist es so das ich nur noch das nötigste kaufe, dazu gehören nicht Süßigkeiten, Eis, Kuchen und co. Kleidung für unseren Sohn sind nicht mehr drin, natürlich auch für uns Eltern nicht. Wo soll das hinführen?

    Wie macht ihr das???

  • Wirklich schwierig. Bei mir wirds gerade auch eng.


    Habe kürzlich für einen normalen Lebensmitteleinkauf beim Aldi 90,- Euro gezahlt. Der Einkaufswagen war nicht einmal voll. Gefühlsmäßig habe ich vor ein paar Jahren für diesselbe Menge gerade mal die Hälfte bezahlt, beweisen kann ich es nicht. Aber Fakt ist, dass die Inflation extrem gestiegen ist und die Zahlen aus den Nachrichten nur die halbe Wahrheit erzählen und außerdem nur für ein Jahr hochgerechnet werden.


    Ich denke hier muss man politisch eingreifen, denn andernfalls werden sehr viele "Normalverdiener" in die Armut fallen und das kann das Sozialsystem nicht auffangen. Den Vorschlag die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel komplett zu streichen fände ich gut, wenn nicht, dann zumindest auf 7% verringern und das dauerhaft. Auf jeden Fall besser als der Tankrabatt.


    Was jeder selbst machen kann?

    Verzicht, Rabatte jagen und sich jobmäßig gut aufstellen.

    Weniger Zucker und mehr saisonales Gemüse essen ist sowieso gesünder.

  • @ Drachenherz: Dein Gefühl täuscht dich nicht. Beobachte die Preisentwicklungen seit gut einem dreiviertel Jahr intensiv und alleine in diesem Zeitraum sind Güter des täglichen Bedarfs um 1/3-1/2 gestiegen. Man kann den Preisen mehr oder weniger beim wachsen zuschauen! :(


    Für mich ist es in der sozialen Arbeit relevant (Menschen leben vorrangig von Sozialhilfe). Da kracht es jetzt schon an allen Ecken und Enden Richtung Existenzverlust... Bei der Mittelschicht (also uns?) fängt es jetzt an, dass man den Gürtel enger schnallen muss...


    Wohnen, Grundversorgung, Energie, Mobilität, Freizeit - die Inflation schlägt sehr unbarmherzig zu... Wenn man sich tatsächlich das Leben nicht mehr leisten kann, wird das mehr als schwierig. Ein Eingreifen der Politik wäre BITTER nötig und zwar SOFORT!!! Uns (Österreicher) speisen sie jetzt mit lächerlichen kleinen Einmalzahlungen ab, die nichts bewirken (zB im August 180 Euro/Kind) und tönen mit einer Anpassung von Sozialleistungen und Abschaffung der kalten Progression ab 2023 (!). Erstens glaube ich zweiteres erst wenn ich es sehe (würde mich nicht wundern, wenn NIX passiert) und zweitens ist es zu spät. Es bräuchte sehr kurzfristige Veränderungen, sonst sitzen nicht wenige Menschen im Herbst dann auf der Straße... (Man merkt, es ist ein Thema, das mich ziemlich triggert...)


    Wir (4-köpige Familie, Kinder 12 und 10) merken die Teuerungen natürlich, aber noch ist es im Rahmen und wirklich verzichten müssen wir auch nichts. Man muss aber dazu sagen, dass das an unserer sehr konsumablehnenden und genügsamen Lebensweise liegt. Wir sind keine großen Urlauber, haben keine teuren Hobbies, geben kaum was für Extras wie Friseur etc. aus. Wäre das anders, müssten wir bei diesen Dingen mittlerweile sicher kürzertreten...


    Wir retten schon seit knapp einem Jahr Lebensmittel (spezieller Sozialmarkt) und kaufen nur mehr wenig im Supermarkt zu. Im Sommer haben wir zudem einiges aus dem Garten. Ich trage seit gut 25 Jahren fast nur Second Hand Kleidung, die Kinder seit sie auf der Welt sind ebenfalls. Generell gibt es bei uns auch Sportgeräte etc. Second Hand...


    Ich glaub, wir haben einfach keinen sehr aufwändigen Lebensstil - und dennoch spüren wir die Teuerungen deutlich, weil einfach weniger übrig bleibt... Einsparen könnten wir beim Essengehen und Kleinigkeiten zwischendurch (Eis, Bücher, Hefte etc.). Das tun wir tw. schon, aber da ginge mehr. Ich merke aber immer deutlicher, dass es da bei mir Richtung: "Was ist es mir wert" geht... Der Kaffee in meiner Lieblingsbäckerei, wo ich oft geschrieben/gelesen habe, kostet mittlerweile weit über 4 Euro - nein, das ist es mir nicht mehr wert...


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    Gilfy: Es tut mir ehrlich leid! :( Wirklich! Wenn ich lese, dass Süßigkeiten/Eis für ein Kind nicht mehr finanzierbar sind, wird mir ganz anders... :( Bald wird es noch mehr Menschen so gehen... :(

  • Diese Einmalzahlung soll es hier in Niedersachsen auch geben. 100€ für ein Kind, zuschlag auf das Kindergeld aber es muss versteuert werden. Dann bleiben von den 100€ noch 60€ über und wann das kommen soll weiß keiner.

    Die Mehrwertsteuer erlassen werden die nie mals tun! Es war im Gespräch diese vom Obst und Gemüse zu streichen, aber dafür auf Fleisch drauf zu packen. Hallo, dann kann man sich gar kein Fleisch mehr leisten.

    Also, alles nicht durchdacht.


    Drachenherz, ich weiß nicht was der Verzicht auf Zucker mit der Preissteigerung zu tun hat, ausser das Zucker nicht gesund ist, aber Obst und Gemüse ist ja auch dermaßen teuer geworden und dann auch noch auf Saison Produkte umsteigen, nun ja, wer es kann!

    Wir gehören nicht dazu. Unsere Bauern hier schmeißen Spargel, Erdbeeren und co nun lieber in den Müll, statt diese Waren günstiger zu verkaufen, weil die Verlust machen. Ich kann sowas nicht nachvollziehen.


    Ich habe heute beim lidl für 2kg normale Äpfel 3,99€ bezahlt. Das geht gar nicht, brauche sie aber für einen Apfelkuchen am Samstag, mein Bruder und großer Sohn hatten Geburtstag.


    Mit meinen ganzen Allergien auf Lebensmittel bleibt mir eh kaum was an Obst und das was ich essen könnte, ist nicht bezahlbar.


    Dani, nicht nur Süßigkeiten und Eis fallen für Luca weg, auch konnte ich ihm seit Wochen sein Taschengeld nicht auszahlen, dringend braucht er kurze Hosen. Kino, Essen gehen oder sowas haben wir schon seit mindestens 2 Jahren nicht mehr. Das ist einfach nicht drin. Mc Donalds liebt er, ganz selten erlauben wir das aber dann nur für ihn mein Mann und ich essen dann Brot.

    Haare schneiden, das mache ich immer bei meinen beiden Herren und meine , na ja, die sind nun schon super lang gehen schon fast bis zum Po😂.


    Ich weiß, ich habe es schon mal erwähnt das wir in diesem Jahr nach Italien in den Urlaub fahren. Für mich wird es aber kein richtiger Urlaub, da ich auch dort kochen, abwaschen und co muss. Wir fahren mit dem Wohnwagen. Und ja, darauf haben wir 3 Jahre gespart. Wir können auch nicht jedes Jahr in den Urlaub.

  • Die Einmalzahlungen sind nur dazu da um die Bevölkerung "ruhig" zu halten und an die neue Situation, nämlich den dauerhaften Vermögensverlust, zu gewöhnen. Also quasi ein schlechter Witz, denn das Geld stammt woher? Genau, vom Staat, der durch die Bevölkerung, also uns selbst, finanziert wird. Somit sind diese Einmalzahlungen (ebenso wie Coronamaßnahmen, Rüstung, Hilfen für Flüchtlinge, Ukraine, etc.) weitere, von uns selbst bezahlte, Inflationstreiber.


    Dazu kommt noch, dass sie in Deutschland versteuert werden und bestimmte Bevölkerungsgruppen davon ausgeschlossen sind, z.B. selbstständige Einzelunternehmer wie ich (ursprünglich sollten sogar Rentner nichts erhalten).


    Die Inflation ist sicherlich keine Einmalbelastung und damit ist eine Einmalzahlung als Ausgleich völlig unpassend.


    Aber ich schreibe mich in Rage und möchte das politische Thema lieber aus dem Forum heraus lassen. Bitte um Verzeihung. ?(

  • @ Drachenherz: Ich verstehe die Rage gut. Geht mir ähnlich. Diese lächerlichen Einmalzahlungen haben etwas von "eine Handvoll Süßigkeiten in die Menge werfen, damit Ruhe ist" - mehr nicht... War mein erster Gedanke dazu...


    Gilfy: Gibt es die Möglichkeit für Luca ein paar Stunden im Monat irgendwo zu jobben, um sich ein paar Freizeit-Euros zu verdienen? (Sorry, falls das eine blöde Idee ist. So bin ich - viele Geschwister, wenig Geld - halbwegs durch die Pubertät gekommen, deshalb ist es mir eingefallen...)


    Alles Liebe!

  • Ja, sowas gibt es bestimmt in Städten, hier bei uns gibt es sowas leider nicht. Hier lassen die Nachbarn / Leute ihn nicht mal den Rasen mähen oder Hund ausführen. Die machen das alles selbst oder lassen das von Familienmitglieder machen.

    Hier bei uns gibt es nicht viel, 3 Discounter, 2 Apotheken und 3 Imbisse, das war es auch schon.

  • Ja, klar, wenn es einen Vermieter gibt, ist das natürlich keine gute Idee... Sorry, irgendwie hatte ich mir eingebildet, ihr hättet Eigentum...


    Eine wirklich unbefriedigende Situation. Hoffentlich gibt es bald in irgendeiner Weise strukturelle Veränderungen, die das (Über-)Leben einfacher machen. Momentan sehe ich aber schwarz! :(

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