Mein 16 Jähriger und sein Computer machen mich verrückt

  • Hallo zusammen,

    Es ist mir natürlich bewusst, dass ich mit meinem Problem nicht alleine bin, oft aber fühle ich mich mit ihnen total alleine gelassen.

    Ich bin alleinerziehend und habe einen Sohn (16), unsere Beziehung ist seit einigen Jahren ein wenig ins Wanken geraten, im Grunde aber haben wir immer ganz gut harmoniert und gemeinsam als Team funktioniert. Seit einem guten halben Jahr aber gibt es in seinem Leben gefühlt nix anderes mehr als diesen scheiß Computer. Er kann über nix anderes mehr Reden, er hat all seine Hobby aufgeben und nicht Einmahl Mädchen scheinen ihn auf irgendeine Art und weiße Interessieren. Allles aber wirklich alles, um was es sich in seinem Leben dreht, ist dieser verdammte Computer und ich halte es Langsam nicht mehr aus. ;(

    Ausprobiert aber habe ich schon viel, aber ohne Anzeichen von irgend einer Art der Besserung.

    Vermutlich gibt es in diesem Forum schon zig andere Artikel zu genau diesem Thema. Ich schreibe diese Zeilen aber trotzdem, und zwar mit der Hoffnung, dass mir jemand der dieses Problem auch hatte, ein paar wirklich nützliche Tipps geben kann, oder zumindest ein wenig Hoffnung.

    Danke schonmahl :*

  • Hallo! :)


    Bei meinen Kindern habe ich dieses Problem (noch?) nicht, aber ich arbeite immer wieder mal mit (jungen) Erwachsenen, die ähnliche Problemlagen haben. Mittlerweile wird das Suchtverhalten (so diverse definierte Kriterien zutreffen) durchaus auch diagnostiziert ("Computersucht") und dementsprechend als solches aus therapiert bzw. aufgearbeitet/bearbeitet (Suchtberatung). Ich persönlich denke, dass der Grat zwischen "ein wenig hineinkippen" und einem deutlichen Suchtverhalten ein schmaler ist. Ein Indiz für eine (beginnende) Sucht sind für mich oft entsprechende Entzugssymptome, wenn das "Objekt der Begierde" wegfällt (Unruhe, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, Aggression). Gerade Aggression ist ziemlich häufig... Man kann eben wirklich nicht mehr ohne...


    Was mir bei deinem Beitrag auffällt: Das Verhalten ist erst relativ kurz vorhanden (halbes Jahr). Was ist passiert, dass er da so hineingekippt ist? Was ist mit früheren Lebensinhalten (Hobbys, Freunde,...), sind die vollkommen weggebrochen/uninteressant geworden, oder kann er den PC für "anderes Schönes" auch mal links liegen lassen?


    Mit 16 Jahren ist dein Einfluss Richtung "Verbot" begrenzt, würde ich sagen... Ich würde da viel eher auf Sensibilisierung setzen. Unangenehme Begleiterscheinungen (Verlust von Freundschaften, Sozialleben, Körperpflege etc.) immer wieder ansprechen, Vor- und Nachteile deutlich thematisieren... Versuchen, ihn ein wenig in die "reale Welt" zu locken und vom PC separieren (coole Unternehmungen, Restaurantbesuche etc.), um den Fokus und die Perspektive wieder ein wenig zu verändern. Eventuell "Mindeststandards" für das Zusammenleben festlegen (einmal Woche - gemeinsamer Einkauf, jeden zweiten Tag - gemeinsames Abendessen etc.), so er sich darauf einlässt.


    Zudem würde ich mich nach Suchtberatungsstellen umsehen und anfragen, ob Spezialisierung auf Internet/Spiele/PC-Sucht vorhanden ist. Da kann man sich häufig verdammt viel Input holen...


    Ich glaube, dein großer Vorteil ist, dass es erst seit kurzer Zeit so läuft. Er ist erst beim "Hineinkippen" und vermutlich kann man jetzt noch viel abwenden, wenn man es geschickt macht... Auf Übergriffigkeiten/Verbote würde ich also möglichst verzichten. Am besten ist es, er wird mit ins Boot geholt und kann eine bewusste Entscheidung treffen, den Fokus wieder ein wenig zu erweitern. :)


    Alles Gute!

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