Einladen oder nicht?

  • Heute mal ein anderes Problem.


    Wir planen für Silvester eine größere Feier. Ich hadere nun mit mir, ob ich meine Schwester einladen soll oder nicht. Als Kinder haben wir uns noch so halbwegs verstanden, aber als Erwachsene haben wir uns immer weiter voneinander entfernt. Wir wohnen nur knappe 100km auseinander, sehen uns aber praktisch nie. Wenn, dann geht es immer nur von mir aus. Ich schicke ihr und ihrer Familie Geschenke - zum Geburtstag und zu Weihnachten, nichts Großes, aber zumindest kleine Aufmerksamkeiten, wir laden sie ein, wenn wir mal was veranstalten usw. Das wird immer gern dankend angenommen.
    Aber es kommt praktisch nie etwas zurück!


    Es ist ganz selten, dass wir mal was bekommen oder gar eingeladen werden.
    Dieses Jahr wurde mein Geburtstag "vergessen". Der meines Mannes wird sowieso immer "vergessen". Meine Nichte hatte Konfirmation. Das Geschenk wurde gern genommen, zur Feier wurden wir aber nicht eingeladen. Mein Sohn hat eine Geburtstagskarte bekommen, das war alles.
    Mich enttäuscht das und überlege, ob ich das nicht einfach genauso machen sollte - nicht einladen und zu den Geburtstagen und zu Weihnachten höchstens eine lausige Karte und ein paar Plätzchen schicken, die ich noch nicht mal selbst gebacken habe.
    Allerdings würde das vermutlich bedeuten, dass der Kontakt irgendwann ganz abbricht, was wohl vor allem für die Kinder schade wäre.


    Was würdet ihr tun?

  • Hallo Helena,


    das hört sich wirklich nach einem unbefriedigenden Verhältnis an und ich kann verstehen, dass Sie enttäuscht und unzufrieden sind.


    Beziehungen sollten eigentlich immer ein Geben und ein Nehmen sein - in diesem Fall haben das Geben und Nehmen offenbar eine Schieflage bekommen.


    Was würdet ihr tun?


    Ich finde es schwierig, diese Frage zu beantworten oder einen Rat zu geben, denn ich glaube, dass letztlich nur Sie selbst entscheiden können, wie Sie die weitere Beziehung zu Ihrer Schwester gestalten wollen und ob Sie bereit sind, in Kauf zu nehmen, den Kontakt zu verlieren.


    Mir stellten sich beim Lesen allerdings einige Fragen. Vielleicht können diese Ihnen helfen, für sich eine Lösung zu finden.


    Haben Sie eigentlich mal mit Ihrer Schwester darüber gesprochen? Haben Sie ihr mitgeteilt, dass Sie enttäuscht darüber sind, dass Sie so wenig zurück bekommen? Haben Sie eine Idee, warum Ihre Schwester sich so verhält? Wie empfindet Ihre Schwester das Verhältnis? Hat Ihre Schwester kein Interesse an einem intensiveren Kontakt oder gibt es vielleicht andere Gründe für das Verhalten?


    Mich enttäuscht das und überlege, ob ich das nicht einfach genauso machen sollte - nicht einladen und zu den Geburtstagen und zu Weihnachten höchstens eine lausige Karte und ein paar Plätzchen schicken, die ich noch nicht mal selbst gebacken habe.


    Was würden Sie damit erreichen wollen? Haben Sie die Hoffnung, dass Ihre Schwester dann darüber nachdenkt, wie sie sich verhält und etwas verändert? Würde es Sie (auf Dauer) zufrieden stellen, sich so zu verhalten, obwohl es eigentlich nicht Ihrer Persönlichkeit entspricht oder geht es dabei um eine Art "Rache" oder ein "wie du mir - so ich dir"? Wollen Sie sich am "schlechten" Beispiel orientieren, oder lieber Ihrem eigenen Stil treu bleiben mit dem Gefühl "ich habe mir nichts vorzuwerfen"?


    Wir planen für Silvester eine größere Feier. Ich hadere nun mit mir, ob ich meine Schwester einladen soll oder nicht.


    Welche Motivation gibt es, die Schwester einzuladen? Würden Sie sie aus Pflichtgefühl/Höflichkeit einladen, oder weil Sie sich darüber freuen würden, wenn sie käme? Und umgekehrt: Wäre es schlimm, sie nicht einzuladen? Was würde passieren, wenn Sie sie einmal(?) nicht einladen?
    Haben Sie im Moment die Energie, sich diesem Thema zu stellen? Ist dies genau der richtige oder der falsche Zeitpunkt, um Veränderungen anzugehen?



    Sie sind ja nun erprobt und erfahren im "Reparieren" angeschlagener Beziehungen. Es wird Ihnen sicherlich gelingen, die für Sie richtige Entscheidung zu treffen. :thumbup:



    Alles Gute wünscht


    Anne

  • Haben Sie eigentlich mal mit Ihrer Schwester darüber gesprochen? Haben Sie ihr mitgeteilt, dass Sie enttäuscht darüber sind, dass Sie so wenig zurück bekommen? Haben Sie eine Idee, warum Ihre Schwester sich so verhält? Wie empfindet Ihre Schwester das Verhältnis? Hat Ihre Schwester kein Interesse an einem intensiveren Kontakt oder gibt es vielleicht andere Gründe für das Verhalten?


    Was würden Sie damit erreichen wollen? Haben Sie die Hoffnung, dass Ihre Schwester dann darüber nachdenkt, wie sie sich verhält und etwas verändert? Würde es Sie (auf Dauer) zufrieden stellen, sich so zu verhalten, obwohl es eigentlich nicht Ihrer Persönlichkeit entspricht oder geht es dabei um eine Art "Rache" oder ein "wie du mir - so ich dir"? Wollen Sie sich am "schlechten" Beispiel orientieren, oder lieber Ihrem eigenen Stil treu bleiben mit dem Gefühl "ich habe mir nichts vorzuwerfen"?


    Welche Motivation gibt es, die Schwester einzuladen? Würden Sie sie aus Pflichtgefühl/Höflichkeit einladen, oder weil Sie sich darüber freuen würden, wenn sie käme? Und umgekehrt: Wäre es schlimm, sie nicht einzuladen? Was würde passieren, wenn Sie sie einmal(?) nicht einladen?
    Haben Sie im Moment die Energie, sich diesem Thema zu stellen? Ist dies genau der richtige oder der falsche Zeitpunkt, um Veränderungen anzugehen?

    Eine Menge Fragen. ;)


    Tja, eigentlich gibt es keinen richtigen Anlass. Sie hat sich einfach immer weiter von mir entfernt. Vielleicht liegt es an ihrem Mann. Mit dem bin ich nie so richtig warm geworden. Es war für mich aber kein Grund, ihn nicht zu akzeptieren. Sie muss schließlich mit ihm leben, nicht ich. Aber vielleicht gibt es da Probleme, von denen ich nichts weiß und über die sie nicht mit reden will.


    Gesprächen geht sie schon lange konsequent aus dem Weg. Ich kann also nicht sagen, was sie denkt oder wie sie unser Verhältnis sieht.


    Besonders schade fände ich es wegen der Kinder, denn zu denen habe ich ein gutes Verhältnis. Es wäre schön, sie an Silvester bei uns zu haben, zumal sie auch mit unseren Kindern befreundet sind. Sprich: Wenn ich meine Schwester nicht einlade, lade ich auch ihre Kinder nicht ein. Das ist meine schlimmste Zwickmühle bei dem Ganzen. Ginge es nur um meine Schwester allein, würde ich vielleicht sagen, dass sie und ich damit leben müssen, dass wir uns offenbar nichts zu sagen haben. Aber wegen der Kinder tut es mir halt leid.


    Somit wäre die Hauptmotivation für die Einladung also die Kinder. Die habe ich auch wirklich gern hier. Und die kommen auch gern. Nur weiß ich eben, dass ich mich über meine Schwester und ihren Mann wieder ärgern werde. Nicht, dass sie sich daneben benehmen würden oder so was, sondern einfach, weil sie alles nehmen, was sie kriegen können und nie was zurückgeben.


    Vielleicht haben sie Geldsorgen. Als ich in der Richtung mal gefragt habe, waren sie beleidigt, obwohl ich es nur angedeutet hatte und es auch nicht als Vorwurf o.ä. formuliert habe.

  • Hallo Helena,


    ich hoffe, dass ich Sie mit meinen Fragen nicht "erschlagen" habe? :rolleyes:


    Gesprächen geht sie schon lange konsequent aus dem Weg. Ich kann also nicht sagen, was sie denkt oder wie sie unser Verhältnis sieht.


    Das macht wenig Hoffnung, dass sich in Kürze etwas verändern lässt, denn eine Gesprächsbereitschaft auf beiden Seiten ist ja die Voraussetzung für eine Klärung.Schade!


    Somit wäre die Hauptmotivation für die Einladung also die Kinder. Die habe ich auch wirklich gern hier. Und die kommen auch gern. Nur weiß ich eben, dass ich mich über meine Schwester und ihren Mann wieder ärgern werde. Nicht, dass sie sich daneben benehmen würden oder so was, sondern einfach, weil sie alles nehmen, was sie kriegen können und nie was zurückgeben.


    Vielleicht liegt die Lösung der Zwickmühlensituation in einer Veränderung Ihrer Einstellung gegenüber Ihrer Schwester und deren Mann? Ich kann mir vorstellen, dass Sie sich jetzt denken: "Warum soll ich etwas verändern? Ich tue doch sowieso schon so viel! Es wäre doch an meiner Schwester, etwas zu verändern!"


    Dies wäre eine absolut nachvollziehbare Reaktion! Wie schon geschrieben, kann ich gut verstehen, dass Sie sich ärgern und enttäuscht sind!


    Das Problem ist jedoch, dass SIE in der Zwickmühle stecken und nicht Ihre Schwester. Wenn Sie das Verhalten Ihrer Schwester nicht ändern können, bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, selbst etwas zu verändern.


    Ich finde es schön, dass Sie (trotzdem) ein gutes Verhältnis zu den Kindern haben, denn die können ja nichts für die Situation. Es wäre wirklich schade, wenn die Kinder unter den "Konflikten" der Eltern leiden würden. Wenn Sie sich darüber freuen würden, die Kinder bei Ihrer Feier dabei zu haben, spricht sehr viel dafür, sie auch einzuladen, finde ich!


    Vielleicht bekommen Sie es hin, sich über die Anwesenheit der Kinder zu freuen und sich NICHT über Ihre Schwester und deren Mann zu ärgern? Vielleicht hilft es, wenn Sie sich sagen, dass Sie nicht Ihrer Schwester etwas geben, sondern den Kindern? Vielleicht hilft es auch, wenn Sie Ihre Schwester weniger mit Zorn, sondern eher mit "Mitgefühl" betrachten (Mit der inneren Haltung: Meine Schwester KANN mir leider nicht so viel zurückgeben, wie ich mir wünsche anstelle von Meine Schwester WILL immer nur nehmen und nie geben) Vielleicht hilft auch der Gedanke: Wie meine Schwester sich verhält, ist ihre Sache - ich verhalte mich zum Glück anders und wie ich mich verhalte, entscheide ich und ich lasse mich dabei nicht von dem Verhalten meiner Schwester beeinflussen? Oder: Ich gebe meiner Schwester keine Macht darüber, mir meine gute Sylvesterlaune zu verderben!


    Das ist nicht leicht, ich weiß! Aber vielleicht ist es einen Versuch wert?



    Was auch immer Sie tun - bleiben Sie sich selbst treu!


    Viele Grüsse


    Anne

  • Verständnis für sie aufzubringen, fällt mir schon sehr schwer. ;) Bzw. mir zu sagen, dass ich nicht zulasse, mein Verhalten oder meine Laune von ihr beeinflussen zu lassen.


    Aber ich habe mich jetzt entschieden, mich mehr auf die Kinder zu konzentrieren. Ich werde sie wegen der Kinder einladen und in Zukunft werde ich nur noch den Kindern etwas schenken. Das sollte an sich genug aussagen, denke ich.

  • Hallo Helena,


    das klingt doch nach einem guten Kompromiss, finde ich. Was sich dann vielleicht weiter entwickelt (in welche Richtung auch immer), wird die Zeit mit sich bringen.


    Ich wünsche Ihnen eine fröhliche Sylvesterparty und dass es Ihnen gelingt, sich den Spaß nicht verderben zu lassen! :D


    Anne

  • Ein bisschen geärgert habe ich mich dann doch. ;)
    Es war eine Kostümparty und jeder sollte eine Kleinigkeit mitbringen - etwas zu trinken, etwas für das Büffet und einen Gegenstand für die "unpassende Weihnachtsgeschenk-Tombola" (wobei es natürlich nicht unbedingt ein unpassendes Weihnachtsgeschenk sein musste, es konnte auch irgendwas anderes Witziges, Nutzloses sein.)


    Ratet, wer als Einziger weder ein Kostüm hatte noch etwas mitgebracht hat? - Richtig: meine Schwester und ihr Mann.
    Die Kinder hatten ein Kostüm und zumindest ein Geschenk.
    Wenn die beiden die Idee so doof fanden, warum haben sie die Kinder nicht allein hergeschickt? Zumal wir vorher angeboten hatte, dass die Kinder bei uns übernachten könnten.


    Schon irgendwie ärgerlich.


    Aber trotzdem: Ein frohes neues Jahr!

  • Hallo Helena,


    schade, dass Ihre "Erwartungen" sich erfüllt haben, und Sie die Feier nicht ohne Ärger genießen konnten.


    Wenn die beiden die Idee so doof fanden, warum haben sie die Kinder nicht allein hergeschickt? Zumal wir vorher angeboten hatte, dass die Kinder bei uns übernachten könnten.


    Ja, das wäre vielleicht ein guter Kompromiss gewesen. Ich hoffe, Sie hatten trotzdem eine schöne Feier?!


    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles Gute und entspannte Zeiten im neuen Jahr.


    Anne

  • Ja, ansonsten war die Feier schön. :)
    Ich habe mich auch sicher nicht den ganzen Abend darüber geärgert. ;)
    Aber es ist eben so typisch für sie und so läuft das nun schon seit vielen Jahren. Sie nehmen alles an - denn sie könnten ja auch sagen, dass sie nicht kommen, wenn sie nicht so richtig mitmachen wollen! Und kräftig durchs Büffet geschlagen haben sie sich auch ... - aber geben nicht dazu oder zurück.
    Manchmal habe ich den Eindruck, dass sie vorher sagen: "Oh, schon wieder so eine blöde Einladung, aber wenigstens gibt es da was Leckeres zu essen. Lass uns mal hingehen, wir brauchen ja nicht mitzumachen."
    Denn ich hatte diese Einladung so formuliert, dass sie nicht glauben mussten, sie müssten wegen der Kinder mitkommen. Denn das hatte ich mir auch überlegt, dass sie selbst vielleicht keine Lust haben, es den Kindern aber nicht verderben wollen. Sie hätten die Kinder allein schicken können.
    Ich weiß einfach nicht, was mit denen los ist. ;(

  • Liebe Helena,
    ich wünsche Ihnen alles Gute fürs neue Jahr!


    Ich verstehe Ihre Verärgerung sehr gut, dass sich Ihre Schwester samt Mann nicht an die "Regeln" der Feier gehalten haben. Dennoch möchte ich sagen, dass ich es eine schöne und freundliche Geste von den beiden finde, dass sie Ihre Einladung angenommen haben. Sie kamen zwar nicht in Kostümierung, aber sie waren da - und Sie schreiben selbst, es sei dann doch eine schöne Feier gewesen.
    Ihre Schwester hat sich Ihnen damit angenähert, kam Ihnen entgegen, das ist sehr schön und zeigt schließlich, dass Sie Ihrer Schwester durchaus etwas bedeuten. :)
    Und es gibt einfach Erwachsene, die sich nicht gerne verkleiden oder kostümieren und so etwas dann auch einfach nicht tun. Dennoch hatten die beiden den Mut, unverkleidet zu kommen und eben nicht nur die Kinder vorbeizuschicken.
    Sie schreiben, die beiden hätten sich dann auch aufs Büffet gestürzt bzw. sich durch dieses kräftig durchgeschlagen, aber hätten selbst nichts dazu gegeben. Auch hier möchte ich zu denken geben, dass es einfach Menschen gibt, die von sich aus nicht auf die Idee kommen, etwas zu einem Büffet beizutragen und etwas mitzubringen. Die Frage wäre, ob Sie Ihren Wunsch, ob Sie Ihre Erwartung, dass die beiden auch etwas zu essen mitbringen, im Vorfeld klar kommuniziert haben?!
    Es gibt schlichtweg Menschen, die Einladungen als Einladungen sehen, als eine Art Geschenk, zu dem man außer der persönlichen Anwesenheit nichts weiter beitragen muss. Nicht jeder kommt von sich selbst aus auf den Gedanken und die Idee, etwas Zusätzliches beizusteuern. Dies muss man dann leider entweder so akzeptiert werden oder aber im Vorfeld klar und deutlich als "Bedingung" kommuniziert werden.
    Aber ist es tatsächlich so wichtig, eine Gegenleistung zu erwarten, frage ich mich dann?


    Mir scheint, als würden Sie und Ihre Schwester leider unterschiedliche "Sprachen" sprechen, was die Einstellungen, Haltungen und auch Erwartungen an das Leben und an das soziale Miteinander betrifft. Dies ist bedauerlich, da es sich schließlich um Ihre eigene Schwester handelt, doch schwer zu ändern, letzteres vermutlich eher gar nicht. Sie können sich lediglich gegenseitig aneinander annähern, einander entgegenkommen - und dies tun Sie ja bereits.
    Vielleicht hilft es Ihnen, Ihre persönliche Erwartungshaltung zu überprüfen. Denn oftmals sind es leider unsere Erwartungen und Wunschgedanken, mit denen wir uns selbst das Leben schwerer machen, als es sein müßte. Oftmals hilft es, die Erwartungen zurückzustellen oder beiseite zu schieben und Situationen "unvoreingenommen" zu betrachten, wahrzunehmen, was DA IST.
    Wie gesagt: Ihre Schwester hat Sie besucht, hat Ihre Einladung angenommen. Das ist ein sehr positives Zeichen und eine Geste des sich gegenseitigen Wertschätzens - auch wenn Ihre Schwester mit ihrem Mann dabei nicht exakt Ihre Erwartungen erfüllt hat.


    Alles Gute wünscht Klara

  • Das verstehen Sie etwas miss, Klara ;)


    Wir haben einen großen Partyraum, in dem man gut mit mehreren Leuten feiern kann. Aber natürlich ist es ziemlich teuer, Essen und Getränke für rund 30 Leute auszugeben. Daher sprechen wir uns vorher mit den Gästen ab. Wer kann was mitbringen?
    Ich verschicke auch keine Einladungen, auf denen vielleicht ganz klein am Rand steht "bitte was für's Büffet mitbringen", sondern das wird vorher persönlich kommuniziert und verteilt. (Damit man nicht am Ende 30 verschiedene Salate hat und sonst nichts.)


    Das Gespräch mit meiner Schwester verlief in etwa so:
    - Wir bräuchten noch etwas Wein, einen Salat und etwas für die Dessertabteilung. Vielleicht hast du ja auch noch eine besondere Idee.
    - Ja, ich bring was mit.
    - Von einigen wurde die Idee angeregt, eine Kostümparty draus zu machen. Gemeint sind jetzt nicht unbedingt Piraten oder so, sondern eher lustige/ausgefallene Klamotten.
    - Da finde ich bestimmt was. Ich kann ja mal in den Kisten auf dem Dachboden nachsehen.


    Und am Ende bringt sie gar nichts mit und kommt in Jeans und Pullover!
    Und so läuft das eben immer mit ihr.


    Sie hat es auch schon fertig gebracht, sich nach einem passenden Geschenk für meinen Sohn zu erkundigen und seinen Geburtstag dann komplett zu "vergessen". Zum Glück hatte ich ihm nichts davon erzählt. Er war da noch etwas kleiner und wäre sicher sehr enttäuscht gewesen.


    Es ist möglich, dass das von ihrem Mann ausgeht. Dass sie gern etwas machen möchte und er dann sagt, dass sie das zu lassen hat.
    Andererseits ist es bei solchen Feiern dann wiederum so, dass die beiden durchaus einvernehmlich wirken und ungeniert das Büffet plündern. (Und ich meine damit wirklich, dass sie deutlich mehr essen als jeder andere. Das fällt auch nicht bloß mir auf. Bei den anderen Gästen - meistens langjährige Freunde - stößt dieses Verhalten auch nicht gerade auf Gegenliebe.)


    Ich habe dann das Problem, dass ich nicht weiß, WAS nicht stimmt. Ist meine Schwester wirklich so unmöglich? Oder hat sie Probleme? Entweder mit ihrem Mann oder die beiden haben vielleicht Geldsorgen. (Denn sie laden uns wie gesagt nie ein, ich habe keine Ahnung, wie es bei ihnen aussieht. Ich war noch nie in ihrem Haus.)


    Wenn ich jedoch den Kontakt abbreche, kann ich ihr vielleicht nicht helfen, sollte sie mich brauchen. Und wie gesagt, um die Kinder täte es mir ebenfalls leid.

  • Hallo Helena,


    Sie haben Recht, da habe ich tatsächlich etwas mißverstanden. Sie haben sehr offen und klar im Vorfeld kommuniziert und ich kann Ihren Ärger, dass dann am Ende doch (mal wieder) alles anders lief, gut nachvollziehen.
    Ich frage mich auch, WAS da nicht stimmt und im Hintergrund mitschwelt oder mitschwingt.

    Ich habe dann das Problem, dass ich nicht weiß, WAS nicht stimmt. Ist meine Schwester wirklich so unmöglich? Oder hat sie Probleme? Entweder mit ihrem Mann oder die beiden haben vielleicht Geldsorgen. (Denn sie laden uns wie gesagt nie ein, ich habe keine Ahnung, wie es bei ihnen aussieht. Ich war noch nie in ihrem Haus.)

    Möglicherweise spielt tatsächlich der Mann Ihrer Schwester eine entscheidende Rolle. aber dies wäre reine Spekulation und Mutmaßung.


    Nun eben meine Frage:
    Haben Sie diese Gedanken bereits gegenüber Ihrer Schwester ausgesprochen?
    Haben Sie ihr gesagt, dass Sie sich fragen, was da los ist, was da womöglich "nicht stimmt" und dass Ihnen das Sorge bereitet?


    Wenn nein, stellt sich die Frage, ob es nicht an der Zeit wäre, eben genau diese Sorgen kundzutun.
    Wenn ja, stellt sich ebenfalls die Frage, ob Sie nicht ein weiteres Mal in die Offensive gehen und Ihrer Schwester offen mitteilen, wie sehr sich sich um sie sorgen und dass Sie ihr ebenfalls mitteilen, dass es Ihnen ein wichtiges Anliegen ist, dass Ihre Schwester weiß, dass Sie für sie da sind und sie gerne unterstützen würden.
    Ob Ihre Schwester dieses Angebot annehmen möchte, liegt dann leider in deren Verantwortung und ist und bleibt ihre Entscheidung.


    Ich wünsche Ihnen alles Gute, Mut offen zu sprechen und Kraft, die Entscheidung Ihrer Schwester zu akzeptieren.


    Ihre Klara

  • Ich würde die Schwester drauf ansprechen, wenn man selbst dann immer noch auf unverständnis stößt lohnt es sich nicht mehr viel in diese Beziehung zu investieren denke ich.

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