Einzelkind und "alte" Eltern

  • Ist es für ein Kind nicht sehr belastend, wenn es später allein für die alten Eltern verantwortlich ist?
    Ich weiß, wie es ist, wenn Eltern alt werden, Pflege bedürfen, zu Hause versorgt oder in ein Heim müssen. Es ist eine Belastung, die schwerer wiegt, wenn man keine Geschwister hat. Jemanden, mit dem man sich austauschen kann und mit dem man Sorgen und Arbeit teilen kann, macht alles leichter. Auch der Gedanke daran, was ist, wenn die Eltern sterben, ist leichter zu ertragen, wenn man weiß, dass man nicht alleine ist und nicht alle Entscheidungen auf einem allein lasten.


    Ich muss zugeben, dass auch dieser Gedanke eine Rolle bei der Entscheidung FÜR ein 2. Kind gespielt hat. Natürlich ist es nicht der einzige. ;-)
    Aber wie seht ihr es? Hattet ihr diesen Gedanken auch?

  • Hi,


    bin selbst Einzelkind, meine Frau auch und wir haben es bewusst auf 2 Kinder ankommen lassen... Aber weniger wegen der o g Themen, mehr weil man schon vorher als Einzelkind im Leben oft Momente des Alleinseins hat. Außerdem dachten wir an die Erhaltung unserer Art, 2 gehen, da müssen vorher mal 2 neue kommen ;-)


    Was du da beschreibst liegt hoffentlich noch weit vor uns, wir sind ein starkes Paar und werden diese Sotuation im Zweifel auch wie Geschwister durchstehen. Doof ist nur, dass wir auch beide Scheidungskinder sind und unsere Eltern alle neue Partner haben und alle etwa gleich alt sind. D.h. wir machen dass dann 8x durch statt 4x und vermutlich auch alles in etwa zur gleichen Zeit... Vll sollten wir uns an einem Seniorenheim-Projekt beteiligen um sie alle mal unterbringen zu können ;-)


    VG

  • Hallo,


    ich habe auch nicht an solche Dinge gedacht, wie Du sie da beschreibst, liegt wahrscheinlich daran, dass man sich mit der eigenen Vergänglichkeit nur ungern beschäftigt. Aber es ist natürlich schön, wenn man solche Sachen nicht alleine durchdacht

  • Hallo Annike,


    Ihre Gedanken finde ich überaus vorausschauend. Und die Vermutung liegt nahe, dass ein Einzelkind einer größeren Belastung ausgesetzt ist, als wenn noch Geschwister da sind, wenn die eigenen Eltern pflegebedüftig werden sollten.
    Aber nicht jeder, der alt wird, wird auch zwangsläufig zu einem Pflegefall.
    Vorsorge zu treffen und sich darüber Gedanken zu machen, ist sicherlich richtig und auch wichtig, doch noch wichtiger ist es doch, in all der Planung das "Jetzt" nicht aus dem Blick zu verlieren und das Leben, was wir jetzt haben, zu genießen und bewusst zu gestalten. ;)



    Klara

  • Hi, by the way, ich mag Versicherungstypen eigentlich nicht, aber einer empfahl mal, die Eltern rechtzeitig auf den Abschluss einer Priv Pflegeversicherung hinzuweisen, damit im Falle des Falles nicht alles an den Kinderm hängen bleibt, fand ich einleuchtend... VG

  • Die eigenen Eltern auf den Abschluss einer priv. Pflegeversicherung hinweisen? Oh oh, ich merke, dass es auch bei mir ein Tabuthema ist. Gedanken habe ich mir dazu zwar schon welche gemacht, aber ich könnte nie meine Eltern darauf ansprechen.

  • ach so, steht bei dir denn was Schlimmes ins Haus zu diesem Thema?


    VG

    Nichts, was meine eigenen Eltern betrifft.
    Allerdings wird mein Sohn wie es aussieht Einzelkind bleiben. Auch wenn er es eigentlich nicht so richtig ist, weil er noch ein paar Patchworkgeschwister hat, die aber nicht bei uns wohnen.
    Unsere Tochter (zur Zeit noch in meinem Bauch) hat eine schwere Missbildung des Herzens und wird außerhalb des Bauches nicht überlebensfähig sein. Wir genießen jetzt noch die letzte Zeit der Schwangerschaft, denn ich werde sie normal austragen und wir nutzen diese Zeit, um uns von ihr zu verabschieden.

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