Negative Bilanz des Betreuungsgeldes

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Negative Bilanz des Betreuungsgeldes

      Liebe Eltern,

      am 1. August feierte das Betreuungsgeld, welches Eltern für ihre unter drei Jahre alten Kinder erhalten, insofern diese nicht in einer Kindertagesstätte oder im Rahmen der Kindertagespflege betreut werden, seinen ersten Geburtstag. Bereits im Vorfeld seiner Einführung war das als Herdprämie bezeichnete Betreuungsgeld heftig umstritten. Eine vom Deutschen Jugendinstitut und der Universität Dortmund durchgeführte Befragung von 100.000 Eltern mit Kindern im relevanten Alter brachte nun hervor, dass die Befürchtungen sich offensichtlich bewahrheiten: Das Betreuungsgeld setzt falsche Anreize.

      So wurde im Rahmen der Studie deutlich, dass das Betreuungsgeld bevorzugt von sozial schwachen Familien und solchen mit Migrationshintergrund in Anspruch genommen wird und nicht selten die Herdprämie sogar Ausschlag geben dafür ist, dass das entsprechende Kind in keiner Kindertageseinrichtung angemeldet wurde. Damit sorgt das Betreuungsgeld also offenbar dafür, dass gerade den Kindern die frühkindliche Bildung verwehrt bleibt, die diese am dringendsten brauchen.

      Eine Abschaffung des Betreuungsgeldes ist dennoch nicht angedacht, stattdessen wurde die geplante Anhebung von 100 auf 150 Euro monatlich pünktlich zum 1. August durchgeführt.

      Viele Grüße
      Tanja
    • Mir scheint, es wird immer wieder vergessen, dass es um sich um Kleinkinder handelt die man frühstmöglich in einer Krippe unterbringen sollte.

      Das Migranten dem oft kritischer gegenüberstehen finde ich nachvollziehbar. In kaum einer Kultur würde es als normal angesehen werden, wenn ein Kleinkind so früh von seiner Mutter getrennt wird.

      Fakt ist doch: Einem Kind muss es zu Hause schon sehr schlecht gehen, damit es ihm in der Krippe besser geht. 15 (!) Kleinkinder die von gerade mal zwei Erwachsenen betreut werden gilt mittlerweile doch schon als normal. In wie vielen Einrichtungen herrschen katastrophale Zustände! Es werden immer mehr Plätze geschaffen aber das Personal nicht mehr aufgestockt. Es herrscht Erziehermangel!

      Wo gibt es denn schon eine Einrichtung, die den von Wissenschaftlern empfohlenen Personalschlüssel einhält? Demnach käme eine Erzieherin auf max. 3 Krippenkinder. Aber das wäre ja viel zu teuer. Man muss sich nichts vormachen: Daran wird sich so schnell nichts ändern.
    • Kinder unter 3 Jahren in eine Krippe zu bringen, sollte durchaus möglich sein, sofern Mütter bzw. Familien diese Betreuung brauchen. Zu kritisieren, dass ein Kleinkind unter 3 Jahren wichtige frühkindliche Bildung verpasst, wenn es nicht in eine Krippe gebracht wird, finde ich sehr gewagt und regelrecht dramatisiert.

      Tanja schrieb:

      Damit sorgt das Betreuungsgeld also offenbar dafür, dass gerade den Kindern die frühkindliche Bildung verwehrt bleibt, die diese am dringendsten brauchen
      Um welche frühkindliche Bildung soll es sich denn da bitteschön bei unter dreijährigen Kindern handeln?
      Vor allem der Begriff Bildung stört mich bei dieser Altersgruppe. Das klingt mir -leider mal wieder- zu sehr nach Leistungsdruck.

      Johanna2 kann ich zudem nur beipflichten: Es herrscht Erziehermangel und der Betreuungsschlüssel ist eine Katastrophe.