BGH Urteil zum Fahrradhelm

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    • BGH Urteil zum Fahrradhelm

      Liebe Eltern,

      das Thema „Fahrradhelm“ ist aktuell zum Gegenstand zahlreicher Diskussionen geworden. Die Schuld daran trägt ein Urteil des Bundesgerichtshofs, welches kürzlich ergangen ist. Hintergrund war ein Rechtsstreit zwischen der Haftpflichtversicherung einer unfallverursachenden Autofahrerin und einer verletzten Radfahrerin, für deren Behandlungskosten die Haftpflichtversicherung nicht in Gänze aufkommen wollte, da die Radfahrerin keinen Helm getragen hat. Das Oberlandesgericht Schleswig sah dies genauso und gab der Versicherung Recht.

      Der Bundesgerichtshof hingegen kam zu einer anderen Rechtsauffassung und sprach die betroffene Radfahrerin von jeglicher Mitschuld am Ausmaß ihrer Verletzungen frei. Dieses Ergebnis ist nunmehr eine Untermauerung der nicht vorhandenen Helmpflicht, um die folglich ein neuer Kampf entbrannt ist.

      Doch auch wenn Verletzungen nicht allein aufgrund des nicht getragenen Helms als mitverschuldet angesehen werden dürfen, so besteht an den Sicherheitsvorteilen des Fahrradhelms keinerlei Zweifel. Fahrradunfälle gehen deutlich glimpflicher aus, wenn der Betroffene einen Helm trug, wohingegen Stürze und Zusammenstöße nicht selten mit massiven Kopfverletzungen einhergehen, insofern auf den Helm verzichtet wird.

      Trotz der allgemeinen Bekanntheit dieser Tatsache ist es ein erschreckender Fakt, dass insgesamt nur 15 % aller Fahrradfahrer zum Helm greifen. Kinder zwischen 6 und 10 Jahren tun dies noch zu 75 %, mit zunehmenden Altern nimmt die Zahl der Helmträger allerdings drastisch ab und landet bei nur knapp 7 % im Erwachsenenalter. Genau dieser Entwicklung gilt es gegenzusteuern. Achten die Eltern bei ihren Kleinen noch genau auf die Sicherheit, reduziert sich diese Aufmerksamkeit mit steigendem Alter der Kinder und lässt bei ihnen selbst schließlich ganz nach. Da Kinder jedoch elementar von Vorbildern lernen, sollten gerade Eltern als gute Beispiele voranschreiten und selbst zum Helm greifen. Und zwar im Sinne ihrer eigenen Sicherheit, aber auch der ihrer Kinder, die sich irgendwann eigenverantwortlich für oder gegen den Fahrradhelm entscheiden müssen.

      Viele Grüße
      Tanja